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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

monoklonaler Antikörper

17.2.2008

ein im Labor produzierter Antikörper von einem einzigen ganz bestimmten Zellstamm; zumeist für diagnostische Zwecke.

Antiköper binden sowohl körpereigene wie auch fremde Stoffe und machen sie unschädlich.

Und für diejenigen, die es ganz genau wissen möchten, hier die Definition der Merck AG:

Definition Antikörper
Antikörper sind Bestandteile unseres natürlichen köpereigenen Immunsystems. Gebildet werden diese hochspezifischen Abwehrstoffe von den weißen Blutkörperchen, genauer von den sogenannten B-Zellen oder B-Lymphozyten, als Abwehrreaktion des Körpers auf fremde Substanzen oder Strukturen, wie zum Beispiel Viren oder Bakterien. Das Immunsystem reagiert hierbei auf Oberflächenstrukturen der Krankheitserreger, so genannte Antigene. Die Antikörper binden an die Antigene, wodurch andere Immunzellen, wie T-Zellen und Makrophagen die so markierten Krankheitserreger erkennen und bekämpfen können.

Im Labor hergestellte monoklonale Antikörper
Aus spezialisierten Zellen kann man mit Hilfe von Laborverfahren große Mengen eines bestimmten Antikörpers gewinnen. Während normalerweise verschiedene B-Zellen an der Produktion von Antikörpern beteiligt sind, wird bei der künstlichen Herstellung von Antikörpern im Reagenzglas nur eine einzige Ursprungszelle vermehrt. Alle von diesem sogenannten Zellklon gebildeten Antikörper sind völlig identisch und richten sich auf genau dasselbe Antigen. Da diese Antikörper (große Eiweißmoleküle) einem einzigen, beliebig vermehrbaren Zellklon entstammen, spricht man von monoklonalen Antikörpern. Diese Antikörper können für die Krebsforschung, sowie für die Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen genutzt werden.

Damit diese im Labor hergestellten Antikörper vom körpereigenen Immunsystem nicht als fremd erkannt und dadurch ebenfalls mit Antikörpern bekämpft und neutralisiert werden, werden sie "humanisiert" (vermenschlicht). Die monoklonalen Antikörper erkennen bestimmte, veränderte Oberflächenstrukturen der Krebszellen und richten sich damit ausschließlich gegen die Tumorzellen bestimmter Krebsarten, nicht auch gegen normale Zellen im Körper: Deshalb spricht man häufig von einer maßgeschneiderten oder zielgerichteten (engl. targeted) Therapie. Auf englisch heißen die monoklonalen Antikörper monoclonal antibodies, weshalb sich die Endung "mab" in vielen Wirkstoffnamen wiederfindet.

Ergänzung:
Prof. Dr. med. Guntram Jung auf dem Bad Salhausener Krebssymposium 2006: Antikörper sind die "individualistischen Messer" des Immunologen, nicht vergleichbar mit Zytostatika. Zytostatika sind kein Zellgift wie Zytostatika. Antikörper sind eine andere Welt. Antikörper sind Proteine, Riesenmoleküle, 100 bis 200mal größer als ein Medikamentenmolekül und sind nicht vom Chemiker machbar.

Ohne Antikörper gäbe es keine Tumormarkertests, d.h. Antikörper sind nicht zur direkten Bekämpfung von Krebs gemacht.

Bei der Behandlung der Patienten haben Onkologen immer noch das Problem: Hat der Patient diese Antikörper auf seinen Tumorzellen oder nicht?
Problem 1: Die Antikörper können nur auf krankenZellen nachgewiesen werden.
Problem 2: Die Antikörper werden auf krankem und gesunden Gewebe nachgewiesen
Problem 3: Die Antikörper werden nicht von allen Patienten gebildet

Dann gibt es noch die Problematik: Der Antikörper funktioniert nur im Mausmodell. Eine weitere Problematik ist die Pharmakogenetik: Die entwickelten Substanzen sollen nur am Ziel wirken, d.h. sie werden an, sollen bispezifisch sowohl an den Antikörpern als auch den T-Zellen wirksam sein. Prof. Jung:":Es müssen völlig neue Substanzen zur Krebsbekämpfung entwickelt werden."


Schlagwörter:

Antikörper, Immunsystem, Zellklone

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