Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Knochenmetastasen Therapien

26.11.2010

Zusätzlich zur Krebsbehandlung gibt es noch eine Reihe von speziellen Therapieoptionen für Knochenmetastasen.

Bisphosphonate sind Medikamente, die die abnorme Knochenzerstörung und Knochenbildung, die durch Knochenmetastasen verursacht werden, aufhalten.

Chemotherapie und Hormontherapie. Das Ziel der Chemotherapie und Hormontherapie bei Patienten mit Knochenmetastasen ist, das Tumorwachstum einzuschränken, Schmerzen zu lindern und die Gefahr von Skelettfrakturen zu verringern

Strahlentherapie mit hochenergetischen Strahlen zur Zerstörung von Tumorzellen. Sie ist die häufigste Therapie bei metastatisch bedingten Knochenschmerzen. Bestrahlung ist nützlich zur Schmerzlinderung und Einschränkung des Wachstums von Tumorzellen im Bereich der Knochenmetastasen. Sie kann auch zur Herabsetzung der Gefahr von Frakturen oder zur Therapie einer Kompression des Rückenmarks eingesetzt werden. Eine besondere Art der Strahlentherapie ist die radiopharmazeutische Therapie mit einer radioaktiven Substanz.

Eine Bestrahlung von Knochenmetastasen ist eine palliative Behandlung. Das heisst, man macht diese um beim Patienten möglichst mit wenig Nebenwirkungen und wenig Aufwand Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Eine aufwendige Technik mit IMRT usw. ist meistens völlig überflüssig bei Wirbelkörpermetastasen, einzige Ausnahme wäre ein bereits vorbestrahlter Wirbelkörper, der erneut bestrahlt werden sollte. Eine einfache Planung, sogar ohne Planungs-CT mit einfacher Einstellung am Simulator genügt in einigen Fällen (z.B. bei einzelnen Wirbelkörpern oder Extremitären). Eine CT Planung empfiehlt sich oft bei Metastasen in den Beckenknochen oder wenn mehrere Wirbelkörper bestrahlt werden müssen. Aufwendige Techniken als Standard für alle Patienten sind in meinen Augen oft nur Geldmacherei. Die IMRT lässt sich deutlich besser als jeder 2D oder 3D Bestrahlung vergüten. Eine Überlegenheit hinsichtlich Effektivität oder Nebenwirkungsarmut ist niemals gezeigt worden. Zur Fraktionierung/Dosis gibt es eine Fülle von Studien. 10x3 Gy ist die Standardfraktionierung. Bei ausgeprägten Befunden geht man gerne mit der Dosis höher, z.B. 12 x 3 Gy. Bei Patienten im schlechten Allgemeinzustand oder mit limitierter Prognose (z.B. hormon- und chemotherapierefraktär) neigt man zu kürzeren Schemata, wie 1 x 8 Gy oder 5 x 4 Gy. Eine Bestrahlung mit 20x1,8 Gy bedeutet doppelt so lange Behandlungszeit und ist hinsichtlich Effektivität der Bestrahlung mit 10 x 3 Gy unterlegen, da die biologische effektive Dosis tiefer ist (obwohl 20 x 1,8 Gy = 36 Gy und 10 x 3 Gy = 30 Gy, sind die 30 Gy effektiver, weil sie in grösserer Einzeldosen gegeben werden).

Der Strahlenexperte Daniel Schmidt im BPS-Forum.


Weiter meint der Strahlenexperte: Bestrahlen kann man auch, wenn die Ausfälle noch nicht da sind und noch etwas Spielraum bleibt. Ganz klar ist Bestrahlung einfacher, operieren kann aber unter Umständen besser sein.

und

Und noch eine Anmerkung des Strahlenexperten im BPS-Forum:
Bei den Überlegungen zur Bestrahlung von Knochenmetastasen darf man Knochenmark mit Rückenmark nicht verwechseln.
Knochenmark produziert Blutzellen.
Rückenmark enthält Nervenfasern.

Knochenmark geht gleich zugrunde egal ob man mit 20 x 1,8 Gy oder 12 x 3 Gy bestrahlt.
Knochenmark ist eben sehr strahlensensibel, 2-3 Gy Bestrahlung des gesamten Knochenmarks reichen aus, um einen Patienten ernsthaft zu gefährden.
Rückenmark verträgt mindestens 48 Gy, eher 50Gy+. Insofern sind 20 x 1,8 Gy oder 12 x 3 Gy beide unterhalb der Schwellendosis, die es braucht, um das Rückenmark zu schädigen.

weiter wird hinsichtlich der Bedenken, Herz und Lunge könnten durch die Bestrahlung der Brustwirbelkörper beschädigt werden, angemerkt: Herz ist kein Problem bei der Bestrahlung. Die Lunge ist auch kein Problem, da der Wirbelkörper mittig sitzt. Vor dem Wirbelkörper ist wenig Lunge.

Operative Eingriffe werden bei Knochenkrebs vorgenommen, um eine Knochenfraktur zu verhindern oder zu behandeln. Dabei wird normalerweise der Tumor entfernt und der Knochen stabilisiert

Ein Experte dazu: Neurochirurgisch muss man eine Metastase angehen, wenn neurologische Ausfälle (z.B. taubes Gefühl in den Beinen könnte ein Vorbote dafür sein)drohen oder vorhanden sind.
In der Regel wird aber trotzdem nach der OP nachbestrahlt, um den Effekt der OP zu sichern.

Kasuistik:
Berichtet wird von Metastasen in Wirbeln Rippen und Becken. Es folgte eine bilddiagnostische Bestätigung durch MRT und CT vor der anschließenden Bestrahlung. Aktuell soll jetzt beim dritten Brustwirbel eine Bruchgefahr bestehen. Für eine Kontrolluntersuchung sollte welches bildgebende Verfahren bevorzugt werden?
Dazu der Strahlenexperte im BPS-Forum:

1. Zur Beurteilung der Bruchgefährdung wäre eine CT besser als eine MRT und sicherlich besser als eine Skelettszintigraphie.
2. Eine Bestrahlung des 3. Brustwirbelkörpers wäre mit den üblichen Nebenwirkungen einer Strahlentherapie verbunden (Müdigkeit, Hautrötung). Darüber hinaus könnten Schluckbeschwerden auftreten.

Sonstige Therapien.
Die anderen Therapien für Knochenmetastasen und ihre Symptome umfassen physikalische Therapie und Schmerzbehandlung auf Medikamentenbasis oder ohne Medikamente. Die wichtigste Medikamentenart zur Behandlung von Knochenmetastasen sind nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Aspirin, Ibuprofen, Naproxen und verschreibungspflichtige Arzneimittel, die Prostaglandine hemmen. Prostaglandine sind offenbar für viele Knochenschmerzen verantwortlich. Es ist wichtig, dass diese Medikamente zum Schutz des Magens mit Nahrung oder Milch eingenommen werden

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letzte Aktualisierung im November 2010



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