Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
E-Mail: info@prostata-sh.info

PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Ernährung bei Krebs

08.8.2009

Gibt es eine falsche Ernährung bei Krebs?
Ein zu hoher Fleischkonsum erhöht das Risiko für Malignome des Dickdarms, des Pankreas, der Mammae und der Prostat. Ein zu hoher Alkoholkonsum steht in direkter Korrelation mit einem erhöhten Risiko für Krebs von Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre und Leber. Diese Ergebnisse präsentierte Steffen Theobald, Klinik für Tumorbiologie Freiburg, anlässlich einer Fortbildungsveranstaltung am 9. November 2002 in Hannover. Weder Kontaminanten noch irgendeine Form der Zubereitung hat nach heutiger Erkenntnis einen ähnlich hohen Einfluss auf die Pathogenese von bösartigen Erkrankungen wie diese beiden Faktoren. Dagen ist ein protektiver Einfluss von Gemüse und Obst auf eine Vielzahl von Tumoren bekannt.

Was macht Obt und Gemüse tumorprotektiv? Theobald erläuterte, dass dies nicht so sehr die bekannten antioxidativen Vitamine seien, sondern zusätzlich die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe, die erst seit etwa zehn bis 15 Jahren erforscht werden. Bisher sind 700 verschiedene Carotinoide bekannt, über 100 verschiedene Flavonoide; es wird geschätzt, dass es zwischen 6000 und 100.000 dieser zum großen Teil noch unbekannten gesundheitsfördernden Substanzen gibt, die in Pflanzen enthalten sind und die man sich mit einer hochwertigen Ernährung regelmäßig zuführt. Sehr viele von ihnen wirken krebshemmend, häufig um ein Vielfaches stärker als isoliertes Vitamin C: Allein die Flavonoide, die in einem einzigen Apfel enthalten sind, wirden 260mal stärker antioxidativ als eine Tagesdosis Vitamin C. Gleiches gilt für die Flavonoide in Tomaten und mit großer Gewissheit für viele andere Obst- und Gemüsesorten.

Für alle Menschen, die mit Hilfe ihrer Ernährung einer Krebserkrankung vorbeugen oder während einer Krebserkrankung das Optimum tun wollen, empfiehlt Theobald die 5 am Tag-Aktion, die getragen wird vom Bundesministerium für Gesundheit, dem Bundesministerium für Verbraucherschutz, den Krankenkassen, der Deutschen Krebsgesellschaft, der Lebensmittelindustrie und einer Reihe weiterer Verbände. Die Botschaft lautet: "Wer viel Obst und Gemüse isst, hat ein geringeres Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Im Detail bedeutet das, so Theobald, dreimal pro Tag Gemüse essen (z.B. gekochtes Gemüse zum Mittagessen, frisches Gemüse wie Möhren, Gurken, Paprika zwischendurch und zum Abendessen), und zweimal pro Tag Obst - ingesamt mindestens 650 Gramm. Wenn eine solche Ernährungsform das ganze Leben lang durchgehalten wird, ist damit viel für die Tumorprotektion getan.

Prostatakrebs und Ernährung - Prof. Schmitz-Dräger auf dem Bad Reichenhaller Seminar im Oktober 2006

Prof. Schmitz-Dräger betont gleich zu Beginn die wichtige Rolle einer bewußten Ernährung, die speziell die männliche Gesundheit fördere -6quot;Frauen werden fünf Jahre älter!"- , drosselte jedoch Erwartungen "Das Wissen um die Rolle der Ernährung ist zwar vorhanden, aber nicht bei den Ärzten. Wir haben erst in den letzten Jahren gelernt, dass eine Ernährungsumstellung Risiken abbauen kann, dennoch sind wir weit entfernt, die Wirkung einzelner Lebensmittel zu verstehen."

Die Grundregeln, um die Bildung von Karzinomen zu erschweren, seien einfach: Fett reduzieren und wenn schon Fett, dann das richtige, rotes Fleisch vermeiden, Seefisch sei ohnehin gesünder. Übergewicht habe negative Effekte, würde das Krebsrisiko erhöhen, die Diagnose sei erschwert, denn PSA sei trotz fortgeschrittener Krankheit bei Adipositas generell niedriger und wenn dann noch Prostata-Krebs entsteht, sei dies häufiger ein aggressiverer Krebs: "Fett ist Kraftstoff für die Krebszelle"

Prof. Schmitz-Dräger unterscheidet

1. Primäre Prävention
- Gesundheitsförderung/Abbau ernährungsabhängiger Risikofaktoren
2. Sekundäre Prävention
- im Frühstadium einer Krankheit
3. Tertiäre Prävention
- Vermeiden vom Fortschreiten der Krankheit

...und bei Vorliegen eines Tumors? Prof. Schmitz-Dräger berichtet:

Eine Lebensstiländerung und damit eine Änderung der Ernährung lohne sich, habe eine Studie in den USA ergeben. Bei Krebspatienten habe man den Fettanteil in der Nahrung erheblich abgesenkt (15% vom sonst üblichen Standard). Beobachtet wurde anschließend ein Absinken des vorher erhöhten PSA-Wertes. Ungeklärt sei die Frage, ob hier nur der PSA-Wert als Laborwert beeinflußt wurde, ein Fortschreiten des Tumorwachstums jedoch nicht verhindert wurde.

Zur Prävention empfiehlt Prof. Schmitz-Dräger nicht nur sein Kochbuch "Männerküche" (Prävention kann auch schmecken) sondern einen ganzheitlichen Ansatz bestehend aus

- Ernährung
1. Ernergie- und fettreduzierte Ernährung
2. Obst und Gemüse "5 am Tag"
3. Sojaprodukte, Vollkorn, Hülsenfrüchte, wenig rotes Fleisch bzw. Wurst
4. Calziumreiche Ernährung (fettarme Milch)
5. Omega-3 und einfach ungesättigte Fette (Olivenöl, Rapsöl)
6. Alkohol wenn überhaupt nur wenig.

- alternative Behandlungsformen, wobei auch da die Ernährung im Mittelpunkt stehe

- seelische Einflüsse mit Wirkung auf die Lebensqualität und das Allgemeinbefinden

- Sport zur Stärkung des Immunsystems

Prof. Schmitz-Dräger: "...ein Patient, der Sport treibt, verträgt eine Chemotherapie besser"

Ergänzung

In einem anmderen Forum fand ich jetzt ganz aktuell eine Darstellung bzgl. eines Frühstücks, mit welchem ein Mann mit Prostatakrebs offensichtlich glaubt, dem PK ein Schnippchen zu schlagen.

Mein Frühstück sieht so aus: 1. Omega 3 und eine Coenin Q10 Kapseln nüchtern.

Kaffe, Grün Tee, Ur-Dinkel Brot, Hüttenkäse, Ziegenkäse, Trockenfleisch, Pouletaufschnitt, Pro Woche ein Ei, Räucherlachs, Salami, Tomaten, Knoblauch Zehen eingelegt, Oliven, Trocken Tomaten und dergleichen.
Täglich ein Löffel Granatapfel Paste! Zusammenstellung wechselt täglich ab. Totaler verzicht auf Zucker.
1 Kapsel Imupros enthaltend: Vitamin C, E, Calcium, Zink, Selenium, Vitamin D3! Einnahme zusammen mit dem Essen.
Jeden Abend ein bis zwei Glas Rotwein.
Verzicht auf Kohlenhydrate die in sämtlichen Teigwaren und Reis vorkommen!
Sehr wenige Früchte. Keine Süssigkeiten.

Ich will das nicht kritisieren. Ich stelle mir aber die Frage, ob ich dazu bereit wäre?
Ich stelle mir eine weitere Frage: Was glaube ich denn, gewinne ich an Lebenszeit durch dieses Kasteien bei den täglichen Mahlzeiten?
und die alles entscheidende, für mich die wichtigste Frage: Wieviel Lebensqualität verliere ich durch dieses Verhalten oder gibt es Hinweise, dass ich durch diese Nahrungsumstellung Lebensqualität gewinne?

Ausgewählte Informationen zum Thema Ernährung und Prostatakrebs finden Sie unter Krebsdiät
und bei
Ketogene Diät
Ernährung bei Krebs
und
Ernährung und Prostatakrebs
und unter
Gedanken zur Ernährung bei Krebs
eine Warnung steht hier über eine
unzweckmäßige Diät
und hier etwas zur
Nahrungsergänzung
und hier sind Informationen über Kachexie

Letzte Aktualisierung im August 2009



Zurück