Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

HIFU Nach Bestrahlung

19.12.2011

HIFU Nach Bestrahlung / Brachytherapie / andere Therapien

HIFU nach Bestrahlung oder nach anderen lokalen Therapien hat eine höhere Komplikationsrate zur Folge. Einerseits kann die Rektalwand durch Bestrahlung oder Infektion verletzt sein andererseits schrumpft die Prostata konzentrisch um die Harnröhre und vergrößert so den Abstand zwischen Darmwand und Prostatakapsel, was bei einer auf 25 mm limitierten HIFU – Eindringtiefe stören kann.

Leider zeigen „Bestrahlungsfehlschläge“ in manchen Fällen ein Zweitrezidiv, bei dem die Erkrankung bereits vorher durch Hormonablation behandelt worden ist. In diesen Fällen sind die Therapieoptionen begrenzt und ein höheres Nebenwirkungsrisiko muß möglicherweise bei dieser Konstellation in Kauf genommen werden.

Die Drs. Häcker und Alken, Uniklinik Mannheim publizierten im März 2007:

Patienten mit langer Lebenserwartung kann mit der Salvage-Prostatektomie, -Kryoablation, -Brachytherapie oder -HIFU eine Zweitbehandlung angeboten werden, die im Gegensatz zur antiandrogenen Therapie eine kurative Intention hat. Die Salvage-Prostatektomie bietet derzeit die besten Aussichten auf eine Heilung. Obwohl in letzter Zeit eine signifikante Reduktion der intra- und postoperativen Komplikationen berichtet wird, bleibt die Operation in einem bestrahlten Situs eine technische Herausforderung. Insbesondere bei älteren Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko ist die inzwischen technisch deutlich verbesserte perineale Kryoablation eine viel versprechende Alternative zur offenen Operation. Der transrektal applizierte fokussierte Ultraschall und die interstitielle Brachytherapie sind weitere Verfahren, für die aber weniger klinische Erfahrungen vorliegen. Bei einer Therapieentscheidung sollten immer die onkologischen Prognosefaktoren und die individuelle Situation des Patienten berücksichtigt werden.

Und die Drs. Chaussy, Thüroff und Bergsdorf, Klinikum Harlaching in München, publizierten im September 2006:

Bei der Therapie des Prostatakarzinomlokalrezidivs gibt es im Hinblick auf Effektivität und Wirkung noch keine optimalen Verfahren. Wir legen das Hauptaugenmerk auf die Behandlung von Lokalrezidiven mit fokussiertem Ultraschall (HIFU, high intensity focused ultrasound). Eine HIFU-Therapie (Ablatherm®) wird in unserer Abteilung nur durchgeführt, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind: das Tumorrezidiv muss mit bildgebenden Verfahren (im Falle der HIFU ist das der transrektale Ultraschall) darstellbar sein, der Tumor muss mit dem Therapieschallkopf erreichbar sein (Eindringtiefe 25 mm) und schlussendlich muss die Diagnose Tumorezidiv durch Biopsie histologisch abgesichert werden. Ein unbestrittener Vorteil der HIFU ist die Option, bei Vorhandensein von Tumorresten oder einem Karzinomrezidiv ohne Probleme eine 2. HIFU-Behandlung durchführen zu können. Die Salvage-HIFU erreicht in Abhängigkeit von der primär durchgeführten Karzinomtherapie in 60–74% der Patienten bioptisch nachweisbare Tumorfreiheit. Diese Ergebnisse liegen im Rahmen dessen, was mit anderen Salvagestrategien (RPE, Radiatio) zu erreichen ist, jedoch zeigt HIFU bei reduzierten Nebenwirkungen eine geringere postoperative Morbidität.

Aktuelle Infos siehe HIFU als Salvagetherapie

Dezember 2007/aktualisiert im Dezember 2011



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