Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

PSA-Test oder 22-Phagen-Detektor

07.3.2006

Prostatakrebs-Testsystem mit AutoAntikörpern besser als PSA?

US-Forscher haben einen neuen Screening-Test für das Prostatakarzinom entwickelt. Es weist 22 Auto-Antikörper nach, die das Immunsystem als Reaktion auf das Krebswachstum bildet. In einem ersten Vergleich im New England Journal of Medicine (NEJM 2005; 353: 1224-35) war der „22-Phagen-Detektor“ dem PSA-Test überlegen. Er soll jetzt in einer größeren Teilnehmergruppe validiert werden.

Der PSA-Test ist zwar der erste und einzige Labortest, der bisher in der Krebsfrüherkennung zum Einsatz kommt, er ist aber nur bedingt zuverlässig. Das nachgewiesene Antigen ist zwar prostataspefizisch, aber nicht krebsspezifisch. Auch eine benigne Prostatahyperplasie kann mit einem erhöhten PSA einhergehen, und viele Tumoren produzieren nur wenig oder fast kein PSA. Spezifität und Sensitivität sind weit vom Idealwert 100 Prozent entfernt.

Die Forschergruppe von der Universität von Michigan ging davon aus, dass fast alle Tumoren eine Immunantwort auslösen. Der Grund liegt in den molekularbiologischen Veränderungen der malignen Zellen, die neue Antigene auf der Oberfläche ausbilden oder durch den Zerfall aus dem Zellinneren freisetzen. Gegen diese Antigene werden Auto-Antikörper gebildet und zwar unabhängig von der Tumorgröße. Da sie auch im Blut vorhanden sind, wären sie ein ideales Screeninginstrument, wenn sie denn bekannt wären.

Die Pathologen fertigten aus den Genen, die sie aus dem Tumorgewebe von einigen Patienten entnommen hatten, eine so genannte Phagenbibliothek an. Dieses kleine Heer aus 2 300 Organismen, die jeweils mit einem anderen Eiweiß besetzt waren, wurde dann mit dem Serum von Gesunden zusammengebracht und jene Eiweiße heraussortiert, die nicht tumorspezifisch waren.

Die restlichen Phagen-Eiweiße wurden mit dem Serum von Krebspatienten verglichen. Es blieben 186 potenzielle tumorspezifische Eiweiße übrig und nach weiteren Testreihen nur noch 22.

An 128 Blutproben von Krebspatienten und Gesunden erreichte dieses „22-Phagen-Peptid-Detektor“ genannte Testsystem eine Spezifität von 88 Prozent und eine Sensitivität von 82 Prozent und das war besser als ein parallel durchgeführter PSA-Test.

Demnächst soll der „22-Phagen-Peptid-Detektor“ in einer größeren Gruppe von Patienten einer weiteren Überprüfung unterzogen werden. Dann wird man wissen, ob er eine sinnvolle Ergänzung zum PSA-Test ist oder diesen sogar ersetzen kann.

 

Soweit keine Quelle angegeben ist, sind die Texte auszugsweise zusammengestellt von verschiedenen Internetquellen, dem BPS-Magazin und BPS-Forum (Mitteilungsorgan des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.), Werbeschriften und Dokumentationen von einschlägigen Unternehmen und Institutionen, eigenen Aufzeichnungen anläßlich von Besuchen auf urologischen Kongressen und Symposien, Seminaren und Vorträgen von Referentenvorträgen vor unserer Selbsthilfegruppe in Bielefeld und anschließend weitgehend laienverständlich aufbereitet, soweit ich dazu als medizinischer Laie in der Lage bin.


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