Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Tomasz-Beer-Protokoll

31.5.2010

Nach Prof. Tomasz Beer, Oregon-Health & Science University, Portland, USA, wirkt Calcitriol in hoher Dosierung zytotoxisch auf das Prostatakarzinom und erhöht die Wirksamkeit von anschließend gegebenem Docetaxel.

Patienten mit hormonrefraktärem metastasiertem Prostatakrebs (AUPK) hatten oral hochdosiertes Calcitriol (0,5 mg/kg Körpergewicht) und i.v. Docetaxel zusammen mit Dexamethason erhalten. Die Patienten waren angehalten, eine möglichst calciumarme Diät einzuhalten und 12 Stunden vor wie auch 3 Tage nach der Einnahme viel zu trinken.

30 von 39 Patienten erreichten einen PSA-Abfall bis 75%, davon
- 81% eine Halbierung des PSA
- bei 59% der Patienten ging PSA sogar auf 75% zurück unf
- zehn Patienten (27%) erreichten sogar einen PSA-Wert unter 4 ng/ml.
Bei einigen Patienten wurde allerdings zu Beginn der Therapie ein vorübergehender PSA-Anstieg beobachtet.

8 von 15 Patienten hatten eine teilweise Remission, davon
- verkleinerten sich acht von 15 messbaren Tumoren und
- fünf weitere wuchsen nicht mehr weiter.

Die mediane Überlebenszeit für die Patienten mit Calcitriol/Docetaxel-Kombination habe bei 19,5 Monaten gelegen. Nach Prof. Beer seien die Ansprechraten etwa doppelt so hoch wie bei der Chemotherapie mit Docetaxel allein. Calcitriol allein soll nur eine geringe Anti-Tumor-Eigenschaft besitzen.

Nebenwirkungen Grad-4 traten bei jedem vierten Fall auf (Neutropenie d.h. Probleme bei der Abwehr von Infektionen; peptische Ulzera d.h. Schleimhautschädigungen im Magen-/Verdauungstrakt)

Quelle :
Weekly High-Dose Calcitriol and Docetaxel in Metastatic Androgen-Independent Prostate Cancer
Tomasz M. Beer, Kristine M. Eilers, Mark Garzotto, Merrill J. Egorin, Bruce A. Lowe, and W. David Henner JCO Jan 1 2003: 123-128.

A phase I trial of pulse calcitriol in patients with refractory malignancies: Pulse dosing permits substantial dose escalation. Beer TM, Munar M, Henner WD Cancer 91:2431–2439, 2001

Januar 2006

Ergänzung:
Um eine Hyperkalzemie (verminderte Calciumausscheidung im Urin oder vermehrte Calciumfreisetzung aus Knochengewebe) und Hyperkalziurie (vermehrte Calcuimausscheidung im Urin)zu vermeiden, wird Calcitriol in klinischen Studien nur einmal wöchentlich gegeben. Die für die Hemmung des Tumorwachstums erforderliche Blutkonzentration von 3 - 5 nmol würde erreicht.
Januar 2006



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