Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Neuroendokrine Tumorzellen

02.10.2007

Die neuroendokrinen Tumorzellen kommen disseminiert und wechselnd ausgedehnt in nahezu allen Prostatakarzinomen vor, werden aber bei der histopathologischen und klinischen Routinediagnostik nicht entdeckt.

NE-Tumorzellen, die sich immunhistochemisch mit Chromogranin A nachweisen lassen, befinden sich in der G0-Phase des Zellzyklus und sind weitgehend resistent gegenüber dem programmierten Zelltod. Den NE-Tumorzellen fehlt der Androgenrezeptor. Sie produzieren aber eine Reihe von hormonellen Wachstumsfaktoren, die die Proliferationsaktivität in benachbarten exokrinen Tumorzellen über parakrine (androgenunabhängige) Regulationsmechanismen beeinflussen können. Die neuroendokrinen Tumorzellen sind zumeist strahlenresistent und unsterblich.

In der klinischen und histopathologischen Routinediagnostik sollte deshalb gezielt nach der neuroendokrinen Differenzierung gefahndet werden, wenn für den Patienten die Option auf eine Androgenentzugs- bzw. Strahlentherapie besteht.

Oktober 2007

Ergänzung:
"Bei Neuroendokriner Differenzierung eines PK-Tumors sollte nicht nur eine PSMA-PET sondern auch eine Octreotid-PET durchgeführt werden! Dafür ist Bad Berka prädestiniert, sagt Urologe fs im BPS-Forum.

Anmerkung aus Wikipädia: Octreotid ist ein synthetisches Analogon des Peptithormons Somatostatin, das als Arzneistoff eingesetzt wird. Über DOTA an 111 Indium oder 68Gallium gekoppelt (Edoretoid, DOTATOC) wird es in der Somatostatin-Rezeptor-Szintigrafie, beziehungsweise in der Positronen-Emissions-Tomographie (PET), zum Nachweis (Diagnostik) neuroendokriner Tumoren verwendet. Für therapeutische Zwecke (Radionuklidtherapie) können Betastrahler, wie beispielsweise 90Yttrium oder 177Lutetium, verwendet werden. 

Grundsätzlich: Grundlage der nuklearmedizinischen Verfahren zur Diagnostik neuroendokriner Tumoren ist die Überexpression des Somatostatinrezeptors. Das körpereigene Wachstumshormon Somatostatin bindet an fünf verschiedene Rezeptor-Subtypen (Subtyp 1–5). Besonders der Subtyp 2 wird auf Tumoren häufig überexprimiert und ist somit ein interessantes Target. In den achtziger Jahren wurden Peptidanaloga entwickelt, welche selektiv an die Somatostatinrezeptoren binden und mit Radionukliden markiert werden können. Durchgesetzt hat sich die Szintigraphie

mit Indium-111-Octreotid.
Jedoch enthält der Artikel im
Schweiz Med Forum 2011;11(1–2):11–13 den deutlichen Hinweis:
Ga-68-DOTATOC-PET/CT übertrifft die In-111-Octreotid-Szintigraphie deutlich!

 

 

 

Quelle: Ole Christopher Maas, Flavio Forrer, Basel

 

"Weder Firmagon, noch Enzalutamid könnten dem NE-PCA etwas anhaben!
Es wäre ggf. nach Befund eine Carboplatin/Taxotere-Chemotherapie neben einer  evtl. Peptid-Radiorezeptor-Ligandentherapie gegen PSMA und Neuroendokrin zu erwägen", sagt/schreibt der Urologe fs aus dem BPS-Forum.

29.09.2014 WDF 

Ergänzung 2016

 

Neuroendokriner Tumor Auszug aus dem BPS-Forum:

Neuroendokriner Prostatakrebs ist ein tückisches Geschehen, was einer ganz komplizierten Diagnostik,Therapie und Begleitung bedarf. Neuroendokrine Zellen kommen in den normalen Prostatazellen vor, wo sie eine Reihe von Hormonen wie Serotonin, Bombesin und Calcitonin produzieren. Allerdings wissen wir nicht, welche Rolle in der normalen Prostata-Biologie diese neuroendokrinen Zellen spielen. Im normalen Adenokarzinom der Prostata sind neuroendokrine Zellen fast immer in der gesamten Masse des Krebses verstreut aufzufinden. In dieser Eigenschaft produzieren die neuroendokrinen Zellen kein PSA, wachsen nicht und besitzen auch keinen Androgen-Rezeptor. Serum-Chromogranin-A ist in der Regel der beste Marker zur Erkennung von NE-Entwicklungen.

Was sollten Sie tun, wenn Sie einen Prostatakrebs mit neuroendokriner Entartung haben?

Urologe fs:

Bei neuroendokrinem Tumor sollte eine Ga68-DOTATATE-PET durchgeführt werden. Sind positive Herde auszumachen, kann mit Lu177-DOTATATE eine Therapie gemacht werden, => s. entsprechende Links

Außerdem ist bei entsprechendem Nachweis eine Behandlung mit Somatostatin-Analoga möglich.

April 2015

 

 

 



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