Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Mortalitätsrisiko

28.7.2005

Klinische Faktoren helfen das Mortalitätsrisiko bei Prostatakrebs abzuschätzen

BALTIMORE 2005. Nach einer radikalen Prostatektomie wegen eines Prostatakrebses helfen klinische Faktoren dabei, das Mortalitätsrisiko der Patienten abzuschätzen. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Stephen Freedland vom Brady Urological Institute, Johns Hopkins Medicine, Baltimore, im Journal of the American Medical Association (JAMA 2005; 294: 433-439).

Nach Angaben der Autoren ist die radikale Prostatektomie eine sehr effektive Methode zur Behandlung der Krebserkrankung. Dennoch steigt bei rund 35 Prozent der Patienten innerhalb von zehn Jahren nach der Operation das Prostata spezifische Antigen (PSA) wieder an. Dies nennen die Autoren die „biochemical recurrence“. Allerdings variiert die Zeit zwischen dem PSA-Anstieg und dem Nachweis eines lokalen Rezidiv oder einer Metastase beträchtlich.

Die Urologen konnten bereits im Vorfeld der aktuellen Studie nachweisen, dass verschiedene Faktoren das Metastasenrisiko bestimmen: Dazu gehören die Zeit zwischen der Operation und dem PSA-Wiederanstieg, ein pathologischer Score zum Grading des Tumors und die Zeit, die das PSA benötigt, um sich zu verdoppeln (PSADT, PSA doubling time).

Für die aktuelle Studie begleiteten die Wissenschaftler 379 Männer, bei denen nach einer radikalen Prostatektomie der PSA-Wert wieder anstieg. Die durchschnittliche Follow-up-Zeit nach der Operation betrug 10,3 Jahre.

Ergebnis:
• Patienten mit einer PSADT von weniger als drei Monaten hatte eine durchschnittliche Überlebensdauer von sechs Jahren.

• Patienten mit einer PSADT von weniger als drei Monaten, bei denen das PSA innerhalb von drei Jahren nach der Operation wieder anstieg und einem pathologischen Score von acht bis zehn, überlebten rund drei Jahre.

• Patienten mit einer PSADT von 15 Monaten oder länger, bei denen das PSA später als drei Jahre nach der Operation anstieg, überlebten zu 100 Prozent.

„Mit diesen Daten können wir die Hochrisiko-Patienten identifizieren. Ihnen sollte eine intensivierte Therapie angeboten werden“, hieß es aus der Arbeitsgruppe./hil



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