Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
E-Mail: info@prostata-sh.info

PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

PSA erhöht

19.7.2010

Erhöhte oder ansteigende PSA-Werte

Dr. Frank Eichhorn schrieb dazu:

...können grundsätzlich auf eine gutartige Prostatavergrößerung ,auf eine Prostataentzündung oder auf ein Prostatakarzinom hindeuten. Man kann Annäherungsweise das gutartige PSA mit der Faustregel Prostata Volumen mal 0,05 = gutartiges PSA ausrechnen. Dazu ist eine transrektale Bestimmung des Prostatavolumens erforderlich. Der PSA Verlauf spiegelt die Biologie einer Prostataerkrankung nur sehr unvollständig wieder. Der mit Abstand wichtigste Parameter zur Einschätzung der Aggressivität eines Prostatakarzinoms ist Gleason-Score Bei einem Gleason-Score von 3 + 3 = 6 ist die Wahrscheinlichkeit das ein sechzigjähriger Mann in 15 Jahren an seinem Prostatakarzinom stirbt sehr gering ( circa 20% ); bei einem Gleason Score von 4 +3 =7 ist die Wahrscheinlichkeit daß der Patient am Prostatakarzinom stirbt wesentlich höher ( circa 50% ).

Entscheidend wichtig zur Risikobeurteilung ist also die Biologie!. Es gibt keine Möglichkeit die Biologie des Prostatakarzinoms zum Beispiel mit einem bildgebenden Verfahren oder mit Blutwerten oder Tastbefund abzuschätzen. Es bleibt nur die ultraschallgeführte Prostatabiopsie. Die Gewebsentnahme aus der Prostata und deren Beurteilung durch einen Pathologen, nach Möglichkeit einem Prostatakarzinom – Experten, ist zwingend erforderlich wenn man das Risiko an einem Prostatakarzinom zu sterben abschätzen will.

Sollte die Gewebeprobe ein niedriges Risiko ergeben, also zum Beispiel einen Gleason Score von 2 +2=4 oder 3+3=6, ist keine weitere Diagnostik zur Statusbestimmung notwendig. Man könnte dann alle lokalen Behandlungsmethoden diskutieren, oder auch eine Strategie im Sinne des aktiven, objektivierten Zuwartens mit verzögerter Intervention. In dieser Situation und bei dieser Strategie ist es sinnvoll genau auf die Knochenintegrität zu achten. Viele Männer haben schon zum Zeitpunkt der Diagnose Prostatakarzinom eine Osteoporose. Knochenabbauende Stoffwechselprozesse setzen Wachstumsfaktoren frei die den Prostatakrebs stimulieren. Diese Stoffwechselprozesse kann man beeinflussen mit Medikamenten wie Calciumcitrat, Bisphosphonaten wie Fosamax oder Zometa und Vitamin D.

Zusätzlich können eine ganze Reihe von diätetischen Maßnahmen, Stichwort : Mittelmeer – Diät einschließlich die Einnahme von Proscar oder Avodart diskutiert werden. Die alleinige Beobachtung des PSA Wertes und das Berechnen der PSA Verdopplungszeit erscheint mir riskant. Sicherer ist die Gewebsentnahme mit der Beurteilung des Gleason-Score und des Krebsvolumens durch einen Experten um dann die weitere Vorgehensweise zu diskutieren.

Mai 2007



Zurück