Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Prostatakrebs und Operation vrs. wachtful waiting

30.8.2005

Die "Bravo der Senioren" wird sie respektlos genannt, die Apotheken Umschau. Jetzt berichtet das Gesundheitsmagazin über eine neue schwedische Studie zur Behandlung des Prostatakrebses, dass die allenthalben in Kritik und wegen der Nebenwirkung fast in Verruf geratene Operation doch wohl nicht ein so wirkungsloses Vorgehen gegen den Prostatakrfebs sei.

Experten auch die Selbsternannten waren zunehmend der Meinung, die radikale Entfernung der Prostata sei eine unnötige Belastung und verbessere die Überlebenszeit nicht. In der schwedischen Studie, von der die Umschau berichtet, wurden 697 Erkrankte in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe wurde operiert, die andere nicht.

Die Forscher von der Universität Uppsala teilten 697 Patienten mit Prostatakrebs im Frühstadium zufällig in zwei Gruppen auf. Bei der ersten Gruppe wurde eine Radikaloperation der Prostata durchgeführt (347 Patienten) wohingegen in der zweiten Gruppe (348 Patienten) lediglich regelmäßige Kontrollen und bei Tumorwachstum nicht-operative Therapien eingesetzt wurden. Nach einer Beobachtungsphase von 8,2 Jahren zeigte sich, dass in der operierten Gruppe 30 Patienten (8,6%) tumorbedingt verstarben, wohingegen in der zweiten - lediglich kontrollierten - Gruppe 50 Patienten (14,4%) im gleichen Zeitraum am Prostatakrebs verstorben sind. Neben einer Senkung der Sterblichkeit zeigte sich als zweiter, wesentlicher Aspekt der Studie, dass in der operierten Patienten-Gruppe deutlich weniger Metastasen (10,7% weniger) und lokale Komplikationen (25,1% weniger) auftraten als in der nicht-operierten Gruppe.

In einem Beobachtungszeitraum von acht Jahren starben von den nicht operierten Patienten, also Watchful Waiting-Patienten doppelt so viele an der Erkrankung.

August 2005



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