Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

EDR-Test

24.6.2009

meint Extreme Drug Resistence Test, geschützter Name des OncoTech Labors in Tustin Californien, USA.

EDR-Test, das ist eine Laboruntersuchung an lebenden Tumorgewebe, um vor einer Chemotherapie herauszufinden, ob der Patient oder die Patientin auf das beabsichtigte Medikament überhaupt anspricht.

EDR (extreme Drug Resistance) als Ergebnis bedeutet, dass das Tumorzellenwachstum durch ein bestimmtes Chemotherapeutikum nicht beeinflußt wurde. Der Patient profitiert nicht von diesem Therapeutikum und würde, weil nutzlos, nur einer unnötigen Toxizität ausgesetzt.
IDR (intermediate Drug Resistance) bedeutet, dass das Tumorzellenwachstum durch ein bestimmtes Chemotherapeutikum moderat anspricht, eine etwa halbgroße Ansprechrate wie vom Hersteller des Therapeutikums beschrieben.
LDR (low Drug Resistance) bedeutet, dass das Tumorzellenwachstum durch ein bestimmtes Chemotherapeutikum deutlich eingeschränkt wird, der Patient also von der Gabe dieses Therapeutikums profitiert.

Dezeit soll ein solcher Test für Prostatakrebs in Deutschand noch nicht existierten, es wird wohl noch daran gearbeitet. Die Kosten eines Tests liegen bei knapp 1800 Euro. Dafür werden nach Angaben von Onco, USA, sieben Therapeutikasubstanzen in den Test einbezogen. Je weitere sieben Substanzen kommen 750 Euro hinzu.

Weitere Infos siehe Chemosensibilitätstest oder Chemosensitivitätstest oder Onco EDR-Test
siehe auch OncoProfiles

September 2006

Ergänzung im April 2007:

Vor ein paar Tagen schrieb ich wegen eines Chemosensitivitätstests (EDR-Test) vor der Chemotherapie von Prostatakrebs an TherapySelect GmbH & Co. KG Im Neuenheimer Feld 584 D-69120 Heidelberg
Sehr geehrte Damen und Herren, über das Forum des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe wurde ich auf den EDR-Test aufmerksam. Bei Durchsicht der Berichte und Hinweise auf klinische und Validierungs-Studien fand ich keine konkreten Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit bzw. richtiger Vorhersage von Resistenzen bei Prostatakrebs. Ist es Ihnen möglich -und wenn ja, bitte ich Sie sehr herzlich darum - mir für dieses Krankheitsbild nähere Informationen bzgl. der EDR-Testung zukommen zu lassen? In meiner Selbsthilfegruppe mit mehr als 60 betroffenen Männern, viele davon in der Situation, bald eine Chemotherapie machen zu müssen, besteht großes Interesse an diesen Informationen. Freundliche Grüße Wolfhard D. Frost

Hier jetzt die Antwort:

Sehr geehrter Herr Frost,
vorab erst einmal vielen Dank für Ihr Interesse an dem EDR-Test. Nach Rücksprache mit unserem Labor kann ich Ihnen folgende Aussagen machen: Die Firma TherapySelect, bzw. das durchführende Labor Oncotech, hat leider aus mehreren Gründen relativ wenig Erfahrung mit Prostata-Krebs. Im Jahr 2006 wurden z.B. für diese Entität nur 8 Tests durchgeführt. Das liegt zum einen daran, dass eine Chemotherapie für den Fall Prostatakrebs normalerweise nicht die ideale Behandlungsmethode darstellt - ausgenommen sind weit fortgeschrittene Stadien. Im Regelfall sollte Prostatakrebs operiert werden, kombiniert mit einer Radiation bzw. einer Hormontherapie.

Des Weiteren liegt beim Prostatakrebs das Problem vor, dass relativ wenig Tumormasse für den Test zur Verfügung steht. Im Regelfall benötigen wir ein Gramm Tumorgewebe für die Testung, dies ist etwas mehr als ein kirschkern-großes Stück.

Wenn genug Tumormaterial vorliegt, können wir dies natürlich testen. Aber wie gesagt, unsere Erfahrung mit Prostatakrebs ist limitiert und der Krebstyp stellt sich etwas problematisch dar.

Abschließend noch einige allgemeine Punkte zum Test: Prinzipiell ist der EDR-Test sinnvoll und durchführbar, wenn
- der Patient eine Chemotherapie bekommen soll und
- mehrere Chemotherapeutika zur Auswahl stehen.
Für die erfolgreiche Durchführung des EDR-Tests ist es wichtig,
- dass das Tumorgewebe frisch und lebendig ist,
- dass möglichst mehr als 1 Million Tumorzellen (das ist ungefähr 1 Gramm Gewebe oder ein kirschkerngroßes Gewebesstück) zur Verfügung stehen und
- dass der Patient innerhalb von drei Wochen vor Probenentnahme keine Chemotherapie oder Bestrahlung erhalten hatte.

Wenn die obigen Punkte zutreffen, ist ein Test wirklich sinnvoll. Bitte bedenken Sie, dass mittels des Tests unwirksame Chemotherapeutika vor Therapiebeginn ermittelt werden können. Damit besteht keine Garantie, dass die restlichen Medikamente wirken, aber die Ansprechwahrscheinlichkeit kann sich entsprechend stark erhöhen.

Ich hoffe, Ihnen etwas weiter geholfen zu haben. Für weitere Fragen stehen meine Kollegen und ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen ein sonniges Wochenende. Mit freundlichen Grüßen Dr. Annette Heinrich

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Dr.rer.nat. Annette Heinrich
TherapySelect GmbH & Co. KG
Im Neuenheimer Feld 584
D-69120 Heidelberg
Tel.: 06221-8936-152
Fax: 012120-151390
www.therapyselect.de



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