Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

EPO

24.5.2009

ganz kurz: Zellwachstumshormon

Hier die etwas ausführlichere Erklärung:

Erythropoetin (EPO) ist ein in der Niere produziertes körpereigenes Hormon (Glykoprotein), das die Bildung roter Blutzellen (Erythrozyten) in den Stammzellen des Knochenmarks anregt (und als Dopingmittel bekannt ist). Erythrozyten binden in der Lunge Sauerstoff und transportieren diesen zur Versorgung der Zellen in die verschiedenen Körperregionen wie die Muskulatur.
Die EPO-Wirkung bei der Erythrozytenbildung wird verstärkt durch verschiedene andere Hormone, wie zum Beispiel Androgene, Thyroxin und das Wachstumshormon.

Vorsicht: Allerdings lässt sich die Zahl der roten Blutkörperchen nicht unbegrenzt steigern, da es letztlich zu einer zu starken Bluteindickung käme, was die Transportkapazität des Herzens einschränken würde. EPO kann bei einer übermäßigen Einnahme aufgrund der starken Mehrbildung von Erythrozyten zur Gefahr einer Thrombose (Verklumpung des Blutes) bzw. zum Kreislaufversagen kommen.

Fazit:Ein gesteigerter Sauerstoffgehalt des Blutes nutzt nichts, wenn die Durchblutung abnimmt. Genau das passiert jedoch, wenn der optimale Hämatokrit (Hk) überschritten wird: Die Viskosität des Blutes nimmt zu, und das Herz kann die zunehmende Pumpleistung nicht mehr aufbringen. Wo der optimale Hk beim Menschen liegt, ist unbekannt.

Das jedoch ist eine neue Erkenntnis, nämlich dass EPO nicht nur die Blutbildung antreibt, sondern auch in Herz und Hirn zu wirken scheint. Der Zellrezeptor für Epo, weiß man heute, findet sich in ganz unterschiedlichen Organen. So fördert Epo offenbar das Neuronenwachstum im sich entwickelnden Gehirn, während es bei Erwachsenen womöglich die geistige Leistungskraft steigert. Tierexperimente ergaben, dass Erythropoetin in Herz und Hirn als ein körpereigenes Reparaturhormon fungiert und den Untergang geschädigter Zellen verhindert.

Um zu verhindern, dass es bei einer längerfristigen Epo-Gabe zu einer Verdickung des Bluts und zu gefährlichen Gerinnseln in den Blutgefäßen kommt wurde eine Molekülvariante, das carbamylierte Epo, kurz Cepo, entwickelt, mit einem Schutzeffekt auf Nervenzellen aber ohne die Blutbildung anzukurbeln. Das könnte sich für gezielte Therapien besser eignen, so eine Forscherin. Ein Betroffener unter Chemotherapie berichtet bzgl. EPO:
Der ergänzende Einsatz von EPO scheint sich zu bewähren. Der auf 8,2 g/dl abgesunkene Hämoglobinwert steigt wieder an. ......ergänzende Nahrungsergänzung mit Eisen (100 mg täglich für ca. 1 Woche). Anämie und Atemnot sind stark zurückgegangen. Gestiegen ist allerdings der Blutdruck. Neu ist ein leichter Druck im Schläfenbereich bei Anstrengungen bzw. bei "Positionsänderungen" Sitzen - Stehen, der aber nicht anhält.
Zu EPO ........ eine interessante Information: EPO, von dem ich allerdings bis dahin nur wusste, dass es Blutdoping sei, hat offensichtlich vielfältigere Wirkungen, wie aus einer Publikation der Universität Zürich vom vergangenen Oktober hervorgeht (http://www.unipublic.unizh.ch/magazin/gesundheit/2005/1892.html). So scheint EPO einen Einfluss auf die Atmung zu haben, wie aus der gleichen Publikation hervorgeht, und recht rasch Wirkung zu entfalten, was aber noch Gegenstand von Studien sein soll: Schnelle Wirkung auf die Atmung Bei Sauerstoffmangel findet man bereits nach wenigen Stunden einen hohen Epo-Level im Blut. Bis das Bluthormon allerdings wirkt und mehr sauerstoffbindende rote Blutkörperchen gebildet worden sind, vergehen etwa zwei Wochen. Gassmanns Team vermutete deshalb bei Sauerstoffmangel noch eine weitere, schnellere Wirkung von Epo. Und fand sie im Gehirn: Dort wirkt Epo direkt auf die respiratorischen Zentren und lässt die Atmung besser werden. Bisher erst bei Mäusen; doch zusammen mit einer dänischen Forschergruppe starten demnächst Untersuchungen bei jungen Erwachsenen, denen kontrolliert Epo gespritzt wird.

Ein Strahlentherapeut äußert sich im BPS-Forum auf die Aussage eines anderen Betroffenen "…Gegen niedrigen Hb-Wert (10,8) nehme ich Epo…." wie folgt:
"Das mit dem Epo sollte man sehr vorsichtig betreiben. Man muss zwischen einer sogenannten Tumoranämie und einer Chemotherapie-induzierten Anämie unterscheiden können. In der Regel ist EPO gegen Tumoranämie nur wenig wirksam und kann sogar schädlich wirken. Es gibt einige randomisierte Studien bei Patienten mit Lungetumoren und Kopf-Hals-Tumoren, wo die Gruppe mit EPO deutlich weniger überlebt hat.Bevor man EPO verschreibt sollte man wissen, warum man es gibt. Liegt ein Nierenproblem vor oder sind die Werte im Keller wegen der Chemo, dann kann man es verantworten. EPO aber nur gegen Tumoranämie ist weniger sinnvoll, da sind Bluttranfusionen besser (und billiger).
Bevor man mit einer EPO-Behandlung anfängt, sollte man den EPO-Spiegel im Blut bestimmen."

letzte Aktualisierung im Mai 2009


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