Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Kontrastmittel

20.9.2005

Kontrastmittel sind Pharmazeutika, die bei der Diagnose helfen, zwei nebeneinander liegende Gewebe von einander zu unterscheiden.

Es gibt zunächst einmal Kontrastmittel, die sich nach einer Infusion über eine Vene im Körper verteilen (Extrazelluläre Kontrastmittel). Sie dringen nicht in Gewebezellen ein.

Dann gibt es zell- oder gewebespezifische Kontrastmittel. Nach einer Infusion verteilen sie sich auch im Körper, werden dabei aber nur von ganz bestimmten Zellen des Gewebes aufgenommen. Typische Vertreter dieser Art von Kontrastmitteln sind Eisenoxidteilchen. Hier werden unterschieden:

- SPIO d.h. Small superParamagnetic Iron Oxide cristals und die noch kleineren
- USPIO d.h. UltraSmall superParamagnetic Iron Oxide crystals

Bei USPIO werden diese kleinen Eisenteilchen (die Größe liegt im Nanobereich) nach Infusion über eine Vene von den im Blut zirkulierenden Makrophagen (siehe Erläuterung) aufgenommen. In einem entzündlichen Krankheitsbereich speichern die Makrophagen die Eisenteilchen, im Tumorbereich jedoch nicht.

Das bedeutet, dass mittels USPIO und MRT(MRT verstärkt!) vorausgesagt werden kann, ob ein Lymphknotenbefall vorliegt oder nicht.

Erläuterung: Makrophagen sind sogenannte "Fresszellen". Sie sind wesentlicher Bestandteil des Immunsystems. Sie erkennen fremde Eiweisstrukturen, umschliessen die in den Körper eingedrungene Erreger, ziehen sie dann in ihr Zellinneres und bauen sie dort ab.

September 2005

Ergänzung 01_2015
Kontrastmittel (abgekürzt KM) werden bei der CT- und der MRT-Untersuchung entweder getrunken oder in eine Vene gespritzt; bei Gelenkuntersuchungen manchmal auch in ein Gelenk, bei solchen des Rückenmarkkanals in den Spinalkanal der Lendenwirbelsäule gespritzt.

Verträglichkeit - Unverträglichkeit - Nebenwirkungen - Allergie
Wer schon unangenehme Erfahrungen mit KM gemacht hat, sollte den untersuchenden Arzt unbedingt vorher ansprechen, damit die Frage geprüft werden kann, ob Ihr diagnostisches Anliegen auch mit dem Kontrastmittel für Röntgen oder CT oder MRT geklärt werden kann. Das gilt insbesondere bei Funktionsstörungen der Schilddrüse  und der Struma wegen der jodhaltigen KM .
In seltenen Fällen kann die KM-Gabe jedoch Unverträglichkeits- und ganz selten allergische Reaktionen auslösen wie Übelkeit, Brechreiz Hautausschlag. Das geht i.d.R. rasch vorbei. Besser wäre es aber, wenn man ca. 2 Stunden vor der KM-Gabe nichts ißt. Das gilt in noch viel stärkerem Maße, wenn radioaktive Kontrastmittel wie z.B. bei Cholin PET/CT verwendet werden.

01/2015 WDF



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