Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

R1

03.6.2010

bedeutet histologisch: Resttumor;

Dr. Bliemeister:

Selten gelingt es einem Operateur die Prostata komplett von der Blase abzulösen, ohne dass einige Zellnester verbleiben. Der nachuntersuchende Pathologe beurteilt lediglich, ob das PCa in toto entfernt werden konnte.

Falls nicht, dokumentiert er eben die R-Resektion.

Zielsetzung seiner Bemühungen ist nicht zu beurteilen, ob die Drüse vielleicht inkomplett entfernt wurde. Aber Sie müssen wissen dass verbleibende gesunde Prostatazellen auch weiterhin tun, wozu sie da sind: nämlich proliferieren und PSA sezernieren
Ergo steigt PSA an.
Es ist bekannt, dass nach kurativer RT beim PCa PSA niemals null wird.
Warum nicht ?
Prostatazellen erholen sich nach RT und produzieren weiter PSA.

All das ist zu bedenken, bevor Sie sich zur RT Ihres PSA entscheiden.

Ergänzung:
Wichtig ist, wie wurde die R1 Situation beschrieben? Welche konkrete Aussage hat der Pathologe machen können? Bei verbliebenem Tumor im Körper leitet sich die Frage ab, ob man sofort eine weitere Therapie einleiten soll oder aber erst bei einem PSA Anstieg.

Wenn z.B. die R1 Resektion nicht gesichert ist. kann man mit dem Therapiebeginn noch zuwarten, bis die PSA-Werte wieder steigen. Es sollte aber sofort reagiert werden, wenn der PSA-Wert steigt.

Spätestens bei 0,2 sollte dann z.B. eine Bestrahlung eingeleitet werden.

weitere Ergänzung
ein Strahlentherapeut meint,

ein R1-Status oder >pT2c sind Kriterien für eine postoperative Bestrahlung. Die Bestrahlung führt in diesen Situationen nachweislich zu einer Verlängerung des PSA-rezidivfreien Intervalls und des metastasenfreien Intervalls. Diese Aussagen sind durch randomisierte Studien gesichert.

nochmal zu R1 vom Strahlentherapeuten aus dem BPS-Forum:

Es gibt bislang keinen Beweis dafür, dass eine Strahlentherapie nach R1-Resektion und/oder pT3a-Stadium direkt nach der OP einen Vorteil gegenüber einem abwartenden Vorgehen und Beginn bei steigendem PSA-Wert erbringt.
Wenn die Kontinenz noch nicht vollständig ist, aber Fortschritte durch die Beckenbodengymnastik und mit der Zeit sichtbar sind, dann empfiehlt sich abzuwarten bis dies der Fall ist und dann erst mit der Bestrahlung zu beginnen.
Voraussetzung dafür ist, dass der PSA ruhig bleibt und kein deutlicher Antieg zu verzeichnen ist.

letzte Aktualisierung im Juni 2010

siehe auch Absetzungsränder oder
Margins



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