Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Chemotherapie und Ernährung

08.8.2009

Für die Ernährung während der Chemotherapie gibt es viele Ratschläge. Zitiert werden soll an dieser Stelle eine Empfehlung des National Cancer Institut in Bethesda/USA: Versuchen Sie, den Tag über häufig kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Damit vermeiden Sie, daß sich ihr Magen überfüllt, wie es bei größeren Mahlzeiten der Fall ist. Vermeiden Sie während der Mahlzeiten zu trinken, um Ihren Magen nicht zu sehr zu füllen. Versuchen Sie es so einzurichten, daß Sie eine Stunde vor oder nach der Mahlzeit trinken. Vermeiden Sie Süßigkeiten sowie gebackene und fette Nahrungs-mittel. Essen Sie langsam, so daß nur wenig Nahrung auf einmal in Ihren Magen gelangt. Kauen Sie ihre Nahrung gut, dann kann sie besser verdaut werden.

Essen Sie trockene Lebensmittel wie Toast oder Zwieback. Damit läßt sich ein aufrührerischer Magen vor allem morgens beruhigen. Trinken Sie klare, kühle, ungesüßte Getränke, beispielsweise Apfelsaft.

Essen Sie leichte Mahlzeiten wie Suppe und Kekse, bevor Sie die Medikamente erhalten.

Wenn Sie den Geruch von Nahrungsmitteln nicht ertragen können, meiden Sie - wenn irgendmöglich - Ihre Küche, solange die Speisen zubereitet werden.

Grundsätzlich sollte von Krebskranken beachtet werden: Essen hält Sie stark !

Wenn Sie gut essen, werden Sie auch mit der Chemotherapie besser fertig.

Wenn Sie die richtigen Nahrungsmittel wählen, helfen Sie Ihrem Körper, mit der krankheitsbedingten Schwächung besser fertig zu werden.

Diese Ratschläge sind sicher gut gemeint. Es ist aber eine allgemeine Erfahrung, daß gerade bei Krebs-Patienten während der Zytostatikatherapie der Appetit meist so stark herabgesetzt ist, daß sie das Essen vorübergehend ganz einstellen. Zu dem Streß der Behandlung kommt oft hinzu, daß Angehörige in dieser Situation aus verständlicher Sorge die Patienten ständig auffordern, doch etwas zu essen. Ein Patient berichtet: "..... Aber wenn ich mich so schlecht fühle, daß ich gar nicht so viel kotzen kann, wie ich möchte, nervt es mich schon tierisch, wenn man mir ständig Obst und Kekse hinhält und von mir verlangt, daß ich die esse."

Der Druck des Essen-Müssens entfällt, wenn den Patienten in anderer Weise die notwendigen Kalorien zugeführt werden.

Es empfiehlt sich deshalb, die Patienten während der Chemotherapie zusätzlich über den zentralen Venen-Kathether künstlich zu ernähren. Durch die Zuführung von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten können so pro Tag etwa 1.800 kcal verabreicht und damit die Folgen des unfreiwilligen Fastens begrenzt werden. Für diese künstliche Ernährung während der Chemotherapie spricht auch, daß sich bei diesen Patienten nach der Therapie bestimmte Blutwerte, zum Beispiel die Thrombozyten, rascher erholen. Besonders wichtig ist auch die Zuführung von viel Flüssigkeit, sowohl durch Kochsalz- und Kohlenhydrate-Infusionen als auch durch reichliches Trinken, zum Beispiel von Cola-Getränken. Hochprozentiger Alkohol ist verboten, auch Wein. Gegen eine Flasche Bier ist nichts einzuwenden. Orangensaft reizt wegen des Säuregehaltes den Magen zu sehr und sollte deshalb nur in geringen Mengen getrunken werden. Mit hoher Flüssigkeitszufuhr kann das durch Cisplatin verursachte Risiko einer Nieren- oder Hörstörung verhindert beziehungsweise weitgehend verringert werden.

Wer sich fachkundig beraten lassen will, sollte sich an eine Diätassistentin wenden. Viele Krankenhäuser bieten Krebspatienten eine Ernährungsberatung an. Ihre Krankenkasse wird Ihnen sicherlich eine geeignete Adresse nennen können.

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letzte Aktualisierung im August 2009


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