Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Überlebensrate

22.1.2007

Vorweg:

Generell kann man davon ausgehen, dass 15 Jahre nach einem PSA-Versagen nach radikaler Prostatektomie 1/3 der betroffenen Männer am Leben, 1/3 an ihrem Prostatakarzinom verstorben und 1/3 aus anderen Gründen verstorben sind.

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Der Begriff Überlebensrate ist eigentlich irreführend. Das Überleben von fünf Jahren bedeutet für den Einzelnen nicht, daß dann der Kampf gegen den Krebs endgültig gewonnen ist. Prostatakrebs kommt zwar innerhalb dieser Zeit bei vielen Männern z.B. nach der operativen Entfernung der Prostata oder einer Strahlenbehandlung zwar zum Stillstand, kann aber später wieder ausbrechen; der Tumor wird wieder aktiv.

Andere Krebserkrankungen wiederum können sich länger als fünf Jahre hinziehen.

Ergänzung - Auszug aus einer neueren Studie aus den USA (2005)

Für die aktuelle Studie begleiteten die Wissenschaftler 379 Männer, bei denen nach einer radikalen Prostatektomie der PSA-Wert wieder anstieg.

Die durchschnittliche Follow-up-Zeit nach der Operation betrug 10,3 Jahre.

Ergebnis:
• Patienten mit einer PSADT.(Anmerkung: gemeint ist die PSADT=PSA Verdopplungszeit) von weniger als drei Monaten hatte eine durchschnittliche Überlebensdauer von sechs Jahren.

• Patienten mit einer PSADT von weniger als drei Monaten, bei denen das PSA innerhalb von drei Jahren nach der Operation wieder anstieg und einem pathologischen Score von acht bis zehn, überlebten rund drei Jahre.

• Patienten mit einer PSADT von 15 Monaten oder länger, bei denen das PSA später als drei Jahre nach der Operation anstieg, überlebten zu 100 Prozent.

Ergänzung:
Der Frage, wie es um Langzeit – Überleben von Prostatakrebs – Patienten in der Ära des PSA – Tests steht, sind Professor Hermann Brenner und Volker Arndt vom Deutschen Zentrum für Alternsforschung in Heidelberg nachgegangen. Ihre Antworten verblüffen.

Denn relativ zum Überleben in der Gesamtbevölkerung betrachtet, liegt die Fünf – Jahres – Überlebensrate von Prostata – Kranken bei 99, die Zehn – Jahres – Rate bei 95 %. "Damit liegt der Sterblichkeitsüberschuss bei lediglich einem respektive fünf Prozent“, schreiben Brenner und Arndt ( JCO 23 [2005] 441-447 ).

Zwei von drei der untersuchten Männer wiesen gut bis mäßig differenzierte, lokalisierte oder regionäre Tumoren auf. In dieser Gruppe lässt sich keinerlei überschießende Mortalität feststellen. Die Wissenschaftler hatten die Daten von mehr als 180 000 US – Patienten analysiert. Als Basis hierfür diente das "Surveillance, Epidemiology and End Results Program" mit Einträgen aus den Jahren 1973 bis 2000. Brenner warnt indes vor Fehlinterpretationen der Resultate:"Die Zahlen geben nicht etwa den natürlichen Verlauf der Erkrankung, sondern vielmehr die aktuelle Situation wieder – Therapieerfolge eingeschlossen". Der Anteil von Patienten, die an fortgeschrittenen Tumoren litten, haben relativ niedrig gelegen. Dies sei womöglich auf den verbreiteten Einsatz der PSA – Messung zurückzuführen. Wie sich diese Tests auf die Sterblichkeit auswirken, bedürfe aber noch der Klärung in groß angelegten klinischen Studien.

Für die Berechnung der Überlebensraten verwendeten die Forscher ein von Brenner entwickeltes Verfahren. Statt Kohorten von Versuchspersonen über einen bestimmten Zeitraum hinweg zu beobachten, werden hierbei zeitliche Querschnitte für einzelne Altersgruppen betrachtet. Mit Hilfe der Schnittdaten lässt sich dann die Mortalität in den einzelnen Gruppen ableiten und ein aktuelles Bild der Entwicklung zeichnen.

letzte Aktualisierung im Januar 2007

 



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