Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

NE-Status bestimmen lassen

09.9.2005

Die neueroendokrinen Tumorzellen sprechen wegen ihrer zellbiologischen Eigenschaften wenig oder gar nicht auf eine Androgenentzugs- oder Strahlentherapie an. Sie sind in nahezu allen Adenokarzenomen der Prostata zu finden. Nachweisbar sind sie jedoch nur mit Hilfe der Immunhistochemie. Sie werden deshalb bei Routineuntersuchungen nicht erkannt.

Ihre Wachstumsfunktionen werden von den zirkulierenden Androgenen nicht beeinflußt, denn diesen NE-Zellen fehlt der Androgenrezeptor. Sie sind von Anfang an androgenunsensibel und hormonrefraktär. Sie sind auch weitgehend resistent gegenüber dem programmierten Zelltod. Der findet im Prostatakarzinom nur in exokrinen Tumorzellen statt. Da sie auch noch relativ strahlenrestistent sind, sind die NE-Zellen daher wohl unsterblich. Das ist wichtig zu wissen und bedeutet: Vor einer Strahlentherapie erst den NE-Status bestimmen lassen.

Mindestens 10 Prozent aller gewöhnlichen Adenokarzinome der prostata weisen eine ausgedehnte NE-Differenzierung auf, die man mit dem Chromagranin A Marker nachweisen kann. Es erscheint möglich, dass im Verlauf einer intermittierenden Androgenblockade ein Teil der Tumorzellen ihre neuroendokrine Eigenschaft verlieren und durch die Unterbrechung der Therapie wieder die behandelbare, exokrine Eigenschaft annehmen.

In der Wissenschaft ist man der Meinung, ein Chromagranin-A-Anstieg bei lokal fortgeschrittenen und hormonell therapierten Prostatakarzinomen eilt dem PSA-Anstieg voraus und könnte deshalb ein frühes Anzeichen der Androgenresistenz sein.

Weitere Infos unter "neuroendokrine Tumorzellen" und unter "Chromogranin A"



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