Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Vitamin D

08.12.2011

Wie sinnvoll ist die Ergänzung mit Vitamin D?

Vitamin D
Dieses "Sonnenlicht" Vitamin, das besonders durch seine Rolle im Calciumstoffwechsel und der Behandlung von Osteoporose bekannt ist, wird von vielen Wissenschaftlern eher als Hormon, denn als Vitamin gesehen. Wie dem auch sei, es hat sich gezeigt, dass ein Mangel an Vitamin D mit der Entwicklung von Prostatakrebs in Verbindung gebracht werden muss (Registrierung hoher PSA-Werte, dem Biomarker für diese Krebsform).

Es gibt Belege, wonach Männer mit einem niedrigen (erniedrigten) Vitamin-D3-Spiegel ein erhöhtes Prostatakarzinomrisiko ausweisen. Vitamin D stellt in Abhängigkeit von der genetischen Disposition (Veranlagung) einen schützenden Faktor dar. Dies bedeutet aber auch: Zusätzliche Zufuhr von Vitamin D hat nur bei bestimmten Männern (Patienten mit dem Vitamin-D-Rezeptorgen) einen Nutzen.

Klotz, Th. Prostatakarzinom-Nahrungsergänzung; Blickpunkt Der Mann 1/2005
November 2005

Ergänzung:
Therapeutische Anwendungsgebiete für Vitamin D-Derivate
Mittlerweile ist bekannt, dass über dreißig Gewebe einen Vitamin D-Rezeptor exprimieren, an dem bestimmte Vitamin D3 und Analoga andocken können. Außerdem ist für mehr als fünfzig Gene die Modulation der Transkription durch Vitamin D3 belegt worden. Aufgrund dieser Erkenntnis wird neben dem Einsatz von Vitamin D und Analoga zu den klassischen Gebieten gegen Rachitis, Osteoporose und renaler Osteopathie deren Einsatz in der Krebsprävention diskutiert.

Es gibt intensive Studien bzgl. des Einsatzes von Vitamin D und seinen Metaboliten aber nicht nur in der Krebsprävention sondern auch –therapie ab. Vitamin D-Metabolite haben antiproliferative Effekte in einer Reihe verschiedener Zelllinien inclusive der malignen Zellen, andererseits lösen sie die Zellreifung und –differenzierung und auch die Apoptose aus (Feldman et al., 1995; Guyton et al., 2001).

In verschiedenen Untersuchungen haben sich Hinweise darauf ergeben, dass ein Zusammenhang besteht zwischen geringer UV-Licht Bestrahlung bzw. Vitamin D-Mangel und einem erhöhten Risiko an verschiedenen Krebsarten wie Brust-, Dickdarm-, Prostata- und Hautkrebs zu erkranken.

Um eine Hemmung des Tumorwachstums zu erreichen, sind sehr hohe Dosen an Vitamin D bzw. dessen Analoga notwendig, was deren Einsatz durch das Auftreten von systemischen Nebenwirkungen, insbesondere einer Hypercalcämie, stark einschränkt.

Neuere Vitamin D3-Analoga werden so verändert, dass eine unerwünschte calcämische Wirkung nur noch in eingeschränktem Maße auftritt, aber trotzdem die antitumoralen Effekte erhalten bleiben.

Literaturhinweis u.a.:
Polek TC, Weigel NL (2002)
Vitamin D and prostata cancer.
J Androl 23: 9-17

weitere Ergänzung

Auch wenn Vitamin C und E sowie Selen offensichtlich nicht wie erhofft vor Krebs schützen: Vitamin D kann das anscheinend. Darauf weist Edward Giovannucci von der Harvard Universität in einem Übersichtsartikel hin. Giovannucci fasst die Ergebnisse der Harvard-Kohortenstudien zusammen, die neben zahlreichen Fragestellungen auch der Vitamin-D-Hypothese nachgingen. Es handelt sich dabei um die Nurses Health Study (NHS), die Health Professionals Follow-Up Study (HPFS) und die Physicians Health Study (PHS).

Sowohl bei Männern als auch bei Frauen ging die Aufnahme von Vitamin D mit einem erniedrigten Risiko für Pankreaskarzinome einher: Das relative Risiko betrug 0,59 bei täglicher Aufnahme von mindestens 600 IU, verglichen mit weniger als 150 IU.

Kein Zusammenhang zeigte sich dagegen für das Prostatakarzinom.

Ergänzung
Kommentar meiner Apothekerin: Da es sich bei Vitamin D3 um ein fettlösliches Vitamin handelt, ist es sinnvoll, die Tabletten zu einer Mahlzeit einzunehmen, die auch etwas Fett enthält.
Überdosierungen sollten vermieden werden , da diese zu Kalkablagerungen in den Gefäßen und in den Nieren führen können.
Hin und wieder Calciumspiegel überprüfen!

Weitere Ergänzung:
Beobachtungsstudien mit grossen Kohorten haben eine signifikante Assoziation zwischen geringen 25-OH-D3-Spiegeln und einem erhöhten Risiko für metabolisches Syndrom, Athero sklerose, Krebserkrankungen sowie Immunkrankheiten wie Diabetes mellitus und multiple Sklerose gezeigt.
Unklar ist bis heute auch die angemessene Dosierung von Vitamin D.Die höchste tolerierbare Tagesdosis von Vitamin D ist vom Institute of Medicine (IOM) mit 4000 IE täglich angegeben. Ob höhere Dosierungen langfristig sicher sind, ist unklar.Im vergangenen Jahr hat die International Osteoporosis Foundation ein Positionspapier verabschiedet, das (auf Beobachtungsstudien basierend) nunmehr ein Ziel von 30 ng/ml bei älteren Personen anstrebt und eine Vitamin-D-Aufnahme von 2000 IE pro Tag für notwendig erachtet, um dieses Ziel zu erreichen.Das IOM ist eine US-amerikanische Non-Profit-Organisation, die im Auftrag der Regierung Gutachten anfertigt.
Quelle: Clifford J. Rosen: Vitamin D insufficiency. N Engl J Med 2011; 364: 248–254.

Der Vitamin-D-Spiegel sollte zweimal pro Jahr bestimmt werden. Denn, ist der Mangel erkannt, dann kann er durch eine Vitamin-D-Supplementation, zum Beispiel in Tablettenform, ausgeglichen werden. Bis zu 4.000 IE täglich können - so das Institute of Medicine in Washington - gefahrlos eingenommen werden.

letzte Aktualisierung im März 2009/Mai 2011/September 2011/Dezember 2011/April 2015



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