Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Tumorvolumen

28.8.2006

Lt. Prof. Altwein, Vortag 30.04.2005 vor Vertretern des BPS, gibt es keinen Zusammenhang zwischen Tumorgröße und Prostatavolumen. D.h. es kann nach seiner Meinung nicht rückgeschlossen werden, ob der Tumor aufgrund seiner verreichten Größe besonders aggressiv sei.

Für den Urologen sei vielmehr das absolute Tumorvolumen interessant. Der Cut-Off-Wert äge bei 12 ml Tumormasse. Was darüber hinaus geht sei bedenklich.

Die Berechnung der Tumormasse ist laut Prof. Altwein derzeit nicht per Kassenabrechnung machbar.

Mai 2005

Ergänzung:
Das Tumorvolumen lässt sich angenähert wie folgt bestimmen:
Tumorlänge x Breite x (Schnittdicke x Anzahl der tumorinfiltrierten Schnitte) x 0,4.

Lt. Prof. Bonkhoff nur eine annähende Volumenbestimmung aber besser als keine.

Beim Berechnen der Tumormasse werden physikalische Gesetze angewendet. Der Körper ist aber ein biologisches System. Daher sind Abweichungen von vornherein einzukalkulieren.

Bei Gleason Score von 2-6 (mit Einschränkung 7) erhöht 1 Gramm Tumorgewebe den PSA-Wert um 3ng/ml (Stamey et al.). Über die PSA-Density muß jetzt aber noch die gutartige Hyperplasie herausgerechnet werden. Bei dem gewonnen Wert kann man von einem akzeptablen Nährungswert bzgl. des Tumorvolumens ausgehen.

Ab einem Gleason- Score von 8 ist diese Art der Berechnung unakzeptabel, da die Ungenauigkeit durch die sehr differente PSA-Expression der Tumorzellen erheblich ist.

November 2005 und Februar 2006

Ergänzung:
Prof. Huland, Hamburg, zur Tumorselektion

"Bereits 1954 wies Franks in Autopsieserien nach, dass ein Drittel aller Männer zwischen 50 und 60 Jahren bereits ein Prostatakarzinom hat. Dieser Anteil steigt mit jeder weiteren Lebensdekade. Da das Lebenszeitrisiko eines Mannes, an einem Prostatakarzinom zu sterben, in der Größenordnung von nur drei Prozent liegt, wurde der Begriff des latenten Prostatakarzinoms gegenüber dem klinisch signifikanten Prostatakarzinom geprägt, die als zwei unterschiedliche Entitäten (Anmerkung: umgangssprachlich kann man auch sagen: Typen) aufgefasst wurden. ...... Untersuchungen....., dass die meisten dieser Autopsietumoren extrem klein sind. 80 Prozent haben ein Volumen unter 0,2 cm3, 50 Prozent ein Volumen unter 0,1 cm3. Tumoren, die durch radikale Prostatektomie entfernt worden sind, haben hingegen in über 90 Prozent ein Tumorvolumen von über 0,5 cm3........ Tumoren mit einem Volumen über 4,0 cm3 zeigen ein ansteigendes Risiko für eine Samenblaseninfiltration und Lymphknotenmetastasierung; Tumoren über 12,0 cm3 sind fast immer metastasiert. Da die Tumorverdopplungszeit im Frühstadium drei bis vier Jahre beträgt, muss man annehmen, dass die ......kleinvolumigen und besser differenzierten (Tumoren) Vorläufer des klinisch manifesten Prostatakarzinoms sind. ..... wird im Allgemeinen der histologisch insignifikante Tumor dadurch definiert, dass sein Volumen unter 0,5 cm3 betragen soll und gut differenziert ist (Gleason-Score < 5) und keine Kapselpenetration hat. Im eigenen (Anmerkung: UKE in Hamburg)Patientenkollektiv von radikal prostatektomierten Patienten ist ähnlich wie in anderen Kliniken der Anteil der Prostatakarzinome mit einem Volumen von < 0,5 cm3, die möglicherweise nicht hätten prostatektomiert werden müssen, mit zwei bis vier Prozent während der letzten acht Jahre konstant geblieben, obwohl der Anteil der T1c-Tumoren (mittels PSA entdeckt) von 10 Prozent auf 54 Prozent angestiegen ist. "

letzte Aktualisierung im August 2006



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