Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Mausmodell

09.2.2006

Dornröschen und Prostatakrebs

Israelische Wissenschaftler der Hebrew University setzen auf eine neue Behandlungsform von Prostatakrebs. Statt die Tumore wie bisher mit Chemotherapie zu behandeln, die auch gesunde Zellen vernichtet, schalten die Wissenschaftler die Tumorzellen gezielt durch einen Komplex aus Antikörpern und Toxinen aus. Die Tumoren hören daraufhin auf zu wachsen und ruhen auf unbestimmte Zeit in diesem relativ harmlosen Zustand.

Die von dem Immunologen Eitan Yefenof und seinem Team entwickelte neue Technik koppelt ein Toxin an einen speziellen Antikörper. Die Proteinstruktur des Komplexes erkennt bestimmte Proteine auf den Oberflächen von Krebszellen und koppelt an diese an. Gelangt der Toxin-Antikörper-Komplex in den Blutkreislauf, heftet sich der Antikörper an die Krebszelle und das Toxin tötet die entartete Zelle. Das Ergebnis: Auch wenn nicht alle Krebszellen durch diese Behandlung zerstört werden, stellt der Tumor sein Wachstum ein und verhält sich ruhend. Schlafende Tumorzellen können jahrelang in diesem Zustand verharren. Dies ermöglicht dem Betroffenen ein weiterhin gesundes Leben.

Dass ihre Methode funktioniert, zeigten die Wissenschaftler durch die Implantation humaner Prostatazellen in Mäuse. Damit deren Immunsystem die fremden menschlichen Zellen nicht angreifen und vernichten konnte, handelte es sich bei den Mäusen um einen speziellen Stamm ohne Immunsystem. Nachdem die Tiere mit dem Toxin-Antikörper-Komplex behandelt wurden, stoppten die menschlichen Prostatazellen ihr aggressives Wachstum und fielen, so lange die Therapie fortgesetzt wurde, in einen Dornröschenschlaf. Da Prostatakrebs einer der häufigsten Tumorart des Mannes ist, könnte die neue Therapie nach bestandenen klinischen Tests, große praktische Bedeutung für diese, und auch andere Tumorarten, haben. Denn die neue Methode ist für die Patienten weitaus weniger belastend, als die herkömmliche Chemotherapie.

Meine Anmerkung dazu:
Maus müsste man sein, denn Was so alles im Mausmodell funktioniert, geht meines Wissens noch lange nicht beim Menschen. PD Dr. Paul aus München auf einem PK-Seminar im Oktober 2005 in Bad Reichenhall bestätigt: "Das geht bisher alles nur im Mausmodell."

Aus dem Internet, Datum unbekannt, Herausgeber unbekannt, aber ein Hinweis auf die Autorin:
Dr. Dagmar Knopf

Februar 2006


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