Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Lykopin

17.2.2011

In einer im Journal of the National Cancer Institute, 2002, veröffentlichten Studie der Harvard School of Public Health wurden die Daten von knapp 2500 Männern ausgewertet. Ergebnis: Der regelmäßige Genuss von Tomatenprodukten, insbesondere Tomatensauce (mindestens 2-mal wöchentlich) reduziert das Risiko für Prostatakrebs wesentlich. Der wirksame Bestandteil der Tomate ist das Lycopin, das der Tomate seine typische Farbe gibt. In einer anderen Untersuchung erhielten 26 Männer für 3 Wochen je zur Hälfte 15 mg Lycopin zweimal täglich oder kein Lycopin. Bei der anschließenden Operation wurde Prostatagewebe entnommen und mikroskopisch untersucht. Das Wachstum der Krebszellen war bei den Patienten, die Lycopin erhalten hatten, deutlich weniger aggressiv, als bei der Kontrollgruppe.

aus dem Internet
Juli 2005

und jetzt die entgegengesetzte Meinung:

Prostatakrebs: Tomaten schützen nicht

ein Artikel von JOACHIM CZICHOS / WSA - gelesen im Internet

Bisher gab es eine Theorie, wonach der Verzehr von Tomaten das Risiko von Prostatakrebs senkt. Eine neue Studie kommt nun leider zu einem ganz anderen Ergebnis:

Tomaten haben einen besonders hohen Gehalt an Lycopin, einem Carotinoid, das als Antioxidans wirkt. Aus früheren Untersuchungen hatte man geschlossen, dass eine lycopinreiche Ernährung das Risiko von Prostatakrebs senkt. Eine neue Studie, die den Zusammenhang zwischen dem Carotinoidspiegel im Blut und dem Krebsrisiko untersuchte, kommt nun zu einem ganz anderen Ergebnis: Danach lässt sich kein Einfluss von Lycopin nachweisen, während ein hoher Spiegel an Beta-Carotin, einem anderen Carotinoid, die Wahrscheinlichkeit von Prostatakrebs sogar vergrößert. Die Einnahme hochdosierter Beta-Carotin-Präparate sei daher ohne ärztliche Kontrolle nicht zu empfehlen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention".

"Wir sind enttäuscht, denn es wäre eine einfache und billige Möglichkeit gewesen, mit Lycopin das Prostatakrebsrisiko für Männer zu senken, die sich wegen dieser verbreiteten Krankheit Sorgen machen", sagt Ulrike Peters vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle. Zusammen mit ihren Kollegen wertete sie Daten von 28.000 Männern im Alter zwischen 55 und 74 Jahren aus, die regelmäßig auf Prostatakrebs untersucht wurden. Zu Beginn der Studie analysierten sie den Blutspiegel verschiedener Carotinoide, darunter Lycopin, Lutein, Alpha- und Beta-Carotin. Innerhalb von acht Jahren erkrankten 692 Männer an Prostatakrebs.

Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung erwies sich als unabhängig vom Lycopingehalt des Blutes. Hohe Beta-Carotinwerte dagegen waren mit einem erhöhten Risiko verbunden, an aggressiven Formen eines Prostatakarzinoms zu erkranken. Von Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Lycopinpräparaten oder auf der Basis von Tomateninhaltsstoffen sei nach Ansicht der Autoren keine Krebs vorbeugende Wirkung zu erwarten. Auf Möhren und anderes Gemüse brauchte man aber nicht zu verzichten. Vorsicht geboten sei allerdings bei Beta-Carotinpräparaten in hohen Dosen.

Ergänzung
Lange Zeit galt die Tomate wegen ihrer hohen Lycopin-Konzentration als Hoffnungsträger bei der Prävention von Krebs. Eine Studie des Nationalen Krebsinstituts der USA von 2007 konnte jedoch keinen Zusammenhang zwischen dem Carotinoid Lycopin und der Häufigkeit von Krebs feststellen. Im Gegenteil wiesen die Forscher nach, dass Beta-Carotin, ein Lycopin-verwandter Oxidationshemmer, das Risiko für Prostatakrebs erhöhen kann. Aber selbst wenn Lycopin eine schützende Wirkung für die Körperzellen hat, so kann man nicht erwarten, dass ein paar Tomaten einen körperlich und psychisch ungesunden Lebenswandel ausgleichen können. (Arbeitskreis Komplementärmedizin in der Urologie DGU 2010)

Februar 2011

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