Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Prostatakrebs und Vorsorge

06.5.2011

Etwa alle 20 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mann an Prostatakrebs - oft ohne Anzeichen oder Symptome. Dennoch nutzen Männer deutlich weniger die Angebote zur Krebsfrüherkennung als zum Beispiel Frauen.

Die frühzeitige Erkennung ist Voraussetzung für gute Heilungschancen dieser Krebsart.Denn merke:

Prostatakrebs im Frühstadium ist heilbar

Wer sollte wann zur Vorsorge gehen?

1.) Alle Männer ab dem 45. Lebensjahr mindestens 1x jährlich

2.) Männer ab dem 40. Lebensjahr mit familiärer Vorbelastung d.h. Prostatakrebs beim Bruder, Vater oder Sohn

Welche Untersuchungen?

Empfohlene Untersuchungen bei der Vorsorge von Prostatakrebs sind:

1.) Anamnese,
das ist die Erhebung einer ausführlichen Patientengeschichte Beschwerden beim Urinieren, Blut im Urin oder in Spermien, Schmerzen in der Wirbelsäule usw..

2.) Digital rektale Untersuchung (DRU):
Mit dem Finger (digitus) manuelles Ertasten der Prostata vom Enddarm aus gehört zu den wichtigsten Vorsorgeuntersuchungsmaßnahmen.

3.) Blutuntersuchungen und hier besonders der sog. PSA-Wert (Prostata Spezifisches Antigen):
PSA ist im Prostatasekret enthalten und kann auch im Blut nachgewiesen werden. Dieser Wert ist oft (aber nicht ausschließlich) bei Prostatakrebs erhöht und kann so als Frühzeichen einer möglichen bösartigen Prostatageschwulst dienen. Der PSA-Wert ist
- altersabhängig ( Für Männer zwischen 40 und 49 Jahren liegt die kritische Grenze bei 1,25 Nanogramm pro Milliliter, für Männer zwischen 50 und 59 bei 1,75, zwischen 60 und 69 bei 2,25 und bis 79 bei 3,25.)
- ist von der Größe der Vorsteherdrüse und
- ist insbesondere durch seinen Verlauf, seine Veränderung aussagekräftig.

Es ist deswegen außerordentlich wichtig regelmäßige PSA-Kontrollen bei einem erfahrenen Urologen durchzuführen. Die Bestimmung des PSA-Werts bildet einer der Hauptsäulen der Prostatakrebsvorsorge.

4.) Transrektale Ultrasschalluntersuchung der Prostata (TRUS):
Untersuchung der Prostata mittels Ultraschall vom Enddarm aus.

5) weiterführende Untersuchungen:
Beim begründeten Verdacht einer bösartigen Geschwulst der Prostata, können weiteren diagnostischen Maßnahmen erforderlich werden um das Vorliegen sicher festzustellen/auszuschließen und eine optimale Behandlung vorauszuplanen. Diese können, je nach Fragestellung, die Entnahme von Gewebeproben aus der Prostata (Prostatastanzbiopsien), weitere Bildgebung z.B CT-, MRT-Untersuchungen und Untersuchungen der Knochen beinhalten.

Ergänzung: Prof. Semjonow empfiehlt: PSA messen bereits mit 40 Jahren – wenn PSA dann kleiner 0,6 ng/ml, dann erst wieder mit 45 erneut PSA messen. Läge der PSA-Wert bei einem Mann mit 40 Jahren und darüber über 2,6 ng/ml oder steige er mehr als 0,35 ng/ml pro Jahr an, dann solle biopsiert werden.

siehe auch Früherkennung
siehe auch Blaubeerphänomen

Aktuell taucht im Internet mal wieder auf: Vorsorge ist entbehrlich.
Mag sein, für den einen, den anderen aber nicht z.B. für mich. Genausowenig glaube ich nämlich der Aussage: Sparen lohnt nicht. Warum? Weil ich mich immer frage: Wer sagt so etwas? und die zweite Frage: Warum sagt er so etwas, welchen Grund hat er oder sie?
Zum Thema "Vorsorge lohnt nicht" anbei einige Sätze vom dkfz-heidelberg

Ich persönlich beachte, beherzige und bevorzuge die nachfolgende Stellungnahme von einem der bekanntesten us-amerikanischen Urologen am Ende eines Interviews:

DOES PSA TESTING SAVE LIVES?
A Critical Analysis of Two Randomized Trials by Patrick C. Walsh, M.D

……What is the take home message?
If you are the kind of person who doesn’t wear a seat belt nor goes regularly to the dentist or your family doctor for a check-up and are not worried about dying from prostate cancer, do not undergo PSA testing. On the other hand if you are a healthy man age 55-69 who does not want to die from prostate cancer, ……… that PSA testing can save your life.

Freie Übersetzung:
Was ist die Botschaft, die Sie mit nach Hause nehmen können?
Wenn Sie jemand sind, der keinen Sicherheitsgurt anlegt, der nicht regelmäßig zum Zahnarzt geht, keinen Gesundheits-Check-Up beim Hausarzt machen läßt und auch keinen PSA-Test, sind Sie nicht besorgt, an Prostatakrebs zu sterben. Wenn Sie jedoch ein gesunder Mann im Alter von 55-69 sind, der nicht an Prostatakrebs sterben will, kann der PSA-Test Ihr Leben retten.

letzte Aktualisierung im Mai 2011

Soweit keine Quelle angegeben ist, sind die Texte auszugsweise zusammengestellt von verschiedenen Internetquellen, dem BPS-Magazin und BPS-Forum (Mitteilungsorgan des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.), Werbeschriften und Dokumentationen von einschlägigen Unternehmen und Institutionen, eigenen Aufzeichnungen anläßlich von Besuchen auf urologischen Kongressen und Symposien, Seminaren und Vorträgen von Referentenvorträgen vor unserer Selbsthilfegruppe in Bielefeld und anschließend weitgehend laienverständlich aufbereitet, soweit ich dazu als medizinischer Laie in der Lage bin.



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