Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
E-Mail: info@prostata-sh.info

PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Kastatrationsniveau

25.5.2009

Fast alle medikamentöse Maßnahmen bei der Bekämpfung des PK haben einen Kastrationseffekt zur Folge. Früher waren die Behandlung mit Östrogenen (weibliche Hormone)und die chirurgische Kastration (Orchiektomie) die Therapien beim metastasierendem Prostata-Karzinom. Die Behandlung mit Östrogenen ist wegen der Nebenwirkungen - Gynäkomastie, Ödemneigung sowie Herz-Kreislauf-Komplikationen - heute nicht mehr üblich. Die Orchiektomie -so hört man - dient vereinzelt auch heute noch der Behandlung des Prostatakarzinoms mit sicherem Absenken des Testosteronspiegels auf Kastrationsniveau (10% des ursprünglichen Testosteron Wertes).

Heute werden die LHRH-Analoga eingesetzt oder Antiandrogene, die sogen. medikamentöse Kastration. Kastrationsniveau: Testosteron ist < 0,2 ng/ml

Antiandrogene blockieren die männlichen Hormone, so dass das Wachstum der bösartigen Prostatazellen gebremst wird. Die Nebenwirkungen sind zu beachten.

In diesem Zusammenhang ist der DHT-Wert (Dihydrotestosteron) von Interesse, stimuliert der doch in der Tumorzelle das über die Androgenrezeptoren ankommende Testosteron zu dem für das Tumorwchstzum viel aktivere Dihydrotestosteron.

zu diesem Themenkomplex schrieb mir Dr. Frank Eichhorn, Urologe aus Bad Reichenhall,

....Wenn man dann überlegt dass DHT die Tumorzellen um den Faktor 10 stärker stimulieren könnte als Testosteron, dann sind doch eigentlich viele Patienten trotz maximaler Androgenblockade (Testosteron 0,2 ng/ml) mit ihrem Testosteron fast im Normbereich ( 0,2 ng/ml x 10 = 2,0 ng/ml ).

Dr. Strum vertrat im Mai 2009 auf einer Veranstaltung der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs in Bielefeld naschdrücklich die Meinung (und belegte es mit aktuellen Fundstellen aus der internationalen Fachliteratur), dass der bisher angenommene tiefst notwendige Kastrationspunkt von 0,2 ng/ml Testosteron noch unterschritten werden sollte, um einen Überlebensvorteil zu erzielen.

letzte Aktualisierung im Mai 2009



Zurück