Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Patienten sind nicht immer lieb

19.4.2009

....Ärzte auch nicht!

Im Internet waren jetzt Rezepte zu lesen, wie man als Arzt mit schwierigen Patienten umgehen könne, erfolgreich im Sinne des Mediziners oder was?

Ich kann es mit nicht verkneifen zu fragen: Wenn wir gleichermassen tun, wie möglicherweise oder wirklich ungehalten reagieren die Mediziner? Ich könnte da schon anfangen mit einigen Episödchen. Zugegeben, wir die Patienten sind tatsächlich manchmal recht schwierig. Aber wer die Frage beantworten kann,warum das bei uns so ist, der kommt auch in der Regel mit uns aus. Wir sind die Betroffenen. Wir laufen mit der Krankheit herum. Wir gehen hilfesuchend zum Arzt, nicht weil uns langweilig ist, nein, weil uns der Hintern bei Diagnosen wie Krebs auf Grundeis geht. Der Mediziner hingegen, nach einem stressreichen tag zwar noch Hausbesuche und sicher noch andere wichtige Dinge bewegt, sein Tagewerk aber dann zuklappt und nach Hause geht. Zu Hause, wo wir uns immer noch in die Hose machen, weil die fünf Minuten Gesprächszeit beim Arzt unsere Angst eher vergrössert denn beruhigt hat. Denn von den 5 Minuten hat er selbst noch 4 Minuten gebraucht, nach 20 Sekunden hat er mich das erste Mal unterbrochen und abgewunken "Weiß ich.." als ich etwas vertieft erklären wollte.

Hier der Artikel aus der Ärztezeitung der Hausarzt:

Der Hausarzt, 06.06.2007

So lassen sich auch schwierige Patienten bändigen

Jeder Arzt kennt sie: Schwierige Patientinnen und Patienten, die viel Zeit und Nerven kosten. Sie halten lange Monologe, erzählen weitschweifig, langweilen mit nicht zum Thema gehörigen Anekdoten oder haben lange Listen, die sie Punkt für Punkt abarbeiten wollen. Solche Patienten brauchen von Ihnen Klarheit, direkte Ansprache und sehr viel Steuerung.

Mit einer namentlichen Ansprache können Sie solche Patienten am ehesten aus ihren Monologen reißen. Danach gelingt es Ihnen möglicherweise, das das Gespräch entweder zurück zum Wesentlichen oder Richtung Gesprächsende zu lenken. Sollte der Patient auf Ihre Unterbrechung nicht eingehen, wiederholen Sie die namentliche Ansprache etwas lauter.

Wenn Sie der Meinung sind, das Sie dem Patienten mehr Zeit einräumen möchten, dies aber in der derzeitigen Situation in Ihrer Sprechstunde nicht möglich ist, bestellen Sie diesen als letzten Patienten vor der Mittagspause oder vor Feierabend ein – dann werden Sie nicht unter Druck stehen, auch wenn es etwas länger dauert.

Einwände gegen bestimmte Therapieformen oder Menschen, die alles immer sehr negativ sehen, strengen im Gespräch zwischen Arzt und Patient häufig sehr an. Versuchen Sie, das Angebot der Auseinandersetzung an dieser Stelle abzublocken und reagieren Sie professionell. Sagen Sie ihm, dass Sie seine von Ihren Vorstellungen abweichende Meinung zur Kenntnis nehmen und zählen Sie die Vorteile auf, die das von Ihnen gewählte Vorgehen für den Patienten bietet.

Verzichten Sie dabei aber auf Konjunktive ("könnte(") und Worte wie ("aber(", ("vielleicht(" und ("wahrscheinlich(". Solche Worte demontieren Sie in Ihrer Deutlichkeit und Klarheit.

Wertschätzen Sie informierte Patienten, indem Sie ehrlich anerkennen, dass sie informiert sind. Wenn der Patient über offensichtlich falsche Informationen verfügt, vermeiden Sie Aussprüche wie: ("Das ist falsch!(" oder ("Hier sind Sie nicht richtig informiert.(" Diese erzeugen bei Patienten Widerstand, mit dem Sie sich in Folge auch noch auseinandersetzen dürfen.

Der Hausarzt 10/07, S. 31


Schlagwörter:

Arzt und Patient

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