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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Prostatakrebs und Juckreiz

09.3.2007

Juckreiz ist diagnostisch und therapeutisch problematisch, denn er ist ein Begleitsymptom vieler innerer, onkologischer und neurologischer Krankheiten. Juckreiz tritt meist ohne sichtbare Hautveränderungen auf.

Juckreiz unklarer Ursache ist ein Grund, sich auf die Suche nach einer Diagnose zu begeben. Die Diagnose der auslösenden Erkrankung ist oft aber schwierig. Pruritus (Juckreiz) kommt am häufigsten bei Leber- und Nierenerkrankungen vor, so Professor Thomas Mettang von der Deutschen Klinik für Diagnostik in Wiesbaden (Der Hautarzt 57, 2006, 395). Aber auch Infektionen, hämatologische oder endokrine Erkrankungen können die Ursache sein, ebenso kommt er vor in allen Stadien von Tumorkrankheiten.

Zehn bis 20 Prozent der Lymphom- und Leukämiepatienten haben Papeln, Knoten, Plaques oder Ulzera. 25 bis 50 Prozent der Patienten mit Niereninsuffizienz haben Juckreiz, vor allem am Rücken und im Gesicht. Bei Morbus Hodgkin beginnt der Juckreiz meist nachts in den Beinen. Auch ein Rezidiv der Erkrankung kann sich durch Juckreiz ankündigen. Pruritus kann direkt infolge des Tumorwachstums, etwa bei Mamma-, Kolon-, Prostata-Ca entstehen oder auch sekundär durch Cholestase, etwa beim Pankreaskopf-Ca, über zentrale Mechanismen bei Hirntumoren oder als Therapiefolge etwa durch Zytostatika. Bei Hirntumoren wurde ein Pruritus der Nasenlöcher beobachtet. Juckreiz ist als Phänomen bekannt.

Ein Pruritus mit unklarer Ursache sollte daher auch an eine maligne Erkrankung denken lassen, so Professor Thomas Mettang aus Wiesbaden. Dies gelte besonders für ältere Männer mit Eisenmangel. Je nach Grunderkrankung gibt es verschiedene Therapie-Optionen. U.a. kann Akupunktur eine Option bei Juckreiz sein.

März 2007


Schlagwörter:

Juckreiz, Pruritus

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