Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
E-Mail: info@prostata-sh.info

PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Östrogene

23.12.2011

Östrogen - Weibliches Geschlechtshormon

Östrogene - am bekanntesten ist Fosfestrol (Honvan®), das zu Diäthylstilböstrol metabolisiert wird - hemmen die Sekretion von LHRH im Hypothalamus und von LH in der Hypophyse, was sekundär zu einer Senkung des Testosteronspiegels führt.

Östrogene führen bei der hormonellen Behandlung von Prostatakrebs zu kardiovaskulären Gefahren, z.B. erhöhtes Thromboembolierisiko.

persönliche Bemerkung:
M.E. kein Medikament der ersten Wahl.

August 2004

Nachtrag: Honvan soll angeblich nicht mehr vertrieben werden(zu billig!?!?).

Honvan, ein Oestrogenabkömmling, soll aber deutlich wirksamer als eine Chemotherapie und mit weniger Nebenwirkungen sein. Ein Urologe im bps-Forum berichtet von PSA Abfällen von 4500 ng/ml auf 1ng/ml in 4 Wochen. Von dort war auch eine derzeit noch mögliche Behandlung in
Allgemeines Krankenhaus Celle
Klinik für Urologie,
Andrologie und Kinderurologie
Siemensplatz 4
20223 Celle
05141-72-0

zu erfahren.

März 2005

Ergänzung:
In einem medizinischen Beitrag auf einer schweizer Webseite fand ich jüngst folgende Hinweise zu Östrogenen/Gestagenen:

Bei Männern verringern Gestagene die Menge des männlichen Geschlechtshormons Testosteron und besetzen im Tumorgewebe die Bindungsstellen für dieses Hormon. Damit blockieren sie das Wachstum des Tumors.

Anwendung Gestagene nehmen Männer mit Prostatakrebs als Tabletten ein oder bekommen sie in die Muskulatur gespritzt oder als Pflaster auf die Haut.

Achtung: Unter folgenden Bedingungen dürfen Männer mit Prostatakrebs keine Östrogene/Gestagene bekommen:

 

Unerwünschte Wirkungen.
Bei Krebs werden die Mittel 10- bis 100-mal so hoch dosiert wie sonst üblich, so dass die unerwünschten Wirkungen häufiger vorkommen und oft stärker ausgeprägt sind.

Die appetitanregende Wirkung der Östrogene/Gestagene wird von Krebskranken oft positiv empfunden. Deshalb auf Gewichtszunahme achten durch eine tägliche Ernährungsbilanz, denn Wer mehr isst als er verbraucht nimmt zu!

Ergänzung:
Man sollte bei oraler Östrogeneinnahme gleichzeitig mit Marcumar oder ähnlichen Medikamenten dem Risiko der übermäßigen Blutgerinnung entgegenwirken.
Ob Aspirin hilft ist fraglich.

Zu der Frage: Sollte im Fall einer gegengeschlechtlichen Therapie mit Östrogen eine Blutverdünnung erfolgen und wenn ja, reicht ASS? äußert sich Prof. Schostak im BPS-Forum wie folgt:

Eine Östrogentherapie hat bei Männern ein deutlich erhöhtes Risiko für thrombolembolische Komplikationen zur Folge. Das können Thrombosen, Lungenembolien, Herzinfarkte und Schlaganfälle sein. Dieses Risiko besteht grundsätzlich zwar auch bei einer Hormonentzugstherapie, z.B. mit einem LHRH-Analogon, ist jedoch sehr deutlich kleiner. So wird in der offiziellen Aufklärung zur medikamentösen Hormonabsenkung bei Prostatakrebs das Thema nur bei den Östrogenen ausführlich beschrieben.

Ein Forumsmitglied meinte im Rahmen der Diskussion rund um Östrogene, er nehme einfach ASS zur Prophylaxe.

Zu diesem Thema gibt es eine S3-Leitlinie: "Prophylaxe der venösen Thromboembolie (VTE) vom 8.5.2010." Darin steht folgender Text (von mir in Auszügen dargestellt):
•Zur medikamentösen VTE-Prophylaxe stehen Heparine, Fondaparinux und andere Antikoagulantien zur Verfügung: Danaparoid, Faktor Xa-Inhibitoren, Thrombininhibitoren, Vitamin-K-Antagonisten (Kumarine).
•Niedermolekulare Heparine sollen bevorzugt eingesetzt werden.
•ASS sollte zur VTE-Prophylaxe nicht eingesetzt werden.

Also ein klares Fazit: Kein ASS!

Wenn eine Blutgerinnungshemmung sein soll oder muß, ist niedermolekulares Heparin am besten (Subcutanspritzen). Als Tabletten sind Kumarine verbreitet (z.B. Marcumar) Für mich ist eine Therapie mit Östrogen oder Östrogenanaloga wie Estramustin in den meisten Fällen eine Indikation zur Blutverdünnung.

siehe auch Östrogenpräparate

letzte Aktualisierung im April 2007/Dez. 2011

Soweit keine Quelle angegeben ist, sind die Texte auszugsweise zusammengestellt von verschiedenen Internetquellen, dem BPS-Magazin und BPS-Forum (Mitteilungsorgan des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.), Werbeschriften und Dokumentationen von einschlägigen Unternehmen und Institutionen, eigenen Aufzeichnungen anläßlich von Besuchen auf urologischen Kongressen und Symposien, Seminaren und Auszüge von Referentenvorträgen vor unserer Selbsthilfegruppe in Bielefeld und anschließend weitgehend laienverständlich aufbereitet, soweit ich dazu als medizinischer Laie in der Lage bin.WDF

 



Zurück