Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
E-Mail: info@prostata-sh.info

PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

PSA - Was verfälscht ausserdem noch den PSA-Wert?

04.11.2010

Eine erhebliche Rolle spielt die Behandlung der Blutproben vor und nach der Laboranalyse.

- Nur bei einer Kühlung auf mindestens -20 o C bleibt beispielsweise das f-PSA stabil und damit verlässlich messbar.
- Der PSA-Wert wird im Labor durch das Personal beim falschen Patienten eingetragen (das ist bestimmt sehr selten, aber denkbar möglich)

Einen noch wichtigeren Einfluss hat das Bestimmungsverfahren selbst. PSA-Werte können je nach Testsystem um mehr als den Faktor 2 variieren und/oder nicht beurteilbar sein. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben:

• Es gibt große Abweichungen von einem Testverfahren zum anderen. Zur Zeit sind allein in Deutschland über 70 verschiedene Verfahren („Kits“) für die PSA-Messung auf dem Markt.

• Die PSA-Bestimmungsverfahren (meist ELISA-Methoden) sind von Seiten der Hersteller nicht standardisiert.

• Die Assay-spezifischen Referenzbereiche des Messverfahrens sind unklar oder problematisch, weil vom Hersteller nicht bekannt gegeben.

• Die Referenzwerte wurden bei jungen Männern oder gar mit einem nicht genannten Anteil an Frauen festgelegt und sind daher für die Erkennung eines Prostatakarzinomes bei 50 bis 80-jährigen kaum geeignet.

• Die Referenzwerte wurden an Hand sehr kleiner Probandengruppen ermittelt, dadurch kann es zu Fehlinterpretationen von PSA Werten kommen.

• Die einzelnen Messverfahren sind unterschiedlich kalibiriert.

• Die PSA-Testverfahren sind nicht zertifiziert oder qualitätsgesichert.

• Einige Verfahren eignen sich nicht zur Diagnose, sondern nur zur Verlaufskontrolle bei bekanntem Prostatakarzinom, was dem einsendenden Arzt meist ebenso verborgen bleibt wie der Name des benutzten Verfahrens

Daraus folgt:
1. Für den beurteilenden Arzt ist es daher dringend erforderlich, das Verfahren und den zugehörigen Referenzbereich zu kennen. Ohne diese Informationen können PSA-Werte nicht zuverlässig beurteilt werden. Übersehene Prostatakarzinome oder unnötige Prostatabiopsien sind die Folge.

2. PSA-Werte sind für die Praxis nur dann vergleichbar, wenn sie aus dem gleichen Labor stammen und mit dem gleichen Mess-Kit gemessen wurden

Text teilweise entnommen bei DiaPat/Test. Der DiaPat®-Test ist ein nicht-invasives Verfahren, das nach Herstellerangabe bei Nierenerkrankungen die Nierenbiopsie sowie bei Verdacht auf Prostatakrebs die Prostatabiopsie ersetzen kann.

März 2006
Juli 2006

Ergänzung - aus einer Dissertation, die mir leider nur zum geringen Teil bekannt wurde

 

...eine falsche Lagerung der Blutproben kann durch Adsorptionsprozesse zu einem Sinken des PSA-Wertes führen.

letzte Aktualisierung im März 2009

 



Zurück