Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

okkultes Lokalrezidiv

07.12.2007

Bei einem okkulten (versteckten) Lokalrezidiv und einer Metastasierung kann die lokale Bestrahlung einen Tumorprogress im Bereich der Prostataloge verhindern. Dieses kann sich auf die Lebensqualität positiv auswirken, auch wenn der weitere Krankheitsverlauf durch die Metastasierung bestimmt wird. Eine alleinige antiandrogene Behandlung führt zwar zu einer Senkung der PSA-Werte, stellt jedoch langfristig eine palliative Behandlung dar, da sich im weiteren Verlauf hormonrefraktäre Tumorzellklone durchsetzen Dieses zeigt sich zunächst als PSA-Anstieg , bevor danach ein lokaler oder systemischer Progreß eintritt.

Was ist nun ein okkultes Lokalrezidiv?
Ich versuche es an einem Beispiel zu erklären: Nach RPE, Bestrahlung und Ende einer IADT (Hormontherapie) beginnt der PSA-Wert langsam aber stetig wieder zu steigen. Die Dynamik liegrt bei knapp einem Jahr. Erste CT, MRT und Szynti-Aufnahmen bringen keine Hinweise auf ein Rezidiv, auch nicht auf Lymphknotenbefall oder eine Metastasierung. Erst weiteres längeres Suchen und dann mit Cholin11-PET/CT und MRT in Ulm bei Prof. Reske brachte Klarheit: Es ist ein (nunmehr nicht mehr verstecktes/okkultes) Lokalrezidiv am Blasenboden unmittelbar an der Anastomose, also an der Stelle, an der die Harnröhre nach Entfernen der Prostata wieder an die Blase angenäht wurde.

Dort war schon mal ein histologisch gesichertes (per Biopsie) Rezidiv entdeckt und dann mit 64 Gy bestrahlt worden.

Es ist zu vermuten, dass einige Karzinomzellen die Bestrahlung überdauert haben und dann wieder zu wachsen anfingen (sichtbar am langsamen aber kontinuierlichen PSA-Anstieg).

Dezember 2007


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