Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

FORTGESCHRITTENER PROSTATAKREBS

24.8.2010

Definition Heute verwendet man den Begriff "fortgeschrittener Prostatakrebs" bei organüberschreitenden oder metastasierten Krebsen, aber auch bei Lokalrezidiven, Metastasen oder einem Ansteigen des PSA-Wertes über 0,2 ng/ml nach einer radikalen Entfernung der Prostata oder einer Strahlenbehandlung.

Der fortgeschrittene Prostatakrebs ist grundsätzlich als nicht heilbar anzusehen. Es gibt jedoch zahlreiche, wenn auch begleitende, Behandlungsmöglichkeiten.

Juni 2007

Ergänzung:
Fachleute sind anders als noch vor wenigen Jahren der Ansicht, dass man " heutzutage bei Patienten mit high-risk Prostatakarzinomen eine insgesamt 3 Jahre lang andauernde Hormontherapie zu einer Strahlentherapie der Prostata empfehlen kann. In der zuletzt publizierten EORTC Studie gab es einen Überlebensvorteil von 4% nach 5 Jahren bei 36 Monaten versus 6 Monaten Hormontherapie."

Im BPS-Forum empfiehlt ein Strahlenexperte:

Im Prinzip tendiere ich dazu bei Patienten, die noch jung sind und denen die Nebenwirkungen der maximalen Therapie bewusst sind (v.a. Impotenz), ein kombiniertes Vorgehen bestehend aus Operation mit anschliessender Bestrahlung zu empfehlen. Der Unterschied dieses Vorgehens im Vergleich zur primären Bestrahlung besteht darin, dass man nach der OP die (Anmerkung: zusätzliche)Option der Bestrahlung hat und auch einen besseren Überblick über den Tumor hat. Es gibt einige Aspekte, die man (Anmerkung: diagnostisch vor der OP) ohne Operation zu 100% nicht abklären kann, z.B. wie ist der LK-Status, was ist das T-Stadium, usw.

Also, wenn Sie jung sind, eine maximale Therapie haben wollen und bereit sind, mehr Nebenwirkungen (Anmerkung: Auswirkungen der OP + kurz- wie auch langfristige) Nebenwirkungen dazu in Kauf zu nehmen, dann können Sie diesen Weg gehen.

April 2010

Ergänzung
Info lt. Roche Onkologie v. 19.08.10
Die europäische Leitlinie empfiehlt im Fall eines lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinoms z.B. mit einem T3 oder T4 Prostatakarzinom oder bei einem T2 mit hohem PSA-Wert und einem Gleason >8 eine Hormontherapie mit einem Antiandrogen. Auf der diesjährigen Jahrestagung der amerikanischen ASCO wurden Daten vorgestellt, die zeigten, dass eine Strahlentherapie zusätzlich zu einer antiandrogenen Therapie das Überleben dieser Betroffenen deutlich verlängert. Die Betroffenen mit der Kombinationstherapie verstarben deutlich weniger an dem Prostatakarzinom und lebten im Beobachtungszeitraum von 7 Jahren im Durchschnitt 6 Monate länger. Auf 10 Jahre hochgerechnet würde die Mortalitätsrate bei den Betroffenen, die eine zusätzliche Radiotherapie erhalten haben statistisch 15 Prozent betragen. Bei den Betroffenen mit lediglich der Antiandrogenen Therapie würden nach 10 Jahren statistisch gesehen 23 Prozent verstorben sein.

Die Studie umfasste 1.205 Patienten mit T3/4 Prostatakarzinom oder T2 mit hohem Risiko (PSA >40 ug/ml oder PSA >20 ug/ml, Gleason >8). Eine alleinige antiandrogene Behandlung (Orchiektomie oder LHRH-Agonist) erhielten 602 Patienten, eine zusätzliche Radiotherapie 603 Patienten.

Heidenreich A, Bolla M, Joniau S, Mason MD, Matveev VB, Mottet N, Schmid HP, van der Kwast TH, Wiegel T, Zattoni F. EAU guidelines on prostate cancer. European Association of Urology 2010.
Abstract CRA 4504. Intergroup randomized phase III study of androgen deprivation therapy (ADT) + radiation therapy (RT) in locally advanced prostate cancer (CaP) (NCIC-CTG, SWOG, MRC-UK, INT: T94-0110; NCT00002633). P. R. Warde, M. D. Mason, M. R. Sydes, M. K. Gospodarowicz, G. P. Swanson, P. Kirkbride, E. Kostashuk, J. Hetherington, K. Ding, W. Parulekar, NCIC CTG PR.3/ MRC PRO7/ SWOG JPR3 investigators
letzte Aktualisierung im August 2010



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