Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Prostatitis

16.12.2010

...ist der medizinische Sammelbegriff für Entzündungen der Prostata

Man unterscheidet
- akute
- bakterielle
- chronische
- granulomatöse
- tuberkulöse Prostatitis.

Ursache der akuten Prostatitis, etwa 12% aller Fälle, sind am häufigsten Chlamydien, Mykoplasmen, Trichomonaden (tierische Einzeller) und Viren.
Die bakterielle Prostatitis wird durch die Stäbchenbakterien Escherichia coli ausgelöst, beginnend in der Harnröhre.
Die chronische Prostatitis, etwa 77% aller Fälle, wird durch eine bakterielle Mischinfektion bei Sekretstau ausgelöst.
Die nichtspezifische granulomatöse Prostatitis, etwa 4% aller Fälle, wird entweder durch einen Riss der Harngänge verursacht, wobei sich Sekret in den Zwischenraum entleeren kann oder nach einer transurethralen Elektroresektion (Entfernung von erkrankten Organteilen durch die Harnröhre).
Die tuberkulöse Prostatitis ist meist Folge einer Harnblasenentzündung. Die tuberkulösen Granulome liegen oft in der Peripherie der Prostata und können mit einer höckerigen Oberfläche ein Karzinom vortäuschen

Ganz allgemein unterscheiden wir medizinischen Laien chronische oder akute Prostatitis

erkennbar an z.T. schmerzhaften Problemen beim Wasserlassen

bei akuter Prostatitis ev. hohes Fieber und Harnverhalt

Eine akute Prostatitis kann verantwortlich sein für einen hohen PSA-Wert, ohne Vorhandensein eines PCa.

Bei einer Prostatitis bakteriellen Ursprungs kann der PSA-Wert auch "hüpfen", mal rauf, mal runter, mal rauf...

Solange zu vermuten ist, ein überhöhter oder zu hoher PSA-Wert habe seine Ursache in einer akuten Prostatitis (da können im Einzelfall durchaus PSA-Werte von 80, 100 oder noch mehr festgestellt werden), mit dem Arzt eine Behandlung der Entzündlichkeit besprechen, danach erneut PSA messen; voher keine Biopsie machen lassen.

Dr. Eichhorn: Das Problem der Prostatitisbehandlung ist das eingedickte Sekret in den Prostatadrüsen - ein unendliches Reservoir für Bakterien aber mit Medikamenten praktisch nicht zu erreichen!

 

Das Problem der PSA-Erhöhung durch eine Entzündung liegt darin, eine Tumorerkrankung nicht zu übersehen oder mit erheblicher Verzögerung zu diagnostizieren. Daher kann eine vorübergehende antibiotische Behandlung sinnvoll sei, der PSA-Wert wird vor und nach der Antibiotikatherapie bestimmt, damit läßt sich das Ausmaß der PSA Erhöhung durch eine entzündliche Komponente einigermaßen klären.
sagt der Experte Schultze-Seemann in einem anderen Forum.

aus der Arbeit einer Gutachterkommission:
Prostatitis und Prostatakarzinom sind häufige Erkrankungen, die vielfach gleichzeitig vorkommen und ähnliche Symptome haben können. Hierzu gehören erhöhte Werte des prostataspezifischen Antigens sowie Verhärtungen und Unregelmäßigkeiten der Prostataoberfläche. Zu unterscheiden sind beide Erkrankungen dadurch, dass bei der Prostatitis erhöhte PSA-Werte spontan oder unter geeigneter Antibiotikatherapie (Gyrase-Hemmer) allmählich abfallen, beim Prostatakarzinom dagegen kontinuierlich ansteigen, sowie durch den bioptischen Nachweis . Da beide Erkrankungen den Patienten ganz unterschiedlich bedrohen, ist ihre konsequente Differentialdiagnostik zwingend geboten.

 

Chronisch entzündliche Vorgänge sind gut belegte Risikofaktoren nicht nur zur Entwicklung eines Prostata-Karzinoms, sondern auch für andere Karzinome
Dr. F. Eichhorn, Bad Reichenhall

Der Urologe fs aus dem BPS-Forum schreibt zum Thema chronische Prostatitis

......die ist medikamentös schwierig zu behandeln, da sich die Bakterien "in das Drüsensekret zurückziehen" und da die Antibiotika kaum hinkommen. Wir machen in diesem Falle eine Ausschabung (TURP) der Prostata, um die Entzündung "herauszuschneiden".
Danach kommt es dann in aller Regel zu einer Ausheilung und PSA fällt dann in Folge meistens unter 1.0.
Inkontinenz und Impotenz gibt es bei der TURP im Gegensatz zur radikalen Prostatektomie eigentlich nicht, nur der Samenerguß bleibt aus.

Ergänzung aus dem Internet:
Bei der akuten und chronischen bakteriellen Prostatitis können pathogene Erreger ursächlich nachgewiesen werden. Eine ausreichend lange Antibiotikatherapie wird daher empfohlen. 90 Prozent der Patienten leiden an einer chronischen (abakteriellen) Prostatitis/einem chronischen Beckenschmerzsyndrom (CP/CPPS). Ob eine Infektion auch hier ursächlich ist, ist unklar.

mehr siehe Entzündung der Prostata

letzte Aktualisierung im Dezember 2010

Soweit keine Quelle angegeben ist, sind die Texte auszugsweise zusammengestellt von verschiedenen Internetquellen, dem BPS-Magazin und BPS-Forum (Mitteilungsorgan des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.), Werbeschriften und Dokumentationen von einschlägigen Unternehmen und Institutionen, eigenen Aufzeichnungen anläßlich von Besuchen auf urologischen Kongressen und Symposien, Seminaren und Auszüge von Referentenvorträgen vor unserer Selbsthilfegruppe in Bielefeld und anschließend weitgehend laienverständlich aufbereitet, soweit ich dazu als medizinischer Laie in der Lage bin.WDF

 



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