Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Zometa

23.3.2011

Zometa ist ein Bisphosphonat. Die B. entfalten ihre Wirkung an den Körperzellen, die am Knochenumbau beteiligt sind. Die Zellen nennt man Osteoklasten (Knochenklauer) Zellen, die für stabile und funktionstüchtige Knochen sorgen, nennt man Osteoblasten (Knochenaufbau). Zometa greift in das Wechselspiel zwischen den Knochenbauern und Knochenklauern ein. In der Literatur ist zu lesen, dass durch die kontinuierliche (andauernde)Gabe von Bisphosphonaten eine Verminderung der Krankheitskomplikationen und in einigen Fällen eine Rückbildung der Metastasen für ein paar Jahre erreicht wurde.

Prof. Klippel schrieb einem Mitbetroffenen zur Therapie mit Zometa:
....Wir nennen diesen Vorgang etwas volkstümlich "versiegeln", was tatsächlich zutrifft, da ca. 4 Wochen nach diesen Infusionen (Anmerkung: Zometainfusionen) es nicht sinnvoll ist, ein Knochenzsintigramm durchzuführen, da es nicht zu Abbildungseffekten kommt. Die Radioaktivität ist nur bedingt in der Lage, in die versiegelten Knochen einzudringen.

Es ist des weiteren davon auszugehen, da Zometa auch eine tumorzellabtötende Eigen- schaft besitzt sowie eine Apoptoseinduktion (Einschaltung des Selbstmord programmes der Zelle), dass auch Mikrometastasen möglicherweise im Knochen vernichtet werden. Es gibt dazu indirekte Hinweise durch die Transkanada-Studie.

Urologe fs im BPS-Forum zu Zometa:
....dass Zometa die Nieren belasten kann ist bekannt und MUSS entsprechend überwacht werden - es reicht nicht die Blutwerte zu messen - es müssen darauch auch Konsequenzen gezogen werden. Und es wird meist zu schnell und mit zu wenig Flüssigkeit gegeben, was die Häufigkeit solcher Nebenwirkungen potenzieren kann.

Es gibt bzgl. Nebenwirkungen ernstzunehmende Warnungen hinsichtlich Kiefernekrosen bei langanhaltender Zometatherapie.

Eine beobachtete Komplikation bei langfristiger intravenöser Gabe ist das Auftreten von Osteonekrosen im Bereich der Ober- und Unterkiefer. Begleitsymptome sind Schmerzen, Blutungen, Parästhesien und Zahnlockerungen, bei meist eindeutigen radiologischen Befunden.

Zwischen 2004 und 2006 untersuchten Wissenschaftler in Mailand 10 Patienten mit Bisphosphonat-induzierter avaskulärer Osteonekrose beider Kiefer. Alle Personen hatten für mindestens 1 Jahr intravenös Zoledronsäure, zur Behandlung von Knochenmetastasen verschiedener Primärtumore verabreicht bekommen.

Dem Einsatz von intravenös verabreichten Bisphosphonaten sollte grundsätzlich eine eingehende interdisziplinäre zahnärztliche und radiologische Untersuchung zur Risikoabschätzung vorausgehen

Ergänzung Zahnwurzelbehandlung unter Zometa Nach nunmehr 26 Zometainfusionen in den letzten 4 Jahren (zunächst 1 Jahr monatlich, danach vierteljährlich) war eine Zahnwurzelextraktion nicht zu verhindern. Das Beißen auf eine Nuß (ich mag doch das Zeug zu sehr!) brach einen Stiftzahn im Oberkiefer ab, die Wurzel wurde gespalten.
Mein Zahnarzt überwies mich wegen der vorangegangenen Zometatherapie sofort zum Kieferchirurgen. Der entfernte mir die Zahnwurzel nach einer AB-Abschirmung (Antibiotika), nähte die Wunde zu und kontrollierte 7 Tage, ehe er die Fäden zog.
Fazit: Bei mir wurden keine Kiefernekrosen festgestellt.

Ergänzung
aus der Ärztezeitung: Kiefernekrosen nach hoch dosierter Bisphosphonattherapie
Insgesamt ist die Inzidenz bei onkologischen Patienten, die zum Schutz vor Knochenmetastasen ein Bisphosphonat erhalten, kleiner als ein Prozent. Die Kiefernekrose stellt somit ein seltenes, aber für den Patienten schwerwiegendes Ereignis dar.

Die Entstehung der Kiefernekrose im Zusammenhang mit einer hoch dosierten Bisphosphonattherapie ...ist nicht als singulärer Faktor anzunehmen...wahrscheinlich ...ein multifaktorielles Geschehen.

Tumorpatienten....., die ohnehin vor Therapiebeginn obligat eine Zahnsanierung durchführen lassen....sollten die Bisphosphonattherapie für die Zahnbehandlung bis acht Wochen nach der Intervention aussetzen.

Meine Anmerkung:
Die derzeit in Deutschland verbreiteten Stellungnahmen haben ihren Ursprung bei den Osteoporosepatienten.780 000 Patienten erhalten derzeit in Deutschland ein Bisphosphonat zur Behandlung der Osteoporose. Die Ärztezeitung vermeldete wenn auch schon in 2006, dass im Zentralregister sich bisher nur drei (heuer sind es bestimmt ein paar mehr!)Osteoporosefälle finden lassen, die unter der BP-Therapie eine Kiefernekrose entwickelt haben. Die Warnmeldungen, die kursieren, muß man in erster Linie unter folgendem Gesichtspunkt betrachten: Sie erfolgen VORSORGLICH! Warum? Weil sich Bisphosphonate infolge ihrer langen Halbwertszeit im Knochen bei fortlaufender Therapie ansammeln. Der Sättigungspunkt, wieviel BP halbwegs verträglich sich im Knochen ansammlen kann, ohne zu nekrotischen Wirkungen zu führen, ist bis jetzt nicht bekannt. Deshalb ist es bisher in erster Linie ein VORSORGLICHER HINWEIS, dass ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Kiefernekrose unter Langzeittherapie besteht. Dass eine erhöhte Mundhygiene als Pflichtübung zur Bisphosphonattherapie gehört, das brauche ich wohl nicht erst besonders betonen. (WDF)

Unterbrechen der Zometainfusionen
Ein Teinehmer des BPSForums veröffentlicht dazu eine Info von Novartis:

...Zometa wurde in einer Vielzahl von klinischen Studien untersucht und deshalb konnten hilfreiche Erkenntnisse zum Thema Nierenverträglichkeit gewonnen werden. Aus Langzeituntersuchungen weiss man zum Beispiel, dass Beeinträchtigungen der Nierenfunktion häufig vorrübergehend sind und sich die Nieren somit erholen können. In den Studien mit Zometa wurde eine Therapiepause eingelegt, sofern die Patienten in Ihren Serum-Kreatininwerten über einen bestimmten Wert angestiegen waren. Bei den Patienten, die initial einen Ausgangswert von < 1,4 mg/dl Serum-Kreatinin aufwiesen war ein Anstieg um < 0,5 mg/dl erlaubt. Falls der Wert 0,5 mg/dl und größer war, wurde eine Therapiepause eingelegt. In klinischen Studien wurde die Behandlung mit Zometa erst dann wieder erneut aufgenommen, wenn die Kreatinin-Werte nur noch maximal 10 % über dem Ausgangswert lagen.

Sobald sich die Nierenfunktion erholt hat, sollte wieder im gewohnten monatlichen Therapieintervall fortgefahren werden. Prinzipiell ist von einer Verlängerung der Infusionsintervalle abzuraten, denn aus Studien ist bekannt, dass sich dadurch die Gefahr für eine Skelettkomplikation wie z. B. pathologische Frakturen nahezu verdoppelt.

 


Ergänzung 2014

Prostatakarzinom – Knochenmetastasen – Bisphosphonat - Denosumab

 

Wirkung:

Zoledronat vermindert bei Skelettmetastasen als einziges Bisphosphonat signifikant die skelettalen Komplikationen und Schmerzen. Denosumab verringert beim kastrationsresistenten Prostatakarzinom mit Knochenmetastasen im Vergleich zu Zoledronat die skelettale Morbidität signifikant und reduziert kumulativ die Rate an Skelettereignissen um 18 %.

Therapie:

Es wird empfohlen, alle Patienten mit Prostatakarzinom und Knochenmetastasen mit Zoledronat oder Denosumab zu behandeln, auch wenn keine Symptome bestehen. 

Quelle:
4.8.2014 springermedizin.de, basierend auf Prof. Dr. Dr. H. Link

 

Weitere Infos siehe

Bisphosphonat, Calzium und Magnesium
Prostatakrebs und Knochenmetastasen
Zahnsanierung vor Zometa-Therapie
Knochenmetastasen-Therapien
Bondronat Expertenhinweise zur Therapie
Bisphosphonat-Therapie

siehe auch Zometa und Bestrahlung

letzte Aktualisierung im September 2010/März 2011

 



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