Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

TRUS

03.12.2009

Transrektaler Ultraschall:

Was sieht man?
Das Prostatakarzinom kann echoärmer, echogleich oder echodichter als das umgebene Prostatagewebe sein. Am häufigsten ist jedoch eine Minderung der Echodichte. Die Häufigkeit des nicht hypoechogenen Prostatakarzinoms wird in der Literatur mit ca. 35% angegeben. In Anlehnung an die zonale Anatomie der Prostata mit der unterschiedlichen Häufigkeit maligner Veränderungen sind hier hypodense Areale (dichtere Bereiche) in der peripheren Zone hoch malignomsuspekt. Eine Asymmetrie der Prostata und eine Kapselvorwölbung im Bereich der peripheren Zone ist ebenfalls verdächtig auf ein Prostatakarzinom.

TRUS - Ultraschall (Transrektale 3D-Sonographie mit farbcodierter Power-Doppler-Technik)
Mit Sonographie-Sonden der neuesten Generation (ca. ab Anfang 2006) können die Prostata und anhängende Samenbläschen in 2 Ebenen simultan (Querschnitt und Längsschnitt) über den Enddarm schichtweise abgebildet werden. Krebsverdächtige Bezirke sind mit verbesserter Bildauflösung häufig erkennbar. Die zusätzliche farbkodierte Darstellung der Gefäßarchitektur der Prostata mittels Power-Doppler Technik kann die diagnostische Treffsicherheit erhöhen.

Bei Ultraschall liegt die Wahrscheinlichkeit einer richtigen Vorhersage von Prostatakarzinomen nur bei 15 Prozent und Tumorwachstum ausserhalb der Prostatakapsel kann allenfalls mit 50prozentiger Genauigkeit vorhergesagt werden.

Die Forschung konzentriert sich auf die Weiterentwicklung des TRUS. So wird z.B. mittels artefizieller neuronaler Netzwerkanalyse versucht, die Aussagegenauigkeit des TRUS zu erhöhen und mit dem Auge nicht mehr erkennbare tumorbefallene Areale im mittleren Graubereich zu entdecken. Weitere Informationen hierzu siehe TRUS-ANNA

Leider muß man aber feststellen: Weder Ultraschallkontrastmittel, noch neuronale Netzwerke oder duplexsonographische Untersuchungen konnten den transrektalen Ultraschall bisher wesentlich verbessern. Hoffnungen liegen bei der Entwicklung der Elastographie und beim HistoScanning.

Die Ultraschallelastographie der Prostata ist in der Lage verhärtete Gewebebereiche zu erfassen und zu visualisieren

HistoScanning ist eine Methode, die computerunterstützt die Rohdaten einer konventionellen rektalen Ultraschalluntersuchung auswertet. Hierdurch kann eine genauere und verbesserte Unterscheidung, Visualisierung und Größenbestimmung von verändertem Prostatagewebe vor allem bei frühem Verdacht auf ein Prostatakarzinom erfolgen.

Juni 2006, aktualisiert im Dez. 2009


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