Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Therapie von Knochenmetastasen mit Rhenium, Samarium, Strontium

18.4.2011

Zur Schmerzreduktion werden Radionuklide wie Strontium-89, Rhenium-186 und Samarium-153 eingesetzt.

In einer randomisierten Phase II Studie an Patienten mit hormonrefraktärem PCa und multiplen Knochenmetastasen zeigte sich nach wiederholter Anwendung in 40 Prozent der Fälle eine PSA-Reduktion und die mittlere Überlebenszeit war mit 13 Monaten deutlich besser als bei Patienten, die nur einmal mit Rhenium-188 therapiert wurden.Ausserdem sei der analgetische Effekt deutlich besser.

Daraus wird geschlußfolgert, eine Therapie mit Rhenium-188 könnte eine sinnvolle Ergänzung in der Behandlung von hormonrefraktärem Prostatakarzinomen mit Knochenmetastasen sein.

Quelle: Journal of Clinical Oncology, 2003

Ergänzung:
Therapie mit Samarium: Ungefähr nach vier Tagen tritt eine Besserung der Schmerzen ein. Nach 3 oder 4 Monaten muss die sehr teure Therapie ggf. wiederholt werden.

Ein Forumteilnehmer beim BPS schrieb zum Thema: Innerhalb der ersten 4 Wochen nach Therapie ist mit einem Thrombozyten- und evtl. Leukozytenabfall zu rechnen. Dies normalisiert sich anschließend wieder.

.....Hinweise, dass das Samarium schädigend auf die Krebszellen wirkt und somit nicht nur die Schmerzen positiv beeinflusst, sondern auch das weitere Wachstum der Metastasen verzögert.

Die Samarium-Therapie wird für den Patienten individuell bei der Krankenkasse beantragt, da die Substanz sehr teuer ist. Nachdem die Genehmigung dann vorliegt, kann das Mittel bestellt werden. Am vereinbarten Therapietermin wird das Samarium in die Vene des Betroffenen gespritzt. Einen Tag später erfolgt dann eine Ganzkörperuntersuchung, um die Verteilung des Samariums in den Knochenmetastasen zu dokumentieren.

Ziele der Behandlung seien, so war weiter zu lesen, Analgesie, Dosisreduktion der Analgetika und Minderung der durch die Schmerzen entstandenen psychischen und psychosomatischen Beeinträchtigungen. Dem Patienten würde die noch verbleibende Lebenszeit deutlich erleichtert; mit einer Lebensverlängerung sei nicht zu rechnen.

Ergänzung:
Radionukleidtherapien erhalten üblicherweise nur Patienten mit Knochenmetastasen.
Der Arzt wird vorher das Blutbild und die Nierenfunktion kontrollieren.
Vor Beginn der Radionukleidtherapie wird die Therapie mit Bisphosphonaten abgesetzt, ebenso eine Chemotherapie.
Etwas überraschend ist die anfängliche Schmerzverstärkung, die in den ersten Tagen auftritt und zusätzlich mit Schmerzmitteln behandelt wird.
Die Abnahme der weissen Blutkörperchen (Leukozyten)und der roten Blutplättchen (Thrombozyten) ist i.d.R. nur vorübergehend für einige Wochen.
Bereits nach einer Woche tritt bei den Patienten die Wirkung der Radionukleide zu spüren, zumeist mit einer deutlichen Abnahme der Schmerzen. Die Wirkung kann mehrere Monate anhalten. Die Radionukleidtherapie kann mehrfach wiederholt werden.
Vorsicht: Wiederholung jedoch erst, wenn sich das Knochenmark von der vorherigen Radionukleidtherapie erholt hat.

Während der Therapie:
Vor jeder Infusion des Radionuklids mindestens so viel trinken (Wasser, Tee oder Saft), daß die Blase gefüllt ist. Andernfalls können Probleme mit der Blasenschleimhaut entstehen.

Nach der Injektion des Radionuklids wieder reichlich trinken. So werden Radionukleide, die sich nicht an die Knochenmetastasen gebunden haben (das ist ungefähr ein Drittel der Infusionsmenge), schnell wieder ausgeschieden.

Der Urin ist für etwa 12 Stunden nach der Injektion radioaktiv! Daher auf der Toilette peinlichst aufpassen: Spritzer vermeiden (Männer im Sitzen pinkeln), statt einmal in den ersten Tagen nach der Radionukleidinfusion 2x die Toilette spülen und die Hände sehr gründlich (gründlich ist nicht genug!) waschen.

Bei Inkontinenz empfiehlt es sich, aus Sicherheitsgründen den Urin am ersten Tag nach der Radionukleidinfusion per Katheter abzuleiten.

Bei Verschmutzung der Wäsche durch Urin in den ersten zwei tagen, diese Wäsche separat lagern und separat waschen.

Ähnlich wie bei Brachytherapie sollte vorsorglicher Strahlenschutz beachtet werden. Deshalb vorsorglich in der ersten Woche nach der Infusion Körperkontakt mit Schwangeren und mit Kleinkindern vermieden werden, um eine unnötige Strahlenbelastung auszuschließen.

Hinweis:
Auf der Webseite http://www.quadramed.de erhalten Interessenten Hinweise, wo sich die nächste Behandlungsmöglichkeit mit Radionukleiden, hier mit Samarium, befindet.

Hier gibt es eine Broschüre zur Therapie mit Samarium: Schmerztherapie

letzte Aktualisierung im April 2011



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