Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Sekundäre Hormonbehandlung

30.8.2009

Darunter versteht man eine zweite Behandlungs“linie“ nach Versagen der bisherigen.

Zumeist handelt es sich um die zusätzliche Gabe eines Antiandrogens, d.h. die bisherigen Hormontherapie wird geändert. Dahinter steckt die Vermutung, dass nicht alle Patienten bei wieder steigendem PSA komplett hormonunempfindlich (hormonrefraktär) sind und der Patient auf weitere (sekundäre) Therapie-möglichkeiten anspricht. (Prof. Wolff, Bad Mergentheim). Dazu gehört auch die Überlegung, dass die Nebennieren rd. 10% des Testosterons bilden und dieses wiederum stimuliert (regt an) das Turmorwachstum. Hier wird mit entsprechenden Medikamenten u.a. auch kortisonhaltigen M. (z.B. Dexamethason) gegengesteuert.

Ketokonazol
ist ein äußerst kurioses Medikament, Handelsname Nizoral, ein Antipilzmittel, das ganz erstaunliche Wirkungen gegen den Prostatakrebs hat. Kurios ist dieses Präparat deshalb, weil es kaum Urologen gibt die von dieser Antiprostatakrebswirkung schon einmal gehört haben. Dr. M. Scholz, USA: Die Ergebnisse einer Ketokonazolbehandlung sind besser, wenn man bei einem relativ niedrigen PSA-Wert beginnt zu behandeln. Kombinationen mit Taxotere, Emcyt usw. sind möglich. Insgesamt scheint K. eine sehr effektive Therapie beim androgenunabhängigen Prostatakarzinom zu sein, insbesondere dann, wenn es am Anfang der AU-Phase eingesetzt wird. Allerdings ist enge, strenge Patientenüberwachung wegen der Nebenwirkungen (Leber, Haut, Magen-Darm-Trakt, Interaktion mit Medikamenten zur Behandlung von Herzinsuffizenz und Diabetes) erforderlich

Leukine und Ketokonazol
Leukine scheinen eine direkte Wirkung gegen den Prostatakrebs zu haben. Dr. Meyers, USA, berichtet von Patienten, bei denen ein androgenunabhängiges, metastasierendes Prostatakarzinom mit Knochenmetastasen diagnostiziert wurde und durch die Leukine eine komplette Remmission über mehrere jahre erfuhren. Es soll eine Wirkung der Leukine über das Immunsystem durch Stimulation der dendritischen Zellen erfolgen. Leukine können mit Ketokonazol kombiniert werden. Insgesamt könnten nach Dr.Meyers Leukine vor allem dazu verwendet werden, die Ansprechraten einer Chemotherapie zu verbessern, bei gleichzeitiger Reduktion der Nebenwirkungen.

ProstaSol
ProstaSol ist eine aus den USA (USA-Lizenz) stammende Wirkstoffkombination zur komplementären Behandlung von Prostataleiden. ProstaSol soll das Nachfolgeprodukt von dem früheren PC-Spes sein. ProstaSol enthält pflanzliche Wirkstoffe. Bei hormonsensitivem wie auch hormonresistentem Prostatakrebs soll ProstaSol eine Verbesserung der Lebensqualität bewirkt haben, Schmerzen durch Knochenmetastasen und PSA (rund um die Hälfte) haben sich reduziert. ProstaSol dann einzusetzen, wenn die konventionellen Therapien versagt haben und eine Chemo als nächstes unvermeidbar ist, das wurde von einem namhaften deutschen Urologen auf dem jüngsten Bundeskongress im April 2005 des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS e.V.) bejaht.

Weitere Informationen zu weiteren Therapieüberlegungen finden Sie unter

- Zweiter Zyklus DHB, daraus lassen sich weitere Überlegungen anstellenHormonrefraktär - ein paar Optionen
- Thalidomid; ehe man hier abwehrt, bitte erst lesen!
- niedrigdosierte Chemotherapie
- frühzeitige Chemotherapie
- Regensburger Studie; Prof. Reichle hat eine Hoffnung gebende Therapieoption entwickelt
- lokal fortgeschrittenes Prostatakarzinom ein Überblick von Prof. Wieland, Regensburg;
- eine klinische Fallstudie
- Histrelin - die Hormontherapie aus dem Oberarm

letzte Aktualisierung im August 2009



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