Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Prognoserechner

02.11.2011

Basierend auf den Tabellen von Partin und Kattan gibt es seit einiger Zeit einen Prognoserechner, den man bei AstraZeneca, Tinsdaler Weg 183, 22880 Wedel Tel. 04103/708 3936 Fax 04103/708 944 anfordern kann.

Mit dem Computer-gestützten "Prognoserechner Prostatakarzinom" kann das Rezidivrisiko eines Patienten ohne großen Aufwand in Prozentzahlen ermittelt werden und damit die Therapieplanung und Optimierung unterstützen. Zum gleichen Themenkreis gehören die Kattan-Nomogramme und Partin-Tabellen. Voraussetzungen für eine verwertbare Berechnung sind möglichst genaue Kenntnisse über das pathologische Tumorstadium und die Prognose des betroffenen Patienten. Der Anfangs-PSA-Wert (prätherapeutische), das klinische Tumorstadium (TNM) und Gleason-Grad/Summe (3+4=7) in der Biopsie und im Prostatapräparat reichen nicht aus, um damit die Prognose eines Patienten einigermassen sicher vorherzusagen. Zusammen mit den statistischen Vorhersagemodellen z.B. der Partin-Tabelle und dem Kattan-Nomogramm geben diese prätherapeutisch erhobenen Daten aber zumindest einen einigermassen sicheren Hinweis auf das pathologische Tumorstadium und die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Betroffener ein PSA-Rezidiv zu erwarten hat. Kommen noch postoperative Daten hinzu, verbessert sich die Rezidiv-Prognose erheblich.

Mit dem "Prognoserechner Prostatakarzinom" ist es leichter, Hochrisikopatienten zu erkennen. Nach Eingabe der prätherapeutisch bekannten Parameter (PSA-Wert, primärer und sekundärer Gleason-Grad in der Biopsie, klinisches Tumorstadium) sowie Angaben zu einer gegebenenfalls verabreichten neoadjuvanten Hormon- oder Strahlentherapie ermittelt der Prognoserechner die Wahrscheinlichkeit für eine organbegrenzte Erkrankung, Kapseldurchbruch, Samenblasenbefall und Lymphknotenbefall und berechnet das wahrscheinliche PSA-progressionsfreie 5-Jahres-Überleben für die jeweils geplante lokale Therapie. Bei radikal prostatektomierten Patienten lässt sich anhand der postoperativ erhobenen Daten außerdem die PSA-Progressionsfreiheit nach sieben Jahren berechnen. Erkennbar wird, wer mit einem hohen Rezidivrisiko behaftet ist und von einer adjuvanten Hormontherapie profitieren dürften.

Was kann man alles mit dem Prognoserechner Prostatakarzinom berechnen?
Rebiopsie; Lymphknotenbefall; PSA-Progressionsfreies Überleben, -nach radikaler Prostatektomie, -nach externer Strahlentherapie, -nach Brachytherapie; Wahrscheinlichkeit klin. Metastasen nach externer Strahlentherapie;Angaben zur Lebenserwartung; Berechnung der PSA-Verdopplungszeit; Hormonrefraktäres Prostatakarzinom

Zu dieser Thematik äußerte sich Univ.-Prof. Dr. Karl Pummer aus Graz wie folgt:

Nomogramme sind statistische Modelle, die verschiedene Faktoren aus klinischen, biologischen und demographischen Befunden einbeziehen. Sie ermöglichen die gleichzeitige Beurteilung aller verfügbaren Informationen und sollen helfen, eine Therapieentscheidung und die Wahrscheinlichkeit eines spezifischen Endpunktes leichter und effizienter abzuschätzen. Der Unterschied bei Nomogrammen liegt in der unterschiedlichen Gewichtung der eingegebenen Variablen.

Nomogramme unterstützen die Auswahl der richtigen Therapie für den jeweiligen Patienten. Bei hoher Wahrscheinlichkeit eines T2-Tumors ist eine nervenerhaltende Operation möglich, bei einem T3-Tumor würde bei einer Nerverhaltung ein positiver chirurgischer Schnittrand riskiert werden.

Nomogramme sind sehr genau, es gibt aber Einschränkungen. Jeder Parameter hat einen unterschiedlichen Einfluss auf die Auswertung und die Systemgüte hängt von den eingegebenen Daten ab.

Verglichen mit anderen statistischen Modellen sind diejenigen Nomogramme zu bevorzugen, die auch zur Patientenberatung herangezogen werden können. Artificial Neural Networks sind Software-/Computermodelle, deren prädiktiver Wert sich durch jeden eingegebenen Datensatz erhöht.

Die Entwicklung der Nomogramme liegt oft einen Schritt hinter den neuesten Erkenntnissen, da ständig neue Faktoren beschrieben werden, die Einfluss auf einen spezifischen Endpunkt wie z. B. den Therapieerfolg haben. Nomogramme müssen daher ständig adaptiert und überprüft werden. Nomogramme können die ärztliche Expertise nicht ersetzen, sondern liefern lediglich wertvolle Hilfestellung bei der individuellen Therapieentscheidung.

Weitere Infos findet man in dieser Infothek unter dem Suchbegriff Nomogramme

siehe auch Das Ärzteblatt schreibt dazu: oder
benutzen Sie den Prognose Calculator aus den USA oder
lesen Sie weiter bei Wikipedia oder auf den Seiten des PCI-Institutes/USA
gute Informationen nethält auch die Webseite der Martini-Klinik in Hamburg

letzte Aktualisierung im Dezember 2009



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