Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

PSA-Wert schwankt

14.12.2009

Wiederholte, kurzfristige Schwankungen des PSA unter Antibiotikatherapie sind schwierig zu erklären, eigentlich gar nicht so richtig!

Der PSA Wert ist sicherlich der beste, aber kein idealer Tumormarker. Er hat Schwächen und Stärken. Erhöhte PSA-Werte können auch durch nicht-bösartige Veränderungen provoziert werden (Entzündungen).

Auch nach Antibiotikatherapie wurde wiederholt ein auffälliger PSA gemessen.

Klarheit bringt zumeist letztlich eine Stanzbiopsie der Prostata. Vorher gut über Risiken und Problembereiche informieren.

Ergänzung

Einmaliger PSA-Anstieg kein Alarmsignal

Man(n) stelle sich vor: Bei der jährlichen Vorsorge war bisher nichts Auffälliges zu beobachten. Der PSA-Wert lag schon seit Jahren so bei ungefähr bei 1,5 ng/dl. Und jetzt das: PSA 2,6 ng/dl. Und irgendwie drehte sich das anschließende Gespräch mit dem Urologen in Richtung "Verdächtiger PSA-Wert" und "Abklärung". Habe ich da eben nicht auch das Wort Biopsie gehört? Die Aufregung ist groß, weiß ich doch, eine Prostatabiopsie wurde auch schon aufgrund eines einzigen Anstiegs des Prostataspezifischen Antigens (PSA) empfohlen. Jetzt gibt es dazu entwarnende Daten. In einer texanischen Studie, die im "Journal of Urology" erschien, wurde die Beständigkeit eines einzigen abnormen PSA-Testergebnisses während der darauffolgenden 3 Jahre überprüft.

Bei mehr als 2000 Teilnehmern einer Screening-Studiengruppe wurden die PSA-Werte in den darauffolgenden 3 Jahren verglichen, und zwar exakt bei den Männern, bei denen nach einem erhöhten PSA-Wert von 2,5 ng/dl und mehr ein nicht mehr erhöhter Wert folgte.

Die hier grob vereinfacht die Ergebnisse: Bei 23,3% der Männer mit einem erhöhten Wert des Prostataspezifischen Antigens war der darauffolgende Wert nach einem Jahr Nachbeobachtungszeit nicht erhöht. Bei 19,5% der Männer mit einem erhöhtem Wert des Prostataspezifischen Antigens waren innerhalb einer zweijährigen Nachbeobachtungszeit die beiden PSA-Werte nicht erhöht. Und schließlich waren bei 17,5% der Männer innerhalb der folgenden 3 Jahre die nächsten 3 PSA-Werte auch nicht erhöht.

Was können wir daraus folgern:
Voreilige Entschlüsse sind fehl am Platz. Entscheidungen zu einer Biopsie aufgrund eines einzelnen angestiegenen PSA-Wertes sollten gründlich überdacht werden. Zwei weitere PSA-Werte sollten es abgesehen von weiteren Untersuchungen schon sein, um die Entscheidung Für oder Gegen eine Biospie sicherer zu machen.

Mehr über die Studie unter: Ankerst DP et al. Yearly prostate specific antigen and digital rectal examination fluctuations in a screened population. J Urol 2009 May;181:2071.

siehe auch:
PSA-Test
PSA und Nachsorge
oder
PSA-Wert schwankt nach RPE

aktualisiert im Juli 2009



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