Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Rezidiv

10.1.2011

Das ist ein „Rückfall“, ein Wiederauftreten der Krankheit oder z.B. als Tumor-Rezidiv nach zunächst (scheinbar völlig) erfolgreicher Operation oder Strahlentherapie

Mai 2003

Ergänzung:

Wichtig ist, die PSA Verdopplungszeit zu betrachten. Ist diese unter 3 Monaten, spricht dies für eine Metastasierung ausserhalb der Prostata. Hier hilft aller Wahrscheinlichkeit nach nur eine Hormontherapie. Ist die Verdopplungszeit über einem Jahr, so spricht dies für ein Rezidiv in der Region der Prostata. Hier kann eine lokale Therapie wie die Bestrahlung weiter helfen.

Dass hier oftmals auch zusäzlich Hormone gegeben werden, wird darin begründet, dass in definierten Fällen eine gleichzeitige Bestrahlung und Hormontherapie einen supraadditiven Effekt haben kann.

Der Bereich einer Verdopplungszeit zwischen 3 Monaten und einem Jahr ist unklar, spricht aber auch eher für eine Metastasierung ausserhalb der Prostata.

Einige Kliniken fordern vor einer Bestrahlung der Region der ehemaligen Prostasta (Prostataloge) eine Biopsie, um sich Klarheit darüber zu verschaffen, ob der Tumor wieder in der Prostataloge aufgetreten ist.

August 2005

Ergänzung:
So ca. 30 bis 50 Prozent aller Männer haben nach einer radikalen Prostatektomie einen PSA-Anstieg. Mehr als die Hälfte davon erhält dann eine Hormontherapie. Zählt man Rezidive nach externer Bestrahlung oder Brachytherapie hinzu sind es sogar rund 90 Prozent, die eine Hormontherapie erhalten. Experten schätzen die Zahl der betroffenen Männer ungefähr auf 15.000 jährlich.

Der Nachweis eines Lokalrezidivs ist bei PSA-Werten unter 1 ng/ml nicht zuverlässig zu erbringen, es könnten sich nämlich Lymphknotenmetastasen gebildet haben. Die PSA-Verdopplungszeit ist da schon zuverlässiger. Aber immer wieder ist zu beaobachten und zu hören, dass sich Urologen direkt am PSA-Wert orinentieren, weniger an der Dymaik, geht es um die Entscheidung für oder gegen eine Hormontherapie. Der Gleasonscore spielt dabei eine wichtige Rolle. Je höher der GS, um so früher wird die Hormontherapie begonnen. Dabei ist eine intermittierende Hormonbehandlung mit Ausnahme der auftretenden Nebenwirkungen vergleichbar zu einer kontinuierlichen.

Der Interventionspunkt, damit ist der Beginn der Hormontherapie gemeint, wird doch recht unterschiedlich gehandhabt. Nach einer radikalen Prostatektomie hören wir in der Selbsthilfe von Interventionen beginnend bei 0,4 bis 10,0 ng/ml PSA und nach einer Bestrahlung von Interventionen bei 2,0 bis 20 ng/ml PSA.

Die Hormontherapie wird üblicherweise mit einem LHRH vorgenommen, das Flare-up wird mit einem Antiandrogen behandelt. Daneben beobachten wir eine sogenannte periphere Androgenblockade mit einem Antiandrogen (z.B. Casodex) und einem 5-alpha-Reduktasehemmer wie z.B. Proscar oder Avodart. Monotherapien mit nur einem Antiandrogen wurden uns nicht berichtet.

weitere Ergänzung
Hormontherapie bei ansteigenden PSA nach RPE
...dazu eine Strahlenexperte:

Die antihormonelle Therapie ist keine indizierte Behandlung beim steigenden PSA-Wert nach Operation bei asymptomatischem Patienten. Wenn man noch eine Chance auf Heilung wahrnehmen möchte, dann erst bestrahlen und hoffen, das das Problem lokal oder regionär ist.
Wenn die Bestrahlung nichts bringt und der PSA danach auf 1 oder so ähnlich ist, dann hat man auch nichts verpasst.

letzte Aktualisierung im August 2009



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