Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

PSA - Was verfälscht den PSA-Wert?

04.11.2010

Faktoren, die bei Laborwerten eine Rolle spielen:

- wieviel habe ich getrunken?
- Blutentnahme im Sitzen oder Liegen?
- wie lange wurde das Blut gestaut?
- Abnahmefehler
- wie lange hat die Probe vor dem Zetrifugieren gestanden?

bei PSA:

- ist die Prostata vorher "belastet" worden" (Stuhlgang, Sex, Untersuchung ...)
- Streuwerte, ein gesunder Mann hat innerhalb eines Monates bis 30% Streuwerte
- 10% technische Streubreite (im Einzelfall bis 30%)
- Ein akuter Harnverhalt und/oder Katheteranlage kann den PSA-Wert stärker erhöhen.

Der Urologe f.s. im BPS Forum gab deshalb den Rat:

Deswegen sollen ja auf einen einzigen Wert hin keine Massnahmen ergriffen, sondern die Werte 1-2x kontrolliert werden.

Ergänzung:
Es gibt aber auch eine andere Verfälschung, die bedacht werden muß: Der PSA-Wert sinkt bei Einnahme verschiedener Medikamente, dazu gehören Ibuprofen, Diclofenac und Aspirin. Neueste Forschungsarbeiten berichten auch von einem Einfluß durch Statine.

Durchschnittlich sinken die PSA-Werte lt. den vorliegenden Forschungsberichten unter Statin-Therapie um 4,1 Prozent und die LDL (Low Density Lipid )-Werte um 27,5 Prozent - beides ist statistisch signifikant.

Aus einem Expertenforum: Wenn ein Prostatakarzinom diagnostiziert wurde, waren Statinanwender im Vorteil gegenüber Nicht-Anwendern. Sie hatten nämlich

Als einen möglichen Mechanismus wird die Absenkung des PSA-Spiegels unter einer Statintherapie genannt. 
Quelle: SpringerMedizin.de basierend auf: Nelly T et al. Statin Use and Risk of Prostate Cancer in a Population of Men Who Underwent Biopsy. J Urology 2011;186:86–90

 

Ergänzung - aus einer Dissertation, deren Inhalt mir leider nur zum Teil bekannt wurde

 

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die eine Erhöhung des PSA-Wertes hervorrufen können. Deshalb kommt der Interpretation des erhöhten PSA-Wertes eine besondere Bedeutung zu. Radfahren führt zu einer Erhöhung des Wertes um das 1,5-fache, ein Transrektaler Ultraschall erhöht de PSA-Wert um das 2-fache. Eine Transurethrale Prostataadenomresektion führt hingegen zu einer 55-fachen Erhöhung des PSA-Wertes. Die digitorektale Untersuchung der Prostata hat jedoch lediglich einen marginalen Anstieg des PSA-Wertes zur Folge.

letzte Ergänzung im März 2009 und im Dez. 2014

 



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