Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Wachstum und Metastasierung des Prostatakarzinoms

24.7.2007

Durch infiltrierendes Wachstum breitet sich das Prostatakarzinom zunächst innerhalb der Prostata aus. Später kommt es dann zum Befall der Samenblasen und zur Infiltration des Beckenbindegewebes, seltener des Rektums oder der Harnblase oder der Urethra.

Die Lymphknoten in der Fossa obturatoria (das ist der Raum zwischen Symphyse/Schambeinfuge, Ateria und Vena iliaca externa/ äußere Beckenvene d.h.Fortsetzung der Oberschenkelvene, Ateria iliaca interna/äußere Beckenarterie und Nervus obturatorius/Nerv am knöchernen Becken) sind die ersten Stationen bei der lymphogenen Streuung. Sie geben beim Lymphknotenstaging entscheidende Hinweise für eine Ausbreitung in die Lymphknoten. Die nächste Ausbreitungs-Station sind die präsacralen und iliacalen Lymphknoten entlang der Vasa iliaca communis/Fortsetzung der Oberschenkelvene. Danach sind die mediastinalen (Brustkorbraum) und supraclavicularen (oberhalb des Schlüsselbeins) Lymphknoten betroffen.

Bei der hämatogenen Metastasierung ist der bevorzugte Ort das Skelettsystem. Sogenannte osteoplastische Metastasen werden bei 85% der Patienten, die an einem Prostatakarzinom versterben, gefunden. Die häufigste Lokalisation sind die Lendenwirbelkörper, der proximale Femur (Oberschenkelhals), das Becken, die thorakale Wirbelsäule (Brustwirbelsäule), die Rippen, das Sternum (Brustbein), der Schädel und der Humerus (Oberarmknochen).

Tumorabsiedelungen finden sich zu nächst in zentralen, mit Fortschreiten der Erkrankung in peripheren Abschnitten.

Viszerale (Weichteile/Eingeweide) Organe sind von der Metastasierung sehr selten betroffen.

Im allgemeinen erfolgt die Ausbreitung zunächst lymphogen, später hämatogen.

Juli 2007



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