Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Prostatakrebs - muß ich jetzt sterben?

02.6.2007

Prostatakrebs - Muß ich jetzt sterben?

Eine Prostatakrebsdiagnose löst Angst, Unsicherheit, Wut, Depression und manchmal auch Selbstmitleid oder Nichtwahrhabenwollen aus. Aber Hunderttausende haben vorher die gleiche Erfahrung gemacht, viele und noch mehr kommen noch nach Ihnen.

Was können, was sollten Sie jetzt tun?

Informieren Sie sich gründlich über die Krankheit und die Behandlungsmöglichkeiten. Es hilft Ihnen nicht nur die Krankheit und ihre Entstehung zu verstehen, sondern hilft Ihnen, die beste Behandlung für sich finden. Wer mehr weiß lebt länger.

• Nehmen Sie emotionale Unterstützung an oder suchen Sie diese. Versuchen Sie nicht, nach der Diagnose Prostatakrebs der starke Mann zu sein, das Krebsproblem zu verdrängen. Sie brauchen Verbündete im Kampf gegen den Krebs.

• Prostatakrebs ist (k)eine Männersache! Ihre/n Partner/in ist ebenfalls Betroffene Ihres Problems. Sie sollte an den Arztgesprächen und den

Behandlungsentscheidungen beteiligt sein. Je mehr Ihre Partnerin an dem Wissen um Ihren Krebs teil hat, das Wissen um den Prostatakrebs zusammen mit Ihnen teilt, um so besser kann sie Ihre Gefühle verstehen und Sie unterstützen.

• Prostatakrebs ist nicht das Ende, es ist zunächst ein großes, tiefes, schwarzes Loch, in welches Sie gefallen sind. Es ist auch nicht das Ende Ihrer Männlichkeit. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Ihnen zu helfen. Der medizinische Fortschritt macht es möglich.

• Suchen Sie den Kontakt zur örtlichen Selbsthilfegruppe. Ihr Urologe, der Krankenhausarzt, die Gesundheitsdienste kennen Anschriften von Selbsthilfegruppen. Einige Gruppen und Verbände sind im Internet vertreten. In der Selbsthilfegruppe sind Sie mit Ihrem Problem nicht allein.

• Machen Sie sich und Ihrem Arzt nichts vor. Der Arzt ist Ihr Partner. Mit einem Partner muß man offen reden können. Ein Partner wird Sie verstehen, wenn Sie eine zweite Meinung einholen wollen, um die Diagnose zu bestätigen oder eine andere Sichtweise der Behandlungsmöglichkeiten zu erwägen.

Werden Sie der Manager Ihrer Krankheit. Managen Sie Ihre persönliche medizinische Versorgung. Haben Sie keine Angst davor, hierbei um professionelle und emotionale Hilfe zu bitten. Sie brauchen eine positive Einstellung, um den Prostatakrebs zu bekämpfen bzw. mit dem Krebs zu leben. Wenn Depression oder ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit überhand nehmen, nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch. In vielen Städten gibt es mittlerweile mit gut geschultem Personal ausgestattete Krebsberatungsstellen. Hier in Bielefeld ist das die AWO.

• Bleiben Sie am Ball, hören Sie nicht auf, sich über die Krankheit, den Krebs, zu informieren. Auch dabei hilft die Selbsthilfegruppe mit Vorträgen und Informationsbroschüren. Die Diagnose Prostatakrebs und die Behandlungsmöglichkeiten erweitern sich laufend mit neuen Fortschritten und Entdeckungen. Holen Sie sich diese neuen Informationen, sprechen Sie Ihren Arzt darauf an und bleiben Sie hinsichtlich neuer Ergebnisse, die für Sie nützlich sein könnten, auf dem Laufenden.

• Profitieren Sie von den Erfahrungen anderer Männer. Gehen Sie zu Informationsveranstaltungen.
Rufen Sie die Selbsthilfegruppe Prostatakrebs an. Fragen Sie nach einer Beratung oder nach Informationen. In Bielefeld helfen wir Ihnen unter der Rufnummer oder vermitteln Ihnen Adressen aus der Selbsthilfeorganisation, wo man Ihnen weiterhelfen kann:

0521 - 87 11 97

Aber bitte denken Sie daran: Wenn Kranke anderen Kranken helfen, dann gibt es auch schon mal die Situation, dass der, der helfen will, auch mal zum Arzt gehen muß. Daher gelegentlich etwas Geduld mitbringen, wenn wir beim ersten Klingeln des Telefons nicht gleich abheben können. Danke!
(WDF)

Juni 2007

Ergänzung 2015

Sterben an oder mit dem Prostatakrebs?

oder

Woran sterben Männer mit Prostatakrebs?

ln einer Untersuchung an 50.066 Männern mit Prostatakrebs des Thames-Cancer-Registers wurden die Todesursachen untersucht. ln 49,8 % wurde als Todesursache das Prostatakarzinom, in 17,8% kardiovaskuläre Erkrankungen, in 11,6 % andere Tumore und in 20,7 % andere Gründe angegeben. Unabhängig vom Alter, Tumorstadium oder Behandlungsdauer war das Prostatakarzinom eine der häufigsten Ursachen für Todesfälle. Die landläufige Meinung, dass Männer eher mit einem Prostatakarzinom sterben als an einem Prostatakarzinom, kann anhand dieser Untersuchung nicht bestätigt werden.

Quelle: Prof. Hammerer 2014 und Chowdhury und andere: Causes of death in men with prostatecancer, BJU Int 2013 Jul;112(2):182-9


Aus der amerikanischen Leitlinie NCCC 2012:
...dass nur 1 von 1000 Prostatakarzinombedingten Todesfällen bei Männern unter 55 Jahren auftritt

...dass 1 von 20 Todesfällen in der Altergruppe der 55jährigen auftritt,

...dass 2 von 10 prostatakarzinombedingten Todesfällen in der Gruppe der Männer zwischen 65 und 74 auftreten,

...dass 7 von 10 Todesfällen bei Männern über 75 Jahre  mit PCa auftreten.

 

Quelle: http://www.nccn.org/professionals/physician_gls/f_guidelines.asp


Meine Meinung:

Das PCa ist m.E. schon seit längerem der häufigste Tumor. Jedoch können wir in den Selbsthilfegruppen beobachten, dass die Diagnose Prostatakrazinom in den letzten Jahren ein wenig abnimmt. Das gilt auch für Tod durch Prostatakrebs.

März 2015 WDF

Unser Bundesverband Prostatakrebs-Selbsthilfe e.V. hat eine Hotline Patienten beraten Betroffene eingerichtet, die für Betroffene und Angehörige hilfreich sein kann:

Tel. 0800 7080123 jew. Die, Mittw. und Donn. von 15 bis 18 Uhr.


 

 

 



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