Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Nahrungsergänzung

07.7.2010

Eine zusätzliche Quelle für Vitamine und Mineralien Nahrungsergänzungsmittel und angereicherte Lebensmittel sind ein Weg, die ernährungsbedingte Unterversorgung an bestimmten Nährstoffen zu beheben, die möglicherweise durch eine Anzahl anderer Faktoren, wie eine Diät oder soziale, kulturelle und ästhetische Faktoren, hervorgerufen wurden. Aus der Sicht David Byrnes, EU Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz „müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass eine vielfältige Ernährung die beste Lösung für eine gesunde Entwicklung und ein gesundes Leben bleibt. Nahrungsergänzungsmittel dienen hauptsächlich dazu, eine mangelhafte Versorgung mit essenziellen Nährstoffen bei manchen Menschen oder Gruppen zu kompensieren oder die Aufnahme solcher Nährstoffe zu steigern. Die Kennzeichnungen solcher Produkte müssen dem Verbraucher eine angemessene und klare Information darüber geben, wie diese Produkte zu verwenden sind und wie nicht.“

Die Hauptschlussfolgerung der hier schon mehrfach zitierten Studie ist, dass Männer mit dem niedrigsten Betacarotinspiegel zu Beginn der Untersuchungen einem höheren Risiko unterliegen, Krebs oder eine Herzkranzgefäßerkrankung zu entwickeln. Ein Zusammenhang, der ebenso bei anderen Studien gefunden wurde. Bei Frauen, deren Betacarotinspiegel höher liegt, konnte dieser Zusammenhang nicht nachgewiesen werden. Tiefergehende Analysen zeigten, dass eine Wechselbeziehung zwi-schen dem Betacarotingehalt im Blutplasma und dem Konsum von Früchten und Gemüse besteht. Es liegt auf der Hand, dass diejenigen, die wenig Früchte und Gemüse zu sich nehmen, in diesem Fall die Männer, die niedrigsten Betacarotinspiegel haben.

• Bei beiden Gruppen, Frauen und Männern, konnte durch die Einnahme von Antioxidantien-Ergänzungsmittel keine schützende Wirkung gegen Herz-Durchblutungsstörungen entdeckt werden.
• Auf der anderen Seite - und AUSSCHLIESSLICH bei Männern - verminderte die tägliche Einnahme von Antioxidantien-Kapseln das Risiko bei allen Krebserkrankungen um 31% mit Ausnahme bei Rauchern.
• Das grundsätzliche Sterberisiko bei Männern war um beachtliche 37% verringert.

Die Hauptaussage, die der SUVIMAX Studie entnommen werden kann, ist eindeutig. Wie bei den Frauen gezeigt wurde, gibt es keine Notwendigkeit, sich allein auf Antioxidantien-Ergänzungsmitteln zu verlassen, um das Risiko einer Krebserkrankung zu vermindern. Eine vielseitige Ernährung, reich an Früchten und Gemüse, ist die beste Vorbeugung. Wie jedoch bei den Männer gezeigt wurde, können Antioxidantien-Ergänzungen bei denen, die nur geringe Mengen der Antioxidantien aus ihrer normalen Ernährung beziehen, diesen Mangel ausgleichen. Alternativ können diese Extra-Antioxidantien auch direkt über die Nahrung aufgenommen werden. Zum Beispiel entsprechen 60 Gramm geriebener Möhre (Betacarotin) und eine Kiwi oder Orange (Vitamin C) der Dosis in SUVIMAX.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung:

Nahrungsergänzungsmittel sind nach deutschem Recht Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs. Sie können z.B. Vitamine, Provitamine, Enzyme, Mineralstoffe und andere Bestandteile der üblichen Ernährung enthalten, die isoliert und anschliessend in konzentrierter Form als Tabletten, Dragees etc. oder als Zusatz in Nahrungsmitteln angeboten werden (z.B. Beta-Carotin, Coenzym Q10 etc.).
Hätten NE eine tatsächliche Wirkung wie die einer Medizin, müssten diese NE sich einer besonderen Prüfung unterziehen. In vielen Fällen kann man deshalb getrost davon ausgehen, dass NE -wenn sie denn überhaupt die angekündigten Wirkstoffe enthalten- diese in geringer Menge enthalten. Und ob dann die in der Werbung -oder was noch viel schlimmer ist, in der Mund-zu-Mund-Werbung respektive Werbung in Patientenforen- versprochenen Inhaltsstoffe tatsächlich in der angegebenen Menge und Wirksamkeit und dann auch noch in einer für Kranke akzeptablen Qualität enthalten sind, ist eine weitere offene Frage. Die Lebensmittelindustrie hat jedenfalls aus meiner Sicht alles daran gesetzt, meinen Glauben an "verträgliche" und "unbedenkliche" Lebensmittel zu erschüttern. Und deshalb glaube ich Versprechungen auf NE-Verpackungen nicht mehr!

Stichwort:
Nahrungsergänzungsmittel
Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel, die dazu bestimmt sind, die allgemeine Ernährung zu ergänzen. Sie bestehen aus Konzentraten von Nährstoffen – insbesondere Vitamine und Mineralstoffe – oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung und werden in dosierter Form als Kapseln, Pastillen, Tabletten, Flüssigampullen, Flaschen mit Tropfeinsätzen etc. in den Verkehr gebracht.
Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel und keine Arzneimittel.

Obwohl Nahrungsergänzungsmittel (NE) eigentlich überflüssig sind, wenn man sich sinnvoll ernährt, boomt der Markt der NE. In den letzten Jahren ergaben die Untersuchungen der NE sehr hohe Beanstandungsquoten zwischen 50 und 75 %. Diese sind vor allem darauf zurückzuführen, dass viele Produkte unzulässige Zusatzstoffe enthalten oder dass den Präparaten exotische Pflanzenextrakte zugefügt werden, die in Arzneimitteln Verwendung finden. Weiterhin wird eine Vielzahl von Erzeugnissen, insbesondere in Werbebroschüren und im Internet, mit massiven krankheitsbezogenen Aussagen beworben, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehren. Solche irreführenden und krankheitsbezogenen Aussagen sind nach dem Lebensmittelrecht verboten

Immer wieder versuchen Hersteller den aufwändigen und häufig aussichtslosen Weg der Zulassung eines Erzeugnisses als Arzneimittel zu umgehen, indem sie ihre Produkte als "Nahrungsergänzungsmittel" in den Verkehr bringen, die keiner Zulassungspflicht unterliegen. Eine nicht geringe Anzahl von NE bewegt sich somit in der Grauzone "Lebensmittel/ Arzneimittel."

Proben einer deutschen Firma, die als „Nahrungsergänzungsmittel“ in den Verkehr gebracht wurden, enthielten laut Prüfung des bayerischen LBL sehr hohe Gehalte an den Vitaminen E, B1, B6 und B12. Die Vitaminmengen überschritten empfohlene Tagesdosen um das 18- bis 400-fache. NE mit derart hohen Vitamingehalten dienen jedoch nicht mehr der Ernährung, sie können daher nicht als Lebensmittel im Sinne des §1 LMBG eingestuft werden.

Aufpassen:
Gesundheitliche Probleme können sich für den Verbraucher insbesondere auch dann ergeben, wenn ein und derselbe Nährstoff – zum Beispiel Vitamin E oder z.B. Jod – durch verschiedene NE Produkte aufgenommen wird und es dadurch zu einer Überversorgung mit diesem "Nährstoff"kommen kann.

Die Untersuchung dieser Warengruppe ergab beim LGL in den letzten Jahren unvermindert hohe Beanstandungsquoten zwischen 50 und 75 %. Die hauptsächlichen Beanstandungsgründe waren unzureichende oder unverständliche (fremdsprachige) Kennzeichnung bei ausländischen Produkten, irreführende Werbebehauptungen, teilweise massive krankheitsbezogene Aussagen, unzulässige schlankheitsbezogene Hinweise, Verwendung pflanzlicher Zutaten, die im Arzneimittelbereich Verwendung finden und/oder als neuartig im Sinne der "Novel Food"-Verordnung anzusehen sind, Verwendung von Vitaminen und Mineralstoffen in hoher Dosierung und Einsatz nicht zugelassener Zusatzstoffe.

Frau Dr. Jutta Hübner, Leiterin UCT Frankfurt:

Die Frage nach dem Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln während einer Chemo- oder Strahlentherapie wird häufig gestellt. Obwohl vielfach versucht wurde, Überlebensraten von Tumorpatienten durch den Einsatz zu verbessern, gelang dies bisher nicht, tendenziell im Gegenteil. Die meisten Daten, die als Pro-Argumente für einen Einsatz gesehen werden, stammen nicht aus der klinischen Forschung, sondern aus Untersuchungen zur Prävention. Ausser bei klaren Mangelzuständen, insbesondere bei Vitamin- D-Mangel bei Osteoporoserisiko, gibt es derzeit keine gesicherte Indikation für den supportiven Einsatz. Die Gabe von Antioxidanzien während einer laufenden Therapie ist wegen der Gefährdung des Therapieerfolges nicht empfehlenswert.

Es gibt eine Reihe von Hinweisen, dass Mikronährstoffe die Tumorprogression fördern können. Vitamin C und andere Antioxidanzien finden sich in hohen Konzentrationen in Tumorgewebe, auch bei Patienten, die im Serum oder Vollblut niedrige Konzentrationen aufweisen. Hierdurch kommt es zur vermehrten Enzymaktivität und zur Resistenz von Tumorzellen. Auch nach Abschluss der Therapie gibt es keine Indikation für die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (ausser bei nachgewiesenem Mangelzustand).

Ausgewählte Informationen zum Thema Ernährung und Prostatakrebs finden Sie unter Krebsdiät
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letzte Aktualisierung im Juli 2010


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