Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Wundermittel aus dem Amazonas

28.5.2010

Krebs umfasst als Sammelbegriff rund 150 verschiedene Formen von bösartigen Organtumoren und Krankheiten des blutbildenden und lymphatischen Systems. Gegen Krebs gibt es nicht nur eine Behandlung: Jeder Tumor weist bestimmte Eigenschaften auf, welche der Arzt oder die Ärztin kennen muss, um die geeignete Behandlung bestimmen und vorschlagen zu können.

Folgende Elemente müssen bekannt sein:
• Mikroskopischer Aspekt (zytologische und/oder histologische Diagnose durch den Pathologen)
• Wie gross ist der Tumor?(=T)
• Sind die Lymphknoten befallen?(=N)
• Sind bereits Ableger (Metastasen) vorhanden?(=M)

Wissenschaftler forschen nach Produkten, die noch wirksamer sind und deren Nebenwirkungen weniger stark sind. Jedes Jahr werden sehr viele mineralische, tierische und pflanzliche Substanzen (zum Beispiel aus Grüntee) geprüft. Geforscht wird auch nach wirksamen Medikamenten zur Verhütung oder Linderung unerwünschter Wirkungen und anderer Krankheitszeichen, wie Schmerzen.

Mehr als die Hälfte aller Krebskranken suchen über die medizinische Behandlung hinaus nach weiteren Therapiemöglichkeiten. Und da gibt es dann leider auch Beispiele wie unwirksame Elektrogeräte und zweifelhafte Tinkturen zur Krebs"bekämpfung" oder "Wundermittel", die der Überprüfung nicht standhalten. Vorgestern war Gelee Royale das Krebswundermittel, dann wurde es Aloe Vera und anschließend die schwarzen Himbeeren der Mayas. Es scheint sogar nicht ausgeschlossen, dass genau solche Zaubermedizin neue, andere Krankheiten entstehen läßt oder nach einer gewissen Zeit der Unterdrückung die bestehende Krebskrankheit sogar fördert. Auch „fürchte“ ich, der Anbieter eines solchen Amazonaspulver trifft auf einen teilweise schon gesättigten Markt, zumindest oder gottlob aber in einen mit immer besser informierten Patienten.

Deswegen, nix für ungut, aber der Wege zur erhofften Heilung sind viele und damit haben wir schon einige Unklarheiten bei den Therapien. Aber nicht das macht sprachlos wie die von Wunderverkäufern immer wieder völlig unspezifisch zitierte Wissenschaftler angeblich sein sollen, ich persönlich bin es auch: nämlich ob des Ansinnens, uns Patienten mit solchen dubiosen Angeboten eine Taschenlampe als Wegweiser durch den alternativen Produktdschungel der Amazonas-Indianer „andrehen“ zu können.

Ich will mich ja gern irren, aber dazu brauchte es handfeste überprüfbare Fakten und nicht den gebetsmühlenartig wiederholten und schon fast dubios wirkenden Hinweis auf Akten und Nachweise, die da irgendwo in USA oder sonstwo „rumliegen“ bzw. von der Pharmaindustrie totgeschwiegen werden.

Ich frage mich allen Ernstes: Für wie blöd halten solche Verkäufer uns eigentlich?

siehe hierzu auch Dr. Hittich....

letzte Aktualisierung im Mai 2010


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