Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Nebenwirkungen bei Chemotherapie

25.12.2008

Chemotherapie Nebenwirkungen verringern

Mit einigen Begleitmaßnahmen kann man die Nebenwirkungen einer systemischen Chemotherapie verringern. Eine Schädigung des Blutbildes durch die Chemotherapie hat zur Folge, daß die ZahI der weißen Blutkörperchen abnimmt, die Immunabwehr geschwächt wird und vermehrt Infektionen auftreten. Hier kann man durch die rechtzeitige Gabe von Echinacea oder anderen Immunmodulatoren wie Mistel- oder Thymusextrakten entgegengewirken. Bitte aber beachten: Ein bis zwei Tage vor und nach sowie während der Anwendung von Zytostatika (Chemotherapie) sollen iedoch keine Mistel- oder Thymusspritzen gegeben werden.

Ob und wie schnell sich das blutbildende System von den Folgen der Chemotherapie erholt, hängt von deren Dauer und Intensität ab. Bei einer leichten, d.h. nur ergänzenden Chemotherapie, dauert es gewöhnlich einige Wochen, bei einer intensiven Chemotherapie möglicherweise Jahre.

Chemotherapeutika lösen Übelkeit und manchmal über Stunden andauernden Brechreiz aus. Deshalb sollte man vor der Behandlung mit Zytostatika nur eine sehr leichte Mahlzeit zu sich nehmen und keine Süßigkeiten essen. Aromadüfte von Lavendel oder Anis können den Brechreiz dämpfen, ebenso Entspannungsübungen oder Ablenkung durch Musik, Lesen, Gespräche.

Während und vor allem nach der Behandlung mit Chemotherapeutika ist es wichtig, viel zu trinken, um die Ausscheidung der schädigenden Medikamente zu beschleunigen. Verschiedene Teesorten oder Pflanzensäfte aus Mariendistel oder Benediktinerkraut eignen sich hier besonders gut.

Ein biologisches Therapiekonzept, um den Nebenwirkungen einer Chemotherapie zu begegnen, folgende Elemente:

Seelische Stabilisierung
(Entspannung und Visualisieren).

Stärkung des Immunsystems
durch z. B. Mistel und/oder Organextrakte.

Ernährung:
Entsäuernde, basische Lebensmittel, also viel Gemüse und Obst. Bitte beachten: Säurebildende Lebensmittel wie tierisches Eiweiß (Fleisch),Süßigkeiten und Kaffee möglichst meiden.

Ausgleich von Nährstoffdefiziten
durch Gabe von Vitaminen (Vit. A, C, E, B 12, Folsäure) und Spurenelementen (Selen, Zink).

Stärkung der Entgiftungsorgane
(Darm, Leber und Niere) durch pflanzliche bzw. homöopathische Präparate sowie spezielle Kräutertees.

Mikrobiologische Therapie:
Milchsaure Lebensmittel wie Joghurt, Sauermilch, Kefir, Sauerkraut, Rote-Bete-Most, Karottenmost oder vergorenes Getreide (Brottrunk@) fördern ein gesundes Darmmilieu

Appetitanregung
durch Artischockenfrischpflanzensäfte oder Pepsinwein (erhältlich in Reformhäusern).

Spezielle Nahrungsergänzung
mit Omega-3-Fettsäuren, Aminosäurekombinationen und/oder Sojaextrakten.

Text von Dr. med. György lrmey, Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren, ärztlicher Direktor der GeseIlschaft für Biologische Krebsabwehr,

Dezember 2006

Ergänzung:
Manche Medikamente sind im Ausgangszustand oft noch nicht immunogen, sondern werden nicht sofort sondern erst bei ihrer Metabolisierung und Bindung an Proteine vom Immunsystem als Antigene erkannt. Hier liegt ein wesentliches Problem beim Einsatz neuerer Medikamente: Da die einzelnen Metabolisierungsstufen dem behandelnden Arzt manchmal nicht genügend bekannt sind (bzw. ausreichende Erfahrungswerte noch nicht zur Verfügung stehen), sind negative Resultate (unerwünschte Stimulationen) im Bereich der Haut- und Lymphozyten möglich. D.h. NICHT-immunologische Mechanismen wie Toxizität, Nebenwirkungen oder Intoleranzreaktion, welche auch über die Dosierung ausgelöst sein können, müssen erkannt und abgegrenzt werden.

aktualisiert im Dezember 2008

Ergänzung im Oktober 2014

 

Viele Krebspatienten brechen Therapie wegen Arzneimittelnebenwirkungen ab

 

ist der Titel einer Schrift im Internet am Freitag, 3. Oktober 2014. Forscher berichten auf dem Europäischen Krebskongress in Madrid 2014, mehr als sechs Prozent der europäischen Krebspatienten been­den aufgrund von Nebenwirkungen die Behandlung.

Die Forscher analysierten Therapiedaten von knapp 8.000 Patienten aus Großbri­tannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien.

 

Aus dieser Gruppe hatten 87 Prozent eine zytotoxische Chemotherapie und 13 Prozent eine Hormontherapie erhalten. Die häufigste Nebenwirkung war mit 36 Prozent Neutropenie (Blutbildveränderung), gefolgt von Übelkeit/Erbrechen (23 Prozent), Blutarmut (21 Prozent), Neuropathie (17 Prozent) und Schleimhautentzündung (15 Prozent).

Quelle: aus Ärztezeitung
29.10.2014 WDF



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