Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Schlafstörungen bei Prostatakrebs

08.9.2006

Melatonin steuert unsere innere Uhr. Das Hormon Melatonin wird in Abhängigkeit vom Lichteinfall am Auge von der Zirbeldrüse gebildet und steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus. Ein Mangel führt zu Schlafstörungen. Auslöser ist zumeist die Tumorerkrankung.

Schlafstörungen nicht sofort medikamentös angehen, sondern mit Selbstkontrolle, denn Schlafen will gelernt sein.

Wie soll das geschehen?

• die Dauer des Nachtschlafes auf eine Zeit festlegen, die früher schon/erfahrungsgemäß zu Erholung geführt hat
• nach dem Aufwachen sofort aufstehen;
• bei Einschlafstörungen nicht im Bett liegen bleiben, sondern aufstehen und einer leichten Tätigkeit nachgehen, bis sich wieder ein Gefühl der Müdigkeit einstellt. Tipp: Ich lese in einem anderen Raum (nicht im Schlafzimmer) solange, bis mir die Augen zufallen. Oder ich surfe im Internet, bis die Müdigkeit überwiegt. Danach gehe ich sofort ins Bett und schlafe auch sofort ein.
• das Bett nur zum Schlafen und nicht zum Lesen, Fernsehen usw. nutzen;
• tagsüber maximal nur eine Stunde schlafen und danach sofort aufstehen; Tipp: Ich stelle mir die Eieruhr aus der Küche auf 45 Minuten ein und stehe nach dem Weckzeichen sofort auf.
• die Erwartungen an sich selbst zurückschrauben; Tipp: ich hatte mir immer zuviel vorgenommen, jetzt mache ich mir einen kleinen Zettel mit dem, was ich am nächsten Tag erledigen kann und mache auch nur das. Dann bin ich geschafft, zufrieden, abends müde und schlafe dann auch sofort ein.
• tagsüber für ausreichend Bewegung und Betätigung sorgen - wer tagsüber nur ausruht, kann nachts nicht schlafen
• auch an Wochenenden zur gewohnten Zeit aufstehen; sehr zum Leidwesen meiner Frau, die noch berufstätig ist, stehe ich Samstag und Sonntag wie gewohnt früh auf und bereite das Frühstück.
• und bei schlechtem Nachtschlaf versuche ich nicht mehr , den „verlorenen“ Schlaf nachzuholen. Das habe ich früher auch falsch gemacht.

Mehr dazu siehe auch:
http://www.krebsinformation.de/Belastende_Symptome/fatigue.html

Falls dennoch weiterhin Einschlafstörungen bestehen, mit dem Arzt besprechen und ein Mittel nehmen, dass morgens nicht mehr nachwirkt (so als habe man einen Rausch gehabt!). Wenn das Durchschlafen gestört ist benötigt man andere Medikamente, sogenannte Psychostimulatien. Aber nochmals: Auf eigene Faust sollten Betroffene nicht allzu viel mit Medikamenten nachhelfen - das Gespräch mit dem Arzt schützt vor einer möglichen Verfestigung der Schlafprobleme.

September 2006


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