Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Lymphknotenmetastasen und Fernmetastasen

23.8.2011

Bis heute gibt es ein kein sicheres Verfahren um präoperativ Lymphknotenmetastasen zu erkennen. Bildgebende Verfahren (CT, MRI, bipedale Lymphangiographie) sind nicht von signifikantem Wert beim Prostatakarzinom

Die Prognose beim Vorliegen von Lymphknotenmetastasen ist schlecht, unabhängig davon, welche Behandlungsmethode gewählt wird. Nur selten gibt es in diesem Erkrankungsstadium nach radikaler Operation oder nach externer Strahlentherapie Langzeit-Überlebende. Hier ist eine palliative Androgenentzugstherapie angezeigt, wobei nach wie vor ungeklärt ist, ob ein sofortiger oder verzögerter Therapiebeginn vorteilhafter ist.

Es gibt Literatur, die das Konzept unterstützt, auch beim Vorliegen von Lymphknotenmetastasen, aus präventiv-palliativer Indikation eine radikale Prostatektomie durchzuführen.

Meine Anmerkung 1: Im ersten Krankenhaus, welches PK bei mir diagnostizierte, war keine Neigung, mich zu operieren, da der Krebs bereits nachweislich extrakapsulär im Fettgewebe nachgewiesen worden war. Das zweite Krankenhaus und der dortige Operateur vertraten die Ansicht, es sei für mich von Vorteil die Tumormasse durch OP zu verringern und befallene Lymphknoten soweit man sie erkennen könne zu entfernen. Ich denke mit nunmehr 8,5 Jahren Überlebenszeit nach der OP war diese letzte Entscheidung für mich vorteilhaft.

Da keine kurative, sondern lediglich eine palliative Indikation gegeben ist, muß besonders großer Wert darauf gelegt werden, daß die Langzeit- und Spätkomplikationen möglichst gering sind.

Meine Anmerkung 2: Ja, es gab Komplikationen. Die perkutane Bestrahlung eines histologisch an der Anastomose nachgewiesenen Rezidivs folgte nach 18 Monaten und der beginn der intermittierenden Hormonblockade aufgrund des wieder angestiegenen PSA-Wertes folgte 3 Jahre später. Und jetzt aktuell in 12/2007 wurde per Cholin-11-PET/CT das ursprüngliche Rezidiv an der Anastomose als Verursacher eines erneuten PSA-Anstiegs ausgemacht.

Die endokrine Therapieoption wird allgemein als adjuvante Therapie nach radikaler Prostatektomie empfohlen. Bei Vorliegen von Fernmetastasen führt die endokrine Therapie sehr selten, falls überhaupt, zu einer Heilung, aber bei der Mehrzahl der Patienten zu einer Rückbildung der Symptome.

Die primäre Chemotherapie ist in der Regel nicht indiziert, da ein Überlebensvorteil bisher nicht gezeigt werden konnte. Sie kommt in der Regel beim Rezidiv des endokrin behandelten Prostatakarzinoms zum Einsatz.

Lymphknoten-Metastasen können in 5 verschiedenen Regionen des kleinen Beckens vorkommen. Diese Metastasen lassen sich kaum durch ein Computertomogramm oder Kernspintomogramm diagnostizieren sondern nur durch eine sorgfältige chirurgische Entfernung der Lymphknoten.

Bei einer radikalen Lymphadenektomie im kleinen Becken werden 20-35 Lymphknoten entfernt.

Diese Lymphknotenentfernung läßt sich nicht von einem Dammschnitt aus durchführen und nur begrenzt, wenn ein minimal invasiver (laparoskopischer) Eingriff gewählt wird.

Allein mittels eines Bauchschnittes ist diese radikale Lymphadenektomie möglich und sollte daher immer bei höheren PSA-Werten (über 10) und beim Gleason-Score höher als 5 durchgeführt werden. Manchmal handelt es sich nur um Mikrometastasen, die dann durch den chirurgischen Eingriff erfolgreich entfernt werden oder es läßt sich eine sinnvolle Nachbehandlung frühzeitig einleiten, die das Überleben verlängert.

Dezember 2007

Lymphknoten metastasieren nicht

zu diesen neueren Erkenntnissen siehe nach unter
Lymphadenektomie und Überlebenschance

März 2009

Es gibt andere Meinungen, u.a. aus dem Urologielehrbuch:
Bereits 20% der pT1 Tumoren weisen ilialkale Lymphknotenmetastasen auf. Auch bei inzidenten Karzinomen sind Lymphknotenabsiedlungen zu finden.

je schlechter differenziert ein Karzinom ist, umso schneller metastasiert es lymphogen bzw. hämatogen

aus einem Beitrag des Urologen fs im BPS-Forum:

Die meisten Metastasen kommen in den Knochen vor (über 90% der Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs bekommen Knochenmetastasen). Das zweitmeiste Vorkommen bei Patienten mit fortgeschrittenem PK ist in den Lymphknoten. Wenn Lymphknoten betroffen sind und mit CT oder MRT nachgewiesen werden können, so werden sie meistens in der Nähe der Aorta, im Unterleib, tief im Becken oder in der Brust lokalisiert. Lymphknoten über 2cm Grösse kommen zu 25% bei Patienten mit fortgeschrittener Krankheit vor. Der einzige Lymphknoten (bei ca. 3% der Patienten mit fortgeschrittenem PK), der bei Untersuchungen gefunden wurde, befindet sich direkt über dem linken Schlüsselbein am Halsansatz. Andere Stellen, an denen Metastasen auftreten (in Lunge, Leber, Nebenniere), kommen zu weniger als 5% vor, Gehirnmetastasen zu höch- stens 1%.

letzte Aktualisierung im August 2011

Ergänzung

Die Aussage: Kleine Lymphknoten könne man nicht entdecken stimmt so nicht mehr. Sie die Fundstelle PSMA
25.07.2016 WDF

 


Schlagwörter:

Lymphadenektomie

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