Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Kalzium und Prostatakrebs

23.9.2010

Kalzium bewirkt in unserem Körper weit mehr, als nur das Knochensystem zu stärken und der Osteoporose vorzubeugen.

Kalzium ist ein Mineralstoff, der für die Erhaltung des elektrolytischen Gleichgewichts im Organismus und für das richtige Funktionieren vieler Regulationsmechanismen unentbehrlich ist. Es gehört zu den wichtigsten Bestandteile des Knochengewebes und ist für die Nervenleitung, Kontraktion der quergestreiften Muskeln verantwortlich.

Kalzium kann auch das Risiko für Darmkrebs um bis zu 46 Prozent senken. Das zeigt die Auswertung einer Langzeit-Beobachtung von Frauen aus den 70er Jahren (1973 bis 1980).

In der Studie wurde deutlich: Am stärksten konnte das Krankheits-Risiko durch einen hohen Kalzium-Gehalt der Nahrung und durch die zusätzliche Aufnahme von Kalzium aus Nahrungsergänzungen verringert werden. Mit beiden Kalziumquellen sank das Darmkrebs-Risiko – mit minus 46 Prozent – am stärksten. Noch ungeklärt ist den Studienberichten zufolge, wie Kalzium zum Schutz vor Darmkrebs beiträgt. Vermutet wird: Kalzium könnte Gallensalze im Darm neutralisieren, die zur Fettverdauung beitragen. Diese Salze könnten die Zellen in den Darmwänden stark reizen, was zur Krebsentstehung beitragen könnte. Für die Forscher wahrscheinlicher ist aber die Annahme, dass Kalzium einen positiven Einfluss auf eine ganze Reihe von biochemischen Abläufen in den Darmzellen hat, die sonst zur Krebsentstehung beitragen könnten.

Die Wirkung von Kalziumgaben ist bei Mann und Frau unterschiedlich:
Frauen wird empfohlen, auf eine kalziumreiche Nahrung zu achten und zusätzlich Kalziumergänzungen einzunehmen. Grundsätzlich würde das zwar auch für Männer zutreffen. Bei Männen sollte die Kalziumzufuhr jedoch nicht zu hoch angesetzt sein, da Milchprodukte, die wichtigste Kalziumquelle in der Ernährung, in anderen Studien das Risiko für Prostatakrebs erhöht habe.

Quelle: Andrew Flood et al., Calcium from Diet and Supplements is Associated With Reduced Risk of Colorectal Cancer in a Prospective Cohort of Women. In: Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention Vol. 14, Januar 2005, 126-132.

Januar 2006

Ergänzung, gelesen in einer schweizer Ärzteinfo:

Kalzium mit oder ohne Vitamin D zur Reduktion des osteoporotischen Frakturrisikos

Eine im Lancet publizierte Metaanalyse evaluierte den Wert einer Nahrungsergänzung mit Kalzium mit oder ohne Vitamin D zur Prävention von osteoporotischen Frakturen bei über 50-Jährigen.

In elektronischen Datenbanken, Referenzlisten von Reviews und Abstracts wurde nach entsprechenden randomisierten Studien gesucht, welche das Frakturrisiko und die Abnahme der Knochendichte in Funktion der Einnahme von Kalzium und/oder Vitamin D als Endpunkte untersuchten.

29 randomisierte Studien mit insgesamt 63.897 Teilnehmer wurden identifiziert. In den 17 Studien mit Frakturrisiko als Endpunkt (insgesamt 52.625 Teilnehmer) war die Nahrungsergänzung mit einer Risikoreduktion um 12% assoziiert (RR 0.88, p=0.0004). In den 23 Studien mit der Knochendichte als Endpunkt (insgesamt 41.419 Teilnehmer) war die Nahrungsergänzung mit einer geringeren Abnahme der Knochendichte - um 0.54% an der Hüfte (p<0.0001) und um 1.19% an der Wirbelsäule (p<0.0001) - assoziiert. In Studien, bei denen die Teilnehmer eine gute Compliance zeigten, war die Reduktion des Frakturrisikos signifikant grösser, nämlich 24% (p<0.0001). Die Risikoreduktion war bei Kalziumdosen von 1.200 mg oder mehr deutlicher als mit Dosen unter 1.200 mg; RR 0.80 vs. 0.94, p<0.006; ebenso bei Vitamin Dosen von 800 IU oder mehr gegenüber Dosen unter 800 IU; RR 0.84 vs. 0.87, p=0.03.

Konklusion der Autoren:
Die Nahrungsergänzung mit Kalzium alleine oder in Kombination mit Vitamin D ist zur präventiven Behandlung von osteoporotischen Knochenbrüchen bei Personen über 50 Jahren effektiv. Empfohlen werden Kalziumdosen ab 1.200 mg und Vitamin D Dosen ab 800 IU, wobei die Compliance einen wesentlichen Faktor für den Behandlungseffekt darstellt.

Lancet 2007;370:657-666 - Tang MP et al

Ergänzung
Nun liegen seit einiger Zeit auch warnende Meldungen vor wie ":zuviel Calzium steigert deutlich das Risiko für aggressiven Prostatakrebs und Herzinfarkt"
Eine hohe Calciumzufuhr (2gr. pro Tag), wie sie unter der Hormontherapie und bei Knochenabbau empfohlen wird, erhöht das Risiko eines aggressiven Prostatakarzinoms um etwas das 2,5fache (Studie Giovannucci et al., 2006), weil Calcium die Entdifferenzierung der Krebszellen fördert.
Neuere Behandlungsansätze zum Knochenschutz setzen daher an der Entzündungsmodulation an. (siehe Dr. Strum mit seinem Hinweis auf Denosumab, siehe Prof. Reichelt). Lt. Dr. Jacob sind Granatapfelphenole als NFlappaB-Hemmer und basische Citrate natürliche Alternativen zum Medikament.
Wer es über die Ernährung nicht schafft, kann den Verlust an Knochensubstanz auch durch die Einnahme von Kaliumcitrat entgegenwirken. Für Kaliumcitrat ist in mehreren klinischen Studien nachgewiesen, dass es den Calziumverlust über die Nieren und den Calziumabbau aus den Knochen verhindert (Jehle et al. 2006; Marangella et al. 2004) letzte Aktualisierung im September 2007



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