Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Geringer PSA Anstieg

28.5.2010

Es geht um die Situation nach RP. Die wirkliche Ursache kann bei niedrigem PSA wie z.B. 0,05 oder 0,1 ng/ml fast nie nachgewiesen werden. Auch die neueste bildgebende Technik ist nicht sicher und kostet zudem noch viel Geld. Und das bedeutet: Zweifelhafter Nutzen! Damit ist niemandem gedient.

Zunächst erstmal gilt es, den PSA-Anstieg abzusichern, d.h. festzustellen, ob der PSA Wert nachhaltig und kontinuierlich steigt.(Es könnte sich ja auch um einen nur vorübergehenden kurzzeitigen Anstieg zB. aufgrund einer Entzündlichkeit handeln). Das kann in 3Monatsabständen oder kürzer erfolgen. Erst wenn bei mind. zwei weiteren Kontrollen der PSA den Wert von 0,1 ng/ml überschreitet, spricht die Situation für ein Lokalrezidiv .

Für die weitere Therapie gibt es keine Standards (also auch unterschiedliche Meinungen).

Urologen/Radiologen empfehlen ihren Patienten im vorgenannten fall eine lokale Bestrahlung (eine Form der perkutanen Hochdosisbestrahlung) unter der Annahme eines Lokalerezidives bevor der PSA 1 ng/ml (max. 2) erreicht.

Ist es tatsächlich ein Lokalrezidiv bestehen unter der Strahlentherapie Heilungschancen. Wichtig ist hierbei die Patienten-Aufklärung.

Mit einer auch möglichen Hormontherapie kann abgewartet werden, bis die Wikung der Strahlentherapie eingeschätzt werden kann. (Erfolg oder Therapieversagen, weil PSA erneut ansteigt) Entweder ist sie dann nicht erforderlich (weil die Strahlentherapie wirkt) oder es wird mit der Hormontherapie begonnen.

Ergänzung
Bei Anstieg des PSA nach OP schrieb der Urologe f.s. im BPS-Forum:

1. Es geht um die Entscheidung, ob es sich um ein Lokalrezidiv (örtlich begrenzte Erkrankung) oder um eine systemische Erkrankung (Befunde sind im Körper verstreut) handelt.

2. unterhalb von PSA 0.7 zeigt PET nicht zuverlässig genug an, (Anmerkung von WDFrost: versagt das bildgebende Verfahren bis auf das PSMA)

3. Bis PSA 1.2 Früher was das der Beginn einer Rezidivbestrahlung
Bei mir war Strahlungsbeginn PSA 1,8ng/ml. 14 Jahre danach lebe ich immer noch (WDFrost).

4. ab PSA 0.2 (wenn vorher NULL gewesen) spricht man zunächst von einem biochemischen Rezidiv; Anmerkung WDFrost: hier greift die S3 Leitlinie und empfiehlt eine Bestrahlung

5. Sollte eine DHB (dreifache-Hormonblockade) in Erwägung gezogen werden - das KISP-Forum ist voll von Informationen über diese Behandlungsvariante. (Anmerkung: Dort kann über DHB ausgiebig nachgelesen werden) Anmerkung: Diese Empfehlung untertschreibe ich nicht, WDFrost

6. Lokale Befunde sollte man gezielt, systemische Befunde medkamentös behandeln wenn möglich (Anmerkung: Das gilt nur grundsätzlich)

Ergänzung:
Die S3-Leitlinien zur Therapie des Prostatakrebs sehen eine Intervention nach zweimaligem gesicherten Anstieg des PSA auf 0,2 ng/ml vor.
Mehr dazu unter dem Suchbegriff Rezidiv

letzte Aktualisierung im Mai 2010/im September 2015

 



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