Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Harninkontinenz und Zelltherapie

27.5.2008

Zelltherapie gegen Harninkontinenz

Inkontinente Frauen und Männer können wieder hoffen. In Insbruck hat Prof. Strasser von der Urologischen Klinik körpereigene Zellen in Blasenschließmuskel und Harnröhre injiziert mit dem Ziel, den geschwächten Sphintker sowie eine atrophierte Uretherschleimhaut wieder aufzubauen.

Behandelt wurden mit dieser Therapie in den letzten 2 Jahren 42 inkontinente Patienten von denen 35 nach dem Eingriff komplett kontinent wurden und Einlagen bzw. Medikamente nicht mehr benötigten.

Die Methode ist laut Prof. Strasser für Patienten geeignet, bei denen per Sonographie festgestellt wird, daß der Blasenschließmuskel nicht optimal funktioniert, was ja bekanntlich bei einem großen Teil der Frauen mit Streß- und Dranginkontinenz der Fall ist, ebenso bei vielen Männern nach einer Prostatektomie. Den Patienten wird am Oberarm Gewebe entnommen. Im Labor werden daraus Myoblasten und Fibroblasten gezüchtet – das sind Zellen, die Muskel-und Bindegewebe bilden. Die Myoblasten werden dann transurethral in den Sphintker injiziert, die Fibroblasten in atrophierte Bereiche der Harnröhre.

Der Eingriff durch die Harnröhre dauert nur etwa 20 Minuten, und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Bisher sind dem Vernehmen nach keine Nebenwirkungen aufgetreten.

Info aus Ärzte Zeitung, 22.09.2004

ERGÄNZUNG

Hallo allerseits "Medizinskandal in Österreich - Deutsche fallen auf Ärzte herein Mehr als 40 deutsche Patienten sind offenbar den Heilsversprechungen der Universitätsklinik in Innsbruck auf den Leim gegangen. Nun sind sie um bis zu 15.000 Euro leichter – aber nicht gesund." So titelt der online-FOCUS am 25. Mai 2008.

Für diese Patienten habe sich laut online-FOCUS der Traum vom normalen Leben zerschlagen, weil sie den Versprechen der Innsbrucker Proffessores auf Heilung von Harninkontinenz und auf ein tägliches Leben ohne Einlagen Glauben geschenkt hätten.

Uns Prostatakrebskranken ist zumindest in Teilen die Informationen über Studien in der Innsbrucker Klinik nicht gänzlich unbekannt, dass man dort mit Hilfe speziell gezüchteten körpereigenen Gewebes, welches dann in den Schließmuskel des von Hanrninkontinenz Betroffenen einoperiert wird, laienmäßig ausgedrückt in der Lage sei, den Schließmuskel wieder zum Funktionieren zu bringen.

Nun soll das laut online-FOCUS nicht auf dem Stand der medizinischen Wissenschaft gewesen sein, weil die dortige Ethik-Kommission der Studie nicht (Anmerkung: oder vielleicht auch noch nicht) zugestimmt habe. Einige betroffene Patienten, so wird weiter berichtet, würden jetzt gegen die österreichischen Mediziner kagen, weil die "Verbesserungen" nicht eingetreten seien.

Meine persönliche Anmerkung:
Als ehemaliges mehrjähriges Mitglied einer Ethikkommission ist mir nicht ganz unbekannt, dass ärztliches Können nicht abhängig ist von dem Plazet einer Kommission. Als Patient ist mir ebenfalls nicht unbekannt, dass –wie sagt man so schön- Risiken und Nebenwirkungen bei ärztlichen Behandlungen nicht ganz auszuschließen sind. Und als Selbsthilfegruppenleiter kann ich mich nur bestätigt fühlen mit meinen bisherigen Empfehlungen: Ehe man(n) sich für eine Therapie entscheidet, sollte man(n) erst noch einen zweiten Experten nach dessen Meinung befragen. Fazit: Lieber erst zur Selbsthilfegruppe!
(WDF)

letzte Aktualisierung im Mai 2008


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