Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Understaging

30.6.2007

Beispiel aus der „Schatzkiste“ von Dr. Eichhorn:

Patient Alter 58
lästiger häufiger Harndrang
PSA 3,6
Volumen der Prostata 25ccm,
Drüse homogen
Biopsie mit je 5 Stanzen links und rechts

Die Histologische Begutachtung ergab ein glanduläres Prostatakarzinom links, Tumoranteil 20%, Gleason 3+4=7

Rechts tumorfrei, klinisches Stadium T1cN0M0

Nach Partin liegt die Wahrscheinlichkeit für organbegrenztes Wachstum bei 63%, für Kapselinfiltration bei 31%, Samenblaseninfiltration bei 4% und Lymphknotenmetastasen bei 1%.

Kein CT, kein Knochenscintigramm

Ergebnis: Alle Befunde sprechen für ein lokal begrenztes Prostatakarzinom.

Patient lehnt Bestrahlungsverfahren ab wegen bestehender langjähriger Prostatabeschwerden, ebenso die Hormonbehandlung und entschließt sich zu einer radikalen Prostatektomie.

Ergebnis1 der postoperativen pathologischen Untersuchung: Pluriformes glanduläres und tubuläres Karzinom, Gleason 3+4=7, einige Herde mit PIN III (Vorstufe zum Prostatakarzinom); beide Prostatalappen sind befallen, T2bN0M0R0, keine Metastasen, Absetzungsränder tumorfrei.

Ergebnis2: Keine Beschwerden beim Wasserlassen, Harnstrahl gut, Erektion und GV zufriedenstellend.

Dr. Eichhorn fragt daraufhin:
Was lernen wir daraus? Das klinische Staging war falsch, man nennt das understaging. Das sei lt. Dr. Eichhorn eher die Regel denn eine Ausnahme


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