Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Spirulina

30.7.2006

ist ein einfacher Frischwasserseetang, wird als Wundermittel gepriesen; Wirksamkeitsstudien sind mir jedoch z.Zt. nicht bekannt; ausserdem ist das Zeug teuer. Es soll den Appetit verringern und effektiv gegen Cholesterin sein. Beweise fehlen mir.

Juli 2006

Nachtrag 2014:

Die Frage, ob Spirulina Auswirkungen auf den PSA-Wert hat, kann nicht beantwortet werden. Es fehlen belastbare Daten.

Meine persönliche Meinung:

In der mir zugänglichen Literatur finde ich Hinweise, dass Spirulina Produkte keinerlei Nährstoffe enthalten, die nicht auch in unseren Nahrungsmitteln enthalten sind - da kosten sie zudem auch noch bedeutend weniger. Sie hätten, so ist nachlesbar, keinerlei nachgewiesenen Wert für die Behandelung medizinischer Probleme wie z.B. Prostatakrebs. Abgesehen davon können solche Produkte möglicherweise auch Giftstoffe enthalten.


Ich kann nicht verstehen, dass normalintelligente Menschen auf Botschaften wie z.B. diese zustimmend reagieren: „So wird etwa den Antioxidantien in ……eine Stärkung des Immunsystem und ……….nachgesagt.“
oder
„Es gibt auch Lebensmittel, die so potent sind, dass ihnen sogar eine heilsame Wirkung bei Krebs zugeschrieben wird.“
Ich frage mich: Nachgesagt oder zugeschrieben, heilsame Wirkung, was heißt das? Wo sind die Beweise, dass ich solchen Aussagen vertrauen kann?

Stiftung Warentest ist zum Ärger der Vertreiber von Algenprodukten ablehnend. Die meisten ......Produkte – Kapseln und Tabletten mit den Süßwasser­algen Chlorella oder Spirulina – seien „wenig geeignet“, um die auf der Packung geweckten Erwartungen zu erfüllen. Und das Vitamin B12 befindet sich in den besagten Algen über­wiegend in einer für Menschen nicht verwert­baren Form. Die Gegendarstellungen sind ähnlich deutlich und/oder drastisch.


Und hinsichtlich der gesundheitlichen Wirkungen, wie steht es damit? Stiftung Warentest schreibt: So verfügt keins der in Deutsch­land erhältlichen Algen­produkte über eine Zulassung als Arznei­mittel. Statt­dessen gelten die meisten recht­lich als Nahrungs­ergän­zungs­mittel, manche sogar als Lebens­mittel. Folge: Sie müssen keine Wirk­samkeits­nach­weise erbringen.

Ja dann frage ich mich doch: Stimmt denn die landläufige Meinung, der Verzehr von Lebensmitteln, welche reich an sekundären Pflanzenstoffen sind, könne das Risiko an bestimmten chronischen Leiden zu erkranken reduzieren? Tatsächlich? Ich lese eher oder mehr zwischen den Zeilen, dass die Wissenschaftler bei den Algen noch weit von therapeutisch nutzbaren Erfolgen entfernt sind. Der Sekundärstoffwechsel der Algen ist noch weitgehend unerforscht. Von den geschätzten 280.000 Algenarten unseres Planeten sind bisher nur 40.000 bekannt und davon nur wenige hundert phytochemisch charakterisiert. Sicher, die Naturstoffchemiker des Leibniz-Institutes für Pflanzenbiochemie (IPB) und die Wissenschaftlern der Hochschule Anhalt sind dabei, in Algen nach neuen antibiotischen oder Antikrebs-Wirkstoffen zu suchen. 70 Substanzen aus Algen, die Krebszellen abtöten können, sind mittlerweile bekannt, aber nur einige wenige von ihnen sind in der klinischen Testphase. Die Suche nach neuen Wirkstoffen läuft, möglicherweise wird sie sich als aussichtsreich erweisen, aber dass heißt doch noch lange nicht: Eßt Algen gegen den Krebs. Quelle: IDW, 01.06.2010

(23.12.2014 WDF)

 

 



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